SoftBank platziert Dollar- und Euro-Anleihen über umgerechnet rund elf Milliarden Dollar, um die dritte Rate seiner OpenAI-Beteiligung zu bezahlen. Die Notes ersetzen einen bestehenden Überbrückungskredit und decken die letzte von drei Zehn-Milliarden-Zahlungen aus der im Februar angekündigten Investitionsrunde ab. Bepreisung ist für den 24. September vorgesehen, die Zahlung an OpenAI folgt am 1. Oktober.
Anleihe deckt letzte Rate der Investitionsrunde
Die Dollar-Tranche über zehn Milliarden Dollar gliedert sich in Laufzeiten von dreieinhalb, fünfeinhalb und siebeneinhalb Jahren, die Euro-Tranche über eine Milliarde Euro in vier und sechs Jahre. Die gestaffelten Laufzeiten sollen unterschiedliche Investorengruppen ansprechen und das Rückzahlungsrisiko über mehrere Jahre verteilen. Citigroup und JPMorgan führen die Emission als Bookrunner, wie Reuters unter Berufung auf ein Term Sheet berichtet. Bepreist werden die Papiere am 24. September, die Abrechnung folgt am 29. September – rechtzeitig vor der fälligen Zahlung an OpenAI am 1. Oktober.
Die Anleihe löst eine Brückenfinanzierung über zehn Milliarden Dollar ab, die SoftBank zuvor für denselben Zweck aufgenommen hatte. Damit schließt der Konzern die dritte und letzte Rate – im Fachjargon Tranche genannt – seiner im Februar 2026 angekündigten Folgeinvestition ab: Nach je zehn Milliarden Dollar zum 1. April und 1. Juli zahlt SoftBank nun den abschließenden Betrag. Insgesamt fließen damit dreißig Milliarden Dollar frisches Kapital von SoftBank an OpenAI.
Bewertung steigt auf 730 Milliarden Dollar
Die Runde bewertet OpenAI mit 730 Milliarden Dollar vor dem Kapitalzufluss, wie SoftBank in seiner Pressemitteilung zur Ankündigung im Februar mitteilte. Nach Abschluss aller drei Tranchen kommt SoftBank auf ein kumuliertes Engagement von 64,6 Milliarden Dollar und einen rechnerischen Anteil von rund 13 Prozent an OpenAI. Die Anteile sind als Vorzugsaktien strukturiert, die sich erst bei einem Börsengang automatisch in Stammaktien umwandeln.
Neben SoftBank hält auch Amazon mit fünfzig Milliarden Dollar einen Anteil an OpenAI – ein Hinweis darauf, wie breit gestreut sich der KI-Konzern mittlerweile finanziert. Genau der Umwandlungsmechanismus der Vorzugsaktien macht die aktuelle Refinanzierung dringlich: OpenAI-Chef Sam Altman hatte einen Börsengang für 2026 ausgeschlossen und die anhaltende Sicherheitsdebatte der Branche als Grund genannt. Konkurrent Anthropic hält dagegen an eigenen Börsenplänen für Oktober fest, was den Kontrast zu OpenAIs Verzögerung zusätzlich schärft und die Frage aufwirft, welcher der beiden KI-Anbieter zuerst an die Börse geht.
Kurssturz macht Abhängigkeit von OpenAI sichtbar
Die SoftBank-Aktie war Mitte September zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent eingebrochen, nachdem Altmans Absage an einen baldigen Börsengang bekannt wurde. Auslöser war eine Serie von Aussagen führender KI-Chefs zum Entwicklungstempo der Branche, die Investoren an der kurzfristigen Kapitalmarktfähigkeit des Sektors zweifeln ließen. Kirk Boodry von Bloomberg Intelligence hält den frühen Zeitpunkt der neuen Anleihe für sinnvoll: Es sei besser, eine Refinanzierung frühzeitig abzuschließen, als angesichts der Nervosität an den Kreditmärkten zu warten, sagte er laut einem Bericht von Techi.
Bereits im August hatte SoftBank in Japan eine Rekord-Privatanlegeranleihe über umgerechnet 6,3 Milliarden Dollar aufgelegt, ebenfalls zur Finanzierung seiner KI-Investitionen. Mit der aktuellen Dollar- und Euro-Emission stützt sich der Konzern nun zusätzlich auf institutionelle Investoren außerhalb Japans. Beobachter werten die Kombination aus Privatanleger- und institutioneller Anleihe als Zeichen dafür, dass SoftBank sein OpenAI-Engagement auf eine breitere Finanzierungsbasis stellen will, statt sich auf einzelne Kreditgeber zu verlassen.
Entscheidend wird, wie der Markt die Anleihe am 24. September aufnimmt: Schon die Rekordemission im August hatte gezeigt, dass Investoren SoftBanks wachsende Fremdfinanzierung für den KI-Ausbau genau beobachten. Mit dem Abschluss der dritten Tranche verschiebt sich die eigentliche Nagelprobe auf den Zeitpunkt, an dem OpenAI tatsächlich an die Börse geht – erst dann wandeln sich SoftBanks Vorzugsaktien in handelbares Kapital, und ein Termin dafür steht nach Altmans Absage weiterhin nicht fest.


