Der KI-Nachwuchskonzern Mirendil verhandelt über eine neue Finanzierungsrunde von bis zu einer Milliarde Dollar, wie Bloomberg zuerst berichtete. Die dabei angestrebte Bewertung von fünf Milliarden Dollar wäre das Fünffache des Stands von vor drei Monaten. Kleiner Perkins soll die Runde anführen, Andreessen Horowitz sich erneut beteiligen.
Kleiner Perkins verhandelt die Anschlussrunde
Der Wagniskapitalgeber Kleiner Perkins übernehme die Führung bei den Gesprächen, während sich Andreessen Horowitz erneut an der Runde beteiligen wolle. Eine Einigung gilt als offen, die genannten Zahlen könnten sich bis zum Abschluss noch ändern. Das frische Kapital von bis zu einer Milliarde Dollar solle vor allem in die Entwicklung eigener KI-Modelle und in Trainingsläufe fließen, berichtet das Fachmedium PYMNTS unter Berufung auf Bloomberg.
Erst im Juni 2026 hatte Mirendil eine Seed-Runde über 200 Millionen Dollar bei einer Bewertung von einer Milliarde Dollar abgeschlossen. Auch damals führten Kleiner Perkins und Andreessen Horowitz die Runde an, zusätzlich beteiligte sich der Chip-Hersteller Nvidia. Binnen eines einzigen Quartals wäre die Bewertung damit auf das Fünffache gestiegen – ein Tempo, wie es sonst nur wenige KI-Start-ups wie der Programmierassistent-Anbieter Cognition vorlegen konnten, dessen Bewertung binnen weniger Monate auf 48 Milliarden Dollar kletterte. Unabhängig bestätigt ist die neue Bewertung von fünf Milliarden Dollar bislang nicht – offizielle Stellungnahmen von Mirendil, Kleiner Perkins oder Andreessen Horowitz liegen nicht vor.
Ehemalige Anthropic-Forscher wollen Forschung selbst automatisieren
Mirendil ging im Juni 2026 aus der Stealth-Phase hervor. Geführt wird das Unternehmen von Behnam Neyshabur als Chef und Harsh Mehta als Technikchef, die zuvor gemeinsam bei Google und Anthropic an KI-Modellen arbeiteten. Rund 20 weitere Forschende und Ingenieure kamen von Anthropic, OpenAI, Google DeepMind und xAI hinzu.
Anders als Chat-Assistenten wie ChatGPT oder Claude richtet sich Mirendil nicht an Privatnutzer. Das Unternehmen entwickelt eigenen Angaben zufolge KI-Systeme, die Forschungsabläufe selbst beschleunigen sollen – etwa indem sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Arzneimittelentwicklung, der Chemie, der Biologie oder der Robotik Werkzeuge liefern, für die sonst ein eigenes KI-Labor nötig wäre. Ein erstes eigenes Grenzmodell soll Anfang 2027 erscheinen, finanziert auch aus der aktuell verhandelten Kapitalrunde.
Offen bleibt, ob sich Kleiner Perkins und Andreessen Horowitz tatsächlich auf die Bewertung von fünf Milliarden Dollar einigen oder ob die Verhandlungen wie bei anderen KI-Start-ups noch nachjustiert werden. Der rasante Bewertungssprung binnen eines Quartals zeigt jedenfalls, dass Investoren trotz einzelner Warnungen vor überhöhten KI-Bewertungen weiter bereit sind, in Labore zu investieren, die nicht direkt mit OpenAI, Anthropic oder Google konkurrieren, sondern deren Werkzeuge liefern wollen.


