Dossier · Laufend aktualisiert

Anthropics Jagd nach Rechenleistung

Milliardenverträge, Kreditkonstrukte und ein eigenes Chip-Team: Wie Anthropic seit Juli 2026 die Rechenleistung für Claude zusammenkauft.

Anthropic braucht für Claude mehr Rechenleistung, als das eigene Kapital hergibt – und beschafft sie seit dem Sommer 2026 über eine Kette immer größerer Konstruktionen: den personellen Ausbau des Compute-Teams, Verhandlungen mit Meta über zehn Milliarden Dollar, eine von Google und Broadcom verknüpfte Kreditfinanzierung über rund 200 Milliarden Dollar, einen Sechs-Jahres-Vertrag mit dem norwegischen Start-up Volta und zuletzt den Aufbau eines eigenen Chip-Design-Teams.

Dieses Dossier verfolgt die einzelnen Abkommen, ihre Finanzierungsmodelle und die beteiligten Partner. Wiederkehrendes Muster: Anthropic verfügt über kein Kreditrating, weshalb Zweckgesellschaften, Kreditbriefe und Infrastrukturinvestoren die Verträge tragen – und mehrere der Deals sind vom Unternehmen bis heute nicht offiziell bestätigt.

Chronologie

  1. Google verknüpft Kredite über 200 Milliarden Dollar für Anthropic

    Ein Geflecht aus Zweckgesellschaft, Krediten und Garantien verschafft Anthropic Zugang zu Googles KI-Chips – trotz fehlendem Kreditrating.

  2. Anthropic sichert sich Rechenleistung für 10 Milliarden Dollar

    Ein sieben Monate junges Start-up sichert sich Milliarden für ein Rechenzentrum in Norwegen – Bloomberg zufolge steckt Anthropic dahinter.

  3. Anthropic baut eigenes Chip-Design-Team für Claude auf

    Der KI-Anbieter stellt gezielt Halbleiter-Ingenieure ein, um Chips und Sprachmodell gemeinsam zu entwerfen und die Betriebskosten von Claude zu senken.

  4. Anthropic baut Rechenzentren mit Macquarie und GIC

    Der KI-Konzern und die Investoren Macquarie und GIC gründen die Plattform Theseus Infrastructure für neue Rechenzentren in den USA.