KI-Wirtschaft

Cognition verhandelt Bewertung von 40 Milliarden Dollar

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Der US-Softwarekonzern Cognition verhandelt laut Bloomberg über eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von mindestens 40 Milliarden Dollar. Das wäre mehr als das Anderthalbfache der 26-Milliarden-Bewertung vom Mai 2026. Cognition entwickelt den KI-Programmierassistenten Devin, dessen Jahresumsatzrate sich seither auf rund eine Milliarde Dollar nahezu verdoppelt haben soll. Eine Einigung gilt als offen, mögliche Geldgeber sind bislang nicht bestätigt.

Ein Roboter mit Cognition-Logo-Sticker sitzt an einer Tastatur vor Codezeilen, im Hintergrund faltet sich ein Dollarschein zu einem steil ansteigenden Pfeil. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Cognition, Entwickler des KI-Agenten Devin, verhandelt laut Bloomberg über eine Bewertung von mindestens 40 Milliarden Dollar.
  • Die vorige Runde im Mai 2026 brachte 26 Milliarden Dollar Bewertung bei 1 Milliarde Dollar frischem Kapital.
  • Die Jahresumsatzrate soll von 492 Millionen Dollar im Mai auf fast 1 Milliarde Dollar gestiegen sein.
  • Zu Devins Kunden zählen laut Unternehmen Mercedes-Benz, die NASA und Goldman Sachs.
  • Cognition übernahm zuvor den Rivalen Windsurf, nachdem dessen Gründer zu Google gewechselt waren.
  • Investoren könnten die Gespräche laut Bloomberg-Quellen auch ergebnislos beenden oder andere Konditionen verlangen.

Der US-Softwarekonzern Cognition verhandelt laut einem Bloomberg-Bericht über eine neue Finanzierungsrunde – mit einer Bewertung von mindestens 40 Milliarden Dollar. Das wäre mehr als anderthalbmal so viel wie die 26 Milliarden Dollar, die dem Unternehmen erst im Mai 2026 zugeschrieben wurden. Cognition entwickelt den KI-Programmierassistenten Devin, dessen Jahresumsatz sich seither Berichten zufolge fast verdoppelt hat.

Bewertung springt binnen drei Monaten deutlich

Erst im Mai 2026 hatte Cognition eine Milliarde Dollar bei einer Bewertung von 26 Milliarden Dollar eingesammelt – nach zehn Milliarden Dollar Bewertung im August 2025, damals im Anschluss an eine Runde über 500 Millionen Dollar. Mit den aktuellen Gesprächen würde sich der Firmenwert binnen eines guten Jahres vervierfachen. Die 40-Milliarden-Dollar-Marke ist dabei unabhängig nicht verifiziert: Sie stammt aus mit der Sache vertrauten Quellen, über die zunächst Bloomberg berichtete.

Die Gespräche stünden noch am Anfang, heißt es dort weiter – Cognition könne am Ende auch auf eine Kapitalaufnahme verzichten oder andere Konditionen aushandeln. Eine Stellungnahme des Unternehmens liegt bislang nicht vor. Welche Investoren die aktuelle Runde anführen könnten, ist noch offen; schon bei der Mai-Runde hatte keiner der Geldgeber öffentlich die Führung beansprucht. Sollte die Bewertung Bestand haben, läge Cognition damit deutlich vor den meisten Konkurrenten im noch jungen, aber schnell wachsenden Markt für autonome Programmier-Agenten – einem der derzeit am stärksten umkämpften Felder der KI-Branche.

Umsatz und Kundenliste treiben das Interesse

Die avisierte Bewertung hängt Bloomberg zufolge daran, ob Cognition eine Jahresumsatzrate von einer Milliarde Dollar erreicht. Im Mai lag dieser Wert laut Firmengründer Scott Wu noch bei 492 Millionen Dollar, während Firmenkunden ihre Devin-Nutzung binnen sechs Monaten monatlich um 50 Prozent steigerten. Eine genaue, von Cognition selbst bestätigte Umsatzzahl für August gibt es bislang nicht – die Angabe von rund einer Milliarde Dollar Jahresrate stammt allein aus Bloombergs Bericht über die Investorengespräche. Wie TechCrunch berichtet, zählen inzwischen Mercedes-Benz, die NASA und Goldman Sachs zu den Kunden.

Devin solle laut Wu keine Entwickler ersetzen, sondern unbeliebte Routinearbeit wie die Modernisierung alter Software oder Plattformwechsel übernehmen. Rückenwind erhielt Cognition zudem durch die Übernahme des Rivalen Windsurf, dessen Gründer im Zuge eines 2,4-Milliarden-Dollar-Lizenzdeals zu Google gewechselt waren. Cognition sicherte sich damals die verbleibende Windsurf-Technik samt Kundenstamm, während Google im Gegenzug Zugriff auf Teile der Forschung erhielt. Der Deal erweiterte Cognitions Angebot um ein zweites, breit genutztes Entwicklerwerkzeug neben Devin.

KI-Coding-Boom treibt Bewertungen quer durch die Branche

Cognition reiht sich damit in eine wachsende Liste privater KI-Anbieter mit Bewertungssprüngen ein. Erst Anfang Juli hatte der Chip-Anbieter SambaNova eine Milliarde Dollar bei elf Milliarden Dollar Bewertung eingesammelt, während sich Anthropic laut übereinstimmenden Berichten auf einen Börsengang mit einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar vorbereitet. Auch der Firmenumbauer Thrive Holdings sicherte sich erst diese Woche zwei Milliarden Dollar für den KI-Einsatz in Unternehmen.

Investoren wie Founders Fund, General Catalyst, Khosla Ventures, Pear VC und 8VC waren bereits an früheren Cognition-Runden beteiligt. Anders als bei vielen Foundation-Model-Herstellern verweist Cognition dabei auf konkrete, zahlende Firmenkunden statt allein auf Nutzerwachstum – ein Argument, das die hohen Bewertungssprünge im KI-Coding-Segment zusätzlich stützt.

Entscheidend wird, ob Investoren dem KI-Coding-Sektor nach mehreren solchen Bewertungssprüngen weiterhin einen Aufschlag zugestehen oder ob künftige Runden stärker an nachweisbarem Umsatzwachstum gemessen werden. Bestätigt sich der Deal, würde Cognition mit rund 40 Milliarden Dollar zu den höchstbewerteten privaten KI-Anbietern außerhalb der großen Foundation-Model-Hersteller aufsteigen.

Häufige Fragen

Was macht Cognition?

Cognition entwickelt den KI-Agenten Devin, der Programmieraufgaben wie Software-Updates oder Plattformwechsel weitgehend eigenständig übernimmt.

Ist die Finanzierungsrunde schon abgeschlossen?

Nein. Laut Bloomberg befinden sich Cognition und mögliche Investoren erst in frühen Gesprächen, ein Abschluss oder die Beteiligten stehen noch nicht fest.

Wie unterscheidet sich Devin von menschlichen Programmierern?

Devin ersetzt laut Firmengründer Scott Wu keine Entwickler, sondern übernimmt unbeliebte Routineaufgaben wie die Modernisierung alter Software.

Welche Rolle spielt die Übernahme von Windsurf?

Cognition kaufte den Konkurrenten Windsurf, nachdem dessen Gründer im Zuge eines 2,4-Milliarden-Dollar-Lizenzdeals zu Google gewechselt waren – das stärkte Cognitions Marktposition im KI-Coding-Bereich.

Wer sind bisherige Investoren von Cognition?

An früheren Runden beteiligten sich unter anderem Founders Fund, General Catalyst, Khosla Ventures, Pear VC und 8VC.

Quellen (2)
  1. AI startup Cognition in new funding talks at $40 billion value
  2. AI coding startup Cognition reportedly already in talks to raise at $40B valuation

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