Cognition, das Unternehmen hinter dem KI-Programmierassistenten Devin, hat eine Serie-E-Finanzierungsrunde von über zwei Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Bewertung steigt damit auf 48 Milliarden Dollar – vier Monate nach der letzten Runde bei 26 Milliarden Dollar fast eine Verdopplung. Angeführt haben die Runde die Investoren Andreessen Horowitz und Accel.
Andreessen Horowitz und Accel führen die Rekordrunde an
An der Runde beteiligen sich neben den neuen Lead-Investoren auch die bisherigen Geldgeber Founders Fund, General Catalyst und Avenir. Cognition nennt in seinem Blogbeitrag zur Series E zudem mehr als 25 weitere Kapitalgeber, darunter Benchmark, Bessemer Venture Partners, Kleiner Perkins, Greylock, Lightspeed und der Chip-Konzern Nvidia. Nvidia tritt damit gleichzeitig als Geldgeber und als Kunde auf, denn das Unternehmen setzt Devin nach Angaben von Cognition im eigenen Chipdesign ein. Die Beteiligung reiht sich in Nvidias wachsende Rolle als Finanzier eigener KI-Kunden ein, die der Chip-Konzern seit Monaten ausbaut. Gemessen am Jahresumsatz von knapp 900 Millionen Dollar bewertet die Runde Cognition mit etwa dem 53-Fachen des laufenden Umsatzes – ein Vielfaches, das nur wenige Softwarefirmen erreichen. Nach Analyse der Investment-Plattform Dealroom zählt die Runde mit ihrem Volumen zudem zu den größten Serie-E-Finanzierungen im US-Deep-Tech-Sektor überhaupt und liegt nahe dem 99. Perzentil vergleichbarer Deals – eine Einschätzung, die unabhängig nicht verifiziert ist.
Jahresumsatz wächst binnen vier Monaten um mehr als 80 Prozent
Der Jahresumsatz von Cognition, gemessen als Run Rate, ist seit der Serie-D-Runde im Mai deutlich gestiegen: von 492 Millionen auf inzwischen fast 900 Millionen Dollar. Cognition begründet das Wachstum mit dem Ausbau von Devin zu einem eigenständigen Werkzeugkasten für Softwareteams. Neue Funktionen wie Devin Auto-Triage zur automatischen Untersuchung von Störungsmeldungen, Devin Security Swarm zur Suche nach Sicherheitslücken im eigenen Code und Devin Automations für die Anbindung an Slack, GitHub und Linear erweitern den bisherigen Kern des autonomen Programmierassistenten. Als Kunden nennt das Unternehmen neben Nvidia auch den Luftfahrtkonzern GE Aerospace, die Citigroup und Mercedes-Benz, die Devin jeweils in sicherheitskritischen oder stark regulierten Softwareprojekten einsetzen sollen. Parallel zum Kapitalzufluss eröffnet Cognition sechs neue Büros in Washington, Tokio, Singapur, London, São Paulo und Madrid und ergänzt damit die bislang nur drei Standorte San Francisco, New York und Austin – die internationale Präsenz verdoppelt sich damit auf einen Schlag. Cognition rückt damit näher an Kunden in Europa, Asien und Lateinamerika, die zuvor nur aus der Ferne betreut wurden.
Bewertung setzt schnelle Kapitalfolge seit dem Frühjahr fort
Die neue Bewertung übertrifft die zunächst verhandelte Zwischenrunde bei 47 Milliarden Dollar sowie die zuvor kolportierten 40 Milliarden Dollar aus dem August. Beide Zahlen hatte Bloomberg zunächst nur als Verhandlungsstand gemeldet, bevor Cognition sie mit dem nun offiziell abgeschlossenen Kapitalzufluss übertraf. Die Serie D vom Mai 2026 hatte noch eine Bewertung von 26 Milliarden Dollar bei rund einer Milliarde Dollar Kapitalzufluss ergeben. Zwischen der Serie D im Mai und dem jetzigen Abschluss lagen damit nur rund vier Monate, in denen die öffentlich gehandelte Bewertung in drei Sprüngen von 26 über 40 und 47 auf 48 Milliarden Dollar kletterte. Cognition begründet das Tempo mit einer erwarteten Marktphase, in der Software sich selbst verbessere und KI-Agenten künftig standardmäßig proaktiv statt nur reaktiv arbeiteten. Ähnlich schnelle Bewertungssprünge zeigen sich derzeit auch bei anderen KI-Firmen: Crusoe verdreifachte seine Bewertung binnen weniger Monate, DeepSeek nahm eine zunächst gestoppte Milliardenrunde wieder auf, und Anthropic schließt parallel milliardenschwere Rechenleistungsverträge ab.
Entscheidend wird, ob Cognition seine Wachstumsrate halten kann, sobald Unternehmen die Kosten pro eingesetztem KI-Agenten strenger mit dem tatsächlichen Nutzen abgleichen. Die Umsatzzahlen stammen bislang ausschließlich von Cognition selbst, eine unabhängige Prüfung der Run-Rate-Angaben gibt es nicht. Ob sich das Tempo der Bewertungssprünge fortsetzt, dürfte sich spätestens bei der nächsten Finanzierungsrunde zeigen.


