Der US-Softwarekonzern Cognition verhandelt laut einem Bloomberg-Bericht über eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund 47 Milliarden Dollar. Das wäre fast doppelt so viel wie die 26 Milliarden Dollar, die dem Devin-Entwickler erst im Mai 2026 zugeschrieben wurden. Investoren bieten dafür Berichten zufolge rund zehnmal so viel Kapital, wie das Unternehmen einsammeln will.
Bewertung hat sich seit September 2025 mehr als vervierfacht
Cognition sicherte sich im September 2025 noch eine Bewertung von 10,2 Milliarden Dollar, damals nach einer Runde über 400 Millionen Dollar. Nur acht Monate später, im Mai 2026, folgte der nächste Sprung auf 26 Milliarden Dollar bei einer Milliarde Dollar frischem Kapital – angeführt von Lux Capital, General Catalyst und 8VC. Bereits im August 2026 kursierten Berichte über Gespräche zu einer 40-Milliarden-Bewertung, über die beckmann.ai damals berichtete. Die aktuellen Verhandlungen gehen nun deutlich darüber hinaus: Bloomberg beziffert die Zielmarke auf rund 47 Milliarden Dollar bei einer neuen Kapitalrunde von etwa einer Milliarde Dollar. Wer die Runde anführen soll, ist bislang nicht bekannt, Cognition äußerte sich auf Anfrage nicht dazu. Die Gespräche laufen laut dem Bericht noch, ein Abschluss steht aus.
Nachfrage übertrifft die gesuchte Summe deutlich
Der Run auf Cognition-Anteile speist sich Bloomberg zufolge aus zwei Quellen: einem kräftigen Umsatzsprung und dem branchenweiten Boom bei KI-Programmierassistenten. Die Jahresumsatzrate des Unternehmens soll von 492 Millionen Dollar im Mai auf mittlerweile mehr als 900 Millionen Dollar gestiegen sein – eine Zahl, die laut Bloomberg zunächst The Information gemeldet hatte und die unabhängig nicht verifiziert ist. Gleichzeitig meldeten Investoren dem Bericht zufolge Kaufinteresse von fast zehn Milliarden Dollar an, obwohl Cognition nur rund ein Zehntel davon einsammeln will. Befeuert wird das Interesse auch durch die milliardenschwere Konkurrenz: Erst im August hatte SpaceX die Übernahme des Cognition-Rivalen Cursor für 60 Milliarden Dollar abgeschlossen, was den gesamten Markt für KI-Coding-Werkzeuge in den Fokus von Wachstumsinvestoren rückte. Cognition entwickelt mit Devin einen Agenten, der Programmieraufgaben wie Software-Updates oder Plattformwechsel weitgehend eigenständig übernimmt und laut Unternehmensangaben unter anderem bei Mercedes-Benz, der NASA und Goldman Sachs im Einsatz ist.
Entscheidend wird, ob sich die 47-Milliarden-Bewertung am Ende bestätigt oder Investoren bei den finalen Konditionen doch noch nachverhandeln – bei der vorherigen 40-Milliarden-Marke im August war genau das zunächst offen geblieben, bevor sich die Gespräche weiterentwickelten. Sollte der Deal wie berichtet zustande kommen, würde Cognition binnen eines Jahres den Wert fast verfünffachen und sich damit unter den am höchsten bewerteten privaten KI-Anbietern außerhalb der großen Foundation-Model-Hersteller einreihen.


