Der chinesische Robotikhersteller Unitree hat den Ausgabepreis für seinen Börsengang auf 150,80 Yuan je Aktie fixiert und erreicht damit eine Bewertung von umgerechnet rund neun Milliarden Dollar. Ab dem 10. August können Privatanleger am Shanghaier STAR-Market zeichnen. Unitree wird damit der erste an einer chinesischen Börse notierte Hersteller humanoider Roboter.
Zeichnung beginnt am Montag, Zuteilung folgt Mitte August
Der Ausgabepreis liegt 45 Prozent über dem Konsens von 104 Yuan, den Analysten vor dem Bookbuilding erwartet hatten – ein Zeichen für die hohe Nachfrage institutioneller Investoren, wie unter anderem der US-Sender CNBC berichtet. Ursprünglich hatte Unitree mit einer Bewertung von rund 42 Milliarden Yuan geplant und wollte etwa 4,2 Milliarden Yuan einsammeln. Am Ende wurden daraus 61 Milliarden Yuan Bewertung und 6,1 Milliarden Yuan Erlös aus dem Verkauf von rund 40,45 Millionen neuen Aktien, zehn Prozent des erweiterten Grundkapitals.
Der Zeitplan bis zum Handelsstart:
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- bis 6. August: Bookbuilding mit institutionellen Investoren
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- August: Festlegung des Ausgabepreises
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- August: Zeichnungsfrist für Privatanleger
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- August: Fälligkeit der Zahlung
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- August: Bekanntgabe der Zuteilung
Der eigentliche erste Handelstag an der Börse steht noch nicht offiziell fest, dürfte aber in den Wochen nach der Zuteilung folgen. Die Prüfung durch die Aufsichtsbehörde nahm nur 104 Tage in Anspruch – die schnellste Zulassung, die der STAR-Market bislang verzeichnete.
DeepSeek und weitere Konzerne sichern sich Anteile vorab
Unter den strategischen Investoren der Platzierung sind laut Global Times auch der KI-Entwickler DeepSeek sowie die Konzerne Tencent, PetroChina und China Southern Power Grid. DeepSeeks Muttergesellschaft Hangzhou DeepSeek AI zeichnete rund 933.400 Aktien im Wert von 141 Millionen Yuan; das Investment soll dem Bericht zufolge auch dazu beitragen, komplexe Handlungsszenarien für die Roboter besser zu erschließen. Für Tencent, PetroChina und China Southern Power Grid ist die Beteiligung Berichten zufolge Teil einer breiteren Strategie, humanoide Roboter frühzeitig in eigene Lieferketten, Rechenzentren und Energieinfrastruktur einzubinden. Strategische Investoren erhalten ihre Anteile über eine Sonderplatzierung von gut acht Millionen Aktien, gut ein Fünftel des gesamten Angebots, und unterliegen üblicherweise einer Haltefrist von zwölf Monaten.
Firmengründer Wang Xingxing hält Berichten zufolge einen Aktienanteil von gut 31 Prozent, kontrolliert über ein gestaffeltes Stimmrechtsmodell aber weiterhin die Mehrheit der Stimmen. Sein Vermögen bezifferte Forbes nach der Preisfestsetzung auf 2,4 Milliarden Dollar – der 36-Jährige zählt damit erstmals zu den Milliardären, unabhängig nicht verifiziert ist allerdings die genaue Berechnungsgrundlage dieser Schätzung.
Gründer kündigt mehr Investitionen in KI-Modelle an
Unitree ist nach eigenen Angaben bereits seit 2024 profitabel und steigerte den Gewinn zwischen 2024 und 2025 um gut 200 Prozent. Der Umsatz vervierfachte sich im vergangenen Jahr auf 1,7 Milliarden Yuan, davon entfielen rund 868 Millionen Yuan allein auf humanoide Roboter; mehr als 40 Prozent der Erlöse stammten aus dem Ausland. Größter gewerblicher Kunde ist laut ChinaTalk der Onlinehändler JD.com.
Bei einem Investorentreffen am 7. August kündigte Wang an, das Unternehmen werde verstärkt in KI-Grundlagenmodelle für verkörperte Intelligenz, szenariobasierte Datenerhebung und bestärkendes Lernen investieren und sein Angebot um zweibeinige, vierbeinige sowie mechaartige Roboter erweitern. Ziel sei es, Roboter in körperlich belastenden oder gefährlichen Umgebungen einzusetzen und Menschen so mehr Raum für andere Aufgaben zu verschaffen. Die Industrie für verkörperte KI stehe noch am Anfang, vergleichbar mit der Frühphase von Haushaltsgeräten und Personal Computern, sagte Wang. Fast die Hälfte des IPO-Erlöses soll über drei Jahre in das Training eigener KI-Modelle fließen, der Rest in Hardware-Entwicklung und den Ausbau der Fertigung.
Der Börsengang fällt in eine Phase wachsender Spannungen und reiht sich zugleich in eine Welle chinesischer KI-Notierungen ein, zu der etwa auch der geplante Börsengang von Moonshot AI in Hongkong zählt. Erst Anfang August hatte die US-Behörde FCC neue humanoide und vierbeinige Roboter aus China für den amerikanischen Markt gesperrt, Unitree war als Marktführer der Hauptbetroffene. Bereits zugelassene Modelle des Unternehmens dürfen in den USA vorerst weiterverkauft werden, künftige Baureihen könnten aber neuen Beschränkungen unterliegen. Entscheidend wird, ob sich die hohe Bewertung nach dem eigentlichen Handelsstart hält oder ob Anleger angesichts der politischen Risiken vorsichtiger werden – und ob ein profitabler Hersteller wie Unitree den noch überwiegend defizitären Wettbewerb mit privat finanzierten Rivalen wie Figure AI oder Tesla Optimus tatsächlich für sich entscheiden kann.


