KI-Wirtschaft

Anthropic startet Investorentreffen vor Börsengang im Oktober

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Anthropic-Logo auf einer Anzeigetafel im New Yorker Finanzdistrikt bei Nacht, im Hintergrund die beleuchteten Gebäude der Investmentbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase Generiertes Bild mit GPT Image 2
Anthropic-Logo auf einer Anzeigetafel im New Yorker Finanzdistrikt bei Nacht, im Hintergrund die beleuchteten Gebäude der Investmentbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase

TL;DR Too Long; Didn’t read

Anthropic hat laut übereinstimmenden Medienberichten Investorentreffen für einen möglichen Börsengang im Oktober 2026 aufgenommen – nach einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar im Mai. Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase führen das Bankenkonsortium für die in den kommenden Wochen geplanten Gespräche. Ein Listing noch 2026 würde Anthropic vor OpenAI und dem chinesischen Rivalen DeepSeek an die Börse bringen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase leiten das Bankenkonsortium für die geplanten Investorengespräche.
  • Ein möglicher Börsengang könnte laut Bloomberg-Bericht bereits im Oktober 2026 stattfinden.
  • Die Mai-Finanzierungsrunde bewertete Anthropic mit 965 Milliarden Dollar – erstmals höher als OpenAI.
  • Amazon beteiligte sich mit 5 von insgesamt 15 Milliarden Dollar an den Hyperscaler-Investitionen.
  • OpenAI zielt inzwischen auf 2027, DeepSeek könnte noch 2026 einen eigenen Antrag stellen.
  • Anthropic reichte bereits Anfang Juni vertraulich eine S-1-Erklärung bei der SEC ein.

Anthropic hat laut einem Bericht von Bloomberg News mit Investorentreffen für einen möglichen Börsengang begonnen. Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase führen das Bankenkonsortium, ein Listing könnte bereits im Oktober 2026 folgen. Damit würde Anthropic vor OpenAI und dem chinesischen Rivalen DeepSeek an die Börse gehen.

Bankenkonsortium bereitet Investorengespräche vor

Die drei Banken sollen in den kommenden Wochen Gespräche zwischen Anthropic und potenziellen Investoren organisieren. Ein Unternehmenssprecher lehnte laut Bloomberg eine Stellungnahme dazu ab. Anthropic hatte bereits Anfang Juni vertraulich eine S-1-Erklärung bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Eine vertrauliche Einreichung ist ein üblicher erster Schritt vor einem öffentlichen Angebot, den auch andere große Techkonzerne vor ihrem Börsendebüt gewählt haben – sie erlaubt es, Finanzkennzahlen zunächst unter Verschluss zu halten und erst kurz vor der eigentlichen Roadshow offenzulegen. Der Antrag verpflichtet ein Unternehmen aber noch nicht auf einen konkreten Börsengangstermin. Der anvisierte Oktober-Termin gilt selbst für ein derart gut kapitalisiertes Unternehmen als ambitioniert. Zwischen ersten Investorentreffen und dem tatsächlichen Handelsstart liegen bei vergleichbaren Tech-Börsengängen meist mehrere Monate für Preisfindung, Roadshow und regulatorische Prüfung durch die SEC. Hält der Zeitplan, wäre es einer der größten Technologiebörsengänge der vergangenen Jahre und ein früher Test dafür, wie Anleger die hohen privaten KI-Bewertungen an öffentlichen Märkten einpreisen.

Serie-H-Runde hebt Bewertung über OpenAI-Niveau

Die Bewertung von 965 Milliarden Dollar geht auf Anthropics eigene Ankündigung der Serie-H-Finanzierungsrunde vom 28. Mai zurück. Das Unternehmen sammelte damals 65 Milliarden Dollar ein, angeführt von Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital. Als Co-Lead-Investoren stiegen unter anderem Capital Group, Coatue, GIC und Temasek ein, weitere Beteiligte waren Blackstone, Fidelity, General Catalyst und T. Rowe Price. Amazon steuerte laut Anthropic 5 Milliarden Dollar zu einem größeren Hyperscaler-Investment von insgesamt 15 Milliarden Dollar bei. Als strategische Infrastrukturpartner nennt Anthropic zudem die Speicherchip-Hersteller Micron, Samsung und SK hynix, die Kapazitäten für den künftigen Rechenbedarf reservieren sollen. CFO Krishna Rao erklärte, Claude sei „zunehmend unverzichtbar” für die wachsende Kundschaft des Unternehmens. Die Runde soll nach Unternehmensangaben Sicherheitsforschung, Rechenkapazität und die Skalierung der Produktpalette finanzieren. Mit der neuen Bewertung überholte Anthropic OpenAI erstmals in dieser Kennzahl – ein Wendepunkt im Wettlauf der beiden größten US-KI-Labore und ein Signal dafür, wie stark Investoren weiterhin auf das Wachstum von Claude setzen.

Anthropic will Rivalen OpenAI und DeepSeek zuvorkommen

OpenAI verschob sein eigenes Börsengangsziel Berichten zufolge auf 2027, während das chinesische Unternehmen DeepSeek noch in diesem Jahr eine Einreichung vorbereiten könnte. DeepSeek kommt nach Schätzungen von Marktbeobachtern derzeit auf einen annualisierten Umsatz von 400 bis 500 Millionen Dollar – eine unabhängig nicht verifizierte Zahl, aber ein Bruchteil dessen, was Anthropic mit Claude und den zugehörigen Programmierwerkzeugen erwirtschaftet. Ein früher Börsengang soll Anthropic zusätzliches Kapital für den hohen Rechenaufwand hinter aktuellen KI-Modellen sichern: Training und Betrieb großer Sprachmodelle verschlingen Milliardensummen für Chips, Rechenzentren und Energie, noch bevor damit Umsätze erzielt werden. Externe Finanzierung ist für Frontier-Labore inzwischen eine strukturelle Notwendigkeit, weil Trainings- und Inferenzkosten schneller wachsen als die Umsätze der Anbieter. Ein möglichst früher Börsengang verschafft Anthropic zudem einen Vorsprung beim Zugang zu öffentlichem Kapital und Anleihemärkten, während Wettbewerber noch auf ihre eigenen Prospekte warten. Analysten werten den Zeitpunkt auch als Signal an Kunden und Talente, dass Anthropic finanziell auf lange Sicht ausgestattet bleibt.

Entscheidend wird, ob Anthropic den Oktober-Termin tatsächlich hält oder der Prozess sich wie bei anderen KI-Börsengängen verzögert. Ein öffentlicher Handelsstart würde Anthropic erstmals einer breiten Offenlegungspflicht unterwerfen – einschließlich detaillierter Umsatz- und Verlustzahlen, die bislang nur Investoren vorlagen. Für den Rest der Branche wäre ein erfolgreicher Anthropic-Börsengang zugleich ein Testfall dafür, ob Anleger die aktuellen KI-Bewertungen jenseits privater Finanzierungsrunden mittragen.

Häufige Fragen

Steht der Börsengangstermin im Oktober 2026 schon fest?

Nein. Investorentreffen sind ein früher Schritt im Prozess, das genaue Datum kann sich abhängig vom Marktumfeld und der SEC-Prüfung noch verschieben.

Können Privatanlegerinnen und -anleger jetzt schon Anteile kaufen?

Nein, solange die S-1-Erklärung vertraulich bleibt, ist kein öffentliches Angebot möglich. Ein Kauf wird erst nach der offiziellen Preisfestsetzung am Handelstag möglich sein.

Wie hoch könnte die Bewertung beim eigentlichen Börsengang ausfallen?

Offiziell wurde noch kein Zielwert genannt. Die letzte private Bewertung lag bei 965 Milliarden Dollar, Börsengänge in der aktuellen KI-Welle wurden bislang oft mit Aufschlägen zur letzten Finanzierungsrunde gepreist.

Warum will Anthropic vor OpenAI an die Börse?

OpenAI hat sein eigenes Zieldatum Berichten zufolge auf 2027 verschoben. Ein früherer Börsengang könnte Anthropic Vorteile beim Zugang zu öffentlichem Kapital für Rechenkapazität verschaffen.

Welche Rolle spielt Amazon bei der Finanzierung?

Amazon steuerte laut Anthropic 5 Milliarden Dollar zu einem 15-Milliarden-Dollar-Investment von Hyperscalern in der Mai-Runde bei. Amazon zählt bereits zu Anthropics wichtigsten Cloud- und Kapitalpartnern.


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