Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat neue humanoide und vierbeinige Roboter aus China auf ihre Sicherheitsliste gesetzt und damit deren Marktzulassung gestoppt. Grundlage sind zwei Sicherheitsermittlungen des Weißen Hauses vom 27. Juli, die den Geräten unannehmbare Risiken für kritische Lieferketten attestieren. China kündigte an, mit „entschlossenen” Gegenmaßnahmen zu reagieren.
FCC stuft Roboter und Wechselrichter als Sicherheitsrisiko ein
Am 28. Juli ergänzte die Federal Communications Commission ihre sogenannte Covered List um zwei neue Kategorien: „advanced robotic devices” – mobile Roboter wie Humanoiden und Vierbeiner – sowie netzgekoppelte Wechselrichter aus dem Ausland. Für gelistete Geräte vergibt die Behörde, wie sie in ihren FAQs erläutert, keine Gerätezulassung mehr, die für Import und Verkauf in den USA zwingend ist. Betroffen sind ausschließlich neue Modelle ohne bestehende US-Zulassung.
Bereits zugelassene Roboter dürfen weiter verkauft, importiert und genutzt werden und erhalten über eine Ausnahmeregelung bis mindestens 1. Januar 2029 auch Sicherheits- und Software-Updates; Bundesbehörden bleiben ganz ausgenommen. Größter Betroffener dürfte der chinesische Marktführer Unitree sein, dessen Roboterhunde und Humanoiden laut Marktbeobachtern rund 85 Prozent des einschlägigen US-Marktes stellen. Sicherheitsforschende hatten zuvor eine Bluetooth-Schwachstelle in mehreren Unitree-Modellen beschrieben, über die sich Angreifende Root-Rechte verschaffen und die sich selbstständig auf benachbarte Geräte weiterverbreiten kann.
Peking droht mit Gegenmaßnahmen
Chinas Handelsministerium bezeichnete die Maßnahme als diskriminierend und forderte die sofortige Rücknahme, wie CNBC berichtet. Peking kündigte an, „entschlossen” zu reagieren und die Interessen chinesischer Unternehmen zu schützen. Außenamtssprecherin Mao Ning erklärte laut NPR, man werde „alle notwendigen Maßnahmen” ergreifen. Die chinesische Regierung wirft Washington vor, den Begriff der nationalen Sicherheit überzustrapazieren und damit letztlich amerikanische Unternehmen und Verbraucher selbst zu schädigen.
Der Zeitpunkt ist heikel: Das Verbot fällt in eine Phase angespannter Handelsbeziehungen kurz vor einem geplanten Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. An der Börse reagierte der in Hongkong notierte Roboterhersteller UBTech mit einem zwischenzeitlichen Kursrückgang von mehr als sechs Prozent. Die Entscheidung reiht sich in eine wachsende Zahl gegenseitiger Beschränkungen im KI- und Robotik-Sektor ein, wie sie zuletzt bereits bei Exportkontrollen für KI-Modelle und -Chips zwischen beiden Ländern zu beobachten war.
Entscheidend wird, ob Peking die angekündigten Gegenmaßnahmen tatsächlich umsetzt oder ob beide Seiten angesichts des bevorstehenden Trump-Xi-Treffens einen Kompromiss suchen. Für US-Unternehmen, die auf günstige chinesische Robotik-Hardware setzen, verengt sich das Angebot an neuen Modellen in jedem Fall spürbar – Ersatz müsste künftig von nicht-chinesischen Herstellern kommen oder ein aufwendiges Ausnahmeverfahren durchlaufen.


