KI-Wirtschaft

SoftBank nimmt 11 Milliarden Dollar für dritte OpenAI-Rate auf

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

SoftBank sammelt am 24. September Anleihen über gut elf Milliarden Dollar ein, um die letzte Rate seines OpenAI-Investments zu zahlen. Das Geld ersetzt einen Überbrückungskredit und fließt am 1. Oktober an OpenAI. SoftBank hält damit rund 13 Prozent an dem mit 730 Milliarden Dollar bewerteten Unternehmen – dessen Börsengang jedoch verschoben bleibt.

Eine Hand mit SoftBank-Logo reicht einen überdimensionierten Anleiheschein mit Dollar- und Euro-Zeichen an eine Hand mit OpenAI-Logo weiter. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • SoftBank platziert Dollar- und Euro-Notes im Gegenwert von gut elf Milliarden Dollar für OpenAI.
  • Die Emission ersetzt einen Zehn-Milliarden-Dollar-Kredit, der zuvor als Übergangslösung diente.
  • Citigroup und JPMorgan begleiten die Anleihe als federführende Banken.
  • SoftBanks OpenAI-Anteil wächst auf rund 13 Prozent bei 730 Milliarden Dollar Bewertung.
  • Die Aktie war Mitte September wegen Zweifeln am OpenAI-Börsengang zweistellig eingebrochen.
  • Zahlung an OpenAI folgt zum 1. Oktober, dem Abschluss der dreiteiligen Finanzierungsrunde.

SoftBank platziert Dollar- und Euro-Anleihen über umgerechnet rund elf Milliarden Dollar, um die dritte Rate seiner OpenAI-Beteiligung zu bezahlen. Die Notes ersetzen einen bestehenden Überbrückungskredit und decken die letzte von drei Zehn-Milliarden-Zahlungen aus der im Februar angekündigten Investitionsrunde ab. Bepreisung ist für den 24. September vorgesehen, die Zahlung an OpenAI folgt am 1. Oktober.

Anleihe deckt letzte Rate der Investitionsrunde

Die Dollar-Tranche über zehn Milliarden Dollar gliedert sich in Laufzeiten von dreieinhalb, fünfeinhalb und siebeneinhalb Jahren, die Euro-Tranche über eine Milliarde Euro in vier und sechs Jahre. Die gestaffelten Laufzeiten sollen unterschiedliche Investorengruppen ansprechen und das Rückzahlungsrisiko über mehrere Jahre verteilen. Citigroup und JPMorgan führen die Emission als Bookrunner, wie Reuters unter Berufung auf ein Term Sheet berichtet. Bepreist werden die Papiere am 24. September, die Abrechnung folgt am 29. September – rechtzeitig vor der fälligen Zahlung an OpenAI am 1. Oktober.

Die Anleihe löst eine Brückenfinanzierung über zehn Milliarden Dollar ab, die SoftBank zuvor für denselben Zweck aufgenommen hatte. Damit schließt der Konzern die dritte und letzte Rate – im Fachjargon Tranche genannt – seiner im Februar 2026 angekündigten Folgeinvestition ab: Nach je zehn Milliarden Dollar zum 1. April und 1. Juli zahlt SoftBank nun den abschließenden Betrag. Insgesamt fließen damit dreißig Milliarden Dollar frisches Kapital von SoftBank an OpenAI.

Bewertung steigt auf 730 Milliarden Dollar

Die Runde bewertet OpenAI mit 730 Milliarden Dollar vor dem Kapitalzufluss, wie SoftBank in seiner Pressemitteilung zur Ankündigung im Februar mitteilte. Nach Abschluss aller drei Tranchen kommt SoftBank auf ein kumuliertes Engagement von 64,6 Milliarden Dollar und einen rechnerischen Anteil von rund 13 Prozent an OpenAI. Die Anteile sind als Vorzugsaktien strukturiert, die sich erst bei einem Börsengang automatisch in Stammaktien umwandeln.

Neben SoftBank hält auch Amazon mit fünfzig Milliarden Dollar einen Anteil an OpenAI – ein Hinweis darauf, wie breit gestreut sich der KI-Konzern mittlerweile finanziert. Genau der Umwandlungsmechanismus der Vorzugsaktien macht die aktuelle Refinanzierung dringlich: OpenAI-Chef Sam Altman hatte einen Börsengang für 2026 ausgeschlossen und die anhaltende Sicherheitsdebatte der Branche als Grund genannt. Konkurrent Anthropic hält dagegen an eigenen Börsenplänen für Oktober fest, was den Kontrast zu OpenAIs Verzögerung zusätzlich schärft und die Frage aufwirft, welcher der beiden KI-Anbieter zuerst an die Börse geht.

Kurssturz macht Abhängigkeit von OpenAI sichtbar

Die SoftBank-Aktie war Mitte September zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent eingebrochen, nachdem Altmans Absage an einen baldigen Börsengang bekannt wurde. Auslöser war eine Serie von Aussagen führender KI-Chefs zum Entwicklungstempo der Branche, die Investoren an der kurzfristigen Kapitalmarktfähigkeit des Sektors zweifeln ließen. Kirk Boodry von Bloomberg Intelligence hält den frühen Zeitpunkt der neuen Anleihe für sinnvoll: Es sei besser, eine Refinanzierung frühzeitig abzuschließen, als angesichts der Nervosität an den Kreditmärkten zu warten, sagte er laut einem Bericht von Techi.

Bereits im August hatte SoftBank in Japan eine Rekord-Privatanlegeranleihe über umgerechnet 6,3 Milliarden Dollar aufgelegt, ebenfalls zur Finanzierung seiner KI-Investitionen. Mit der aktuellen Dollar- und Euro-Emission stützt sich der Konzern nun zusätzlich auf institutionelle Investoren außerhalb Japans. Beobachter werten die Kombination aus Privatanleger- und institutioneller Anleihe als Zeichen dafür, dass SoftBank sein OpenAI-Engagement auf eine breitere Finanzierungsbasis stellen will, statt sich auf einzelne Kreditgeber zu verlassen.

Entscheidend wird, wie der Markt die Anleihe am 24. September aufnimmt: Schon die Rekordemission im August hatte gezeigt, dass Investoren SoftBanks wachsende Fremdfinanzierung für den KI-Ausbau genau beobachten. Mit dem Abschluss der dritten Tranche verschiebt sich die eigentliche Nagelprobe auf den Zeitpunkt, an dem OpenAI tatsächlich an die Börse geht – erst dann wandeln sich SoftBanks Vorzugsaktien in handelbares Kapital, und ein Termin dafür steht nach Altmans Absage weiterhin nicht fest.

Häufige Fragen

Wofür genau nutzt SoftBank das Geld aus der neuen Anleihe?

Der überwiegende Teil deckt die dritte und letzte Zehn-Milliarden-Dollar-Rate der im Februar 2026 angekündigten Folgeinvestition in OpenAI ab, ein kleinerer Teil ist für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen.

Wie hoch ist SoftBanks Gesamtbeteiligung an OpenAI nach Abschluss der dritten Rate?

Nach der letzten Zahlung hat SoftBank kumuliert rund 64,6 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und hält damit einen rechnerischen Anteil von etwa 13 Prozent.

Wann wird die Anleihe genau bepreist und abgerechnet?

Die Bepreisung ist für den 24. September 2026 vorgesehen, die Abrechnung folgt am 29. September – vor der Zahlung an OpenAI zum 1. Oktober.

Warum ersetzt SoftBank die bisherige Brückenfinanzierung?

Die Brückenfinanzierung war eine kurzfristige Zwischenlösung; die neue Anleihe verschafft SoftBank Laufzeiten von dreieinhalb bis siebeneinhalb Jahren und senkt so das Risiko einer erneuten kurzfristigen Refinanzierung.

Welche Rolle spielt der verschobene Börsengang von OpenAI für SoftBanks Investment?

SoftBanks Anteile sind Vorzugsaktien, die sich erst bei einem OpenAI-Börsengang in reguläre Aktien umwandeln; da Sam Altman ein Listing für 2026 ausgeschlossen hat, bleibt dieser Umwandlungszeitpunkt vorerst offen.

Quellen (3)
  1. Softbank Group launches over $10 billion in bonds for OpenAI investment, term sheet shows (Reuters)
  2. Follow-on Investments in OpenAI (SoftBank Group Corp., Pressemitteilung)
  3. SoftBank shares sink nearly 12% as AI slowdown talk hits its $64.6 billion OpenAI bet (Techi)

Dein KI-Update für die Arbeitswoche

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der KI-Welt – plus ein Praxis-Tipp zum direkt Ausprobieren. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.

← Zurück zum Blog