KI-Wirtschaft

Oracle streicht erneut Stellen zur Finanzierung des KI-Ausbaus

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TL;DR Too Long; Didn’t read

Oracle streicht laut Business Insider erneut Stellen, um einen Teil der 55,7 Milliarden Dollar teuren KI-Investitionen des Geschäftsjahres zu refinanzieren. Der Abbau soll laut internem Dokument vor dem 1. September wirksam werden. Manche Teams könnten laut dem Bericht zweistellige Prozentanteile ihrer Belegschaft verlieren. Bereits im Geschäftsjahr 2026 baute der Softwarekonzern 21.000 Stellen ab.

Ein Oracle-Logo-Sticker auf einem wachsenden Serverturm, davor eine Reihe leerer Bürostühle, einer davon umgekippt. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Business Insider berichtet von internen Plänen für eine neue Kürzungsrunde noch vor dem 1. September 2026.
  • Oracles Investitionsausgaben stiegen im Geschäftsjahr 2026 auf 55,7 Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte des Vorjahres.
  • Der Konzern gab 23,7 Milliarden Dollar mehr aus, als er einnahm, und deckte die Lücke über neue Schulden.
  • Oracle nahm dafür 43 Milliarden Dollar an Krediten und 5 Milliarden Dollar an frischem Eigenkapital auf.
  • Schon im Geschäftsjahr 2026 fielen rund 21.000 der zuvor 162.000 Stellen weg, ein Rückgang von 13 Prozent.
  • Für 2027 plant Oracle zusätzliche Nettoinvestitionen von rund 70 Milliarden Dollar in Rechenzentren.

Der Software- und Cloud-Konzern Oracle bereitet einem Bericht von Business Insider zufolge eine weitere Entlassungsrunde vor, mit der die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren gegenfinanziert werden sollen. Die Kürzungen sollen laut einem internen Dokument vor dem Beginn des zweiten Geschäftsquartals am 1. September greifen. Manche Teams könnten dabei zweistellige Prozentanteile ihrer Belegschaft verlieren.

Investitionsausgaben verdoppeln sich auf 55,7 Milliarden Dollar

Oracle hat seine Kapitalausgaben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 auf 55,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt, nach 21,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Konzern gab dabei 23,7 Milliarden Dollar mehr Bargeld aus, als er einnahm. Um die Lücke zu schließen, nahm Oracle 43 Milliarden Dollar an neuen Schulden und 5 Milliarden Dollar an frischem Eigenkapital auf. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 kündigte der Konzern weitere Nettoinvestitionen von rund 70 Milliarden Dollar in Rechenzentren an, zusätzlich zu Kundenvorauszahlungen von 20 bis 25 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wuchs der Umsatz im Geschäftsjahr 2026 um 17 Prozent auf 67,4 Milliarden Dollar, das Cloud-Geschäft legte um 39 Prozent auf 34 Milliarden Dollar zu, und die offenen Auftragsbestände (Remaining Performance Obligations) stiegen auf 638 Milliarden Dollar. Als Grund für das Tempo nennt Oracle anhaltend hohe Nachfrage von Großkunden wie OpenAI, Meta und xAI nach Rechenkapazität, die das Angebot an eigenen und gemieteten Rechenzentren weiterhin übersteigt. Erst im Juli hatte die Ratingagentur S&P Global Oracles Kreditwürdigkeit wegen des OpenAI-Auftragsrisikos herabgestuft – ein Hinweis darauf, wie genau Investoren die Finanzierung des KI-Ausbaus inzwischen verfolgen.

Bericht nennt zweistellige Kürzungen in einzelnen Teams

Die Personalabteilung habe Führungskräfte angewiesen, betroffene Mitarbeitende zu benennen, berichtet Business Insider unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen und ein internes Dokument. Bei einzelnen Teams könnten die Kürzungen demnach zweistellige Prozentanteile erreichen. Oracle hatte im Geschäftsjahr 2026 bereits rund 21.000 der zuvor 162.000 Stellen abgebaut, ein Rückgang von etwa 13 Prozent auf rund 141.000 Beschäftigte weltweit; als Grund nannte der Konzern unter anderem den verstärkten Einsatz von KI-Technologien in den eigenen Abläufen. Für die bereits abgeschlossene Reduzierung zahlte Oracle rund 1,8 Milliarden Dollar an Abfindungen und sonstigen Trennungskosten, deutlich mehr als die 374 Millionen Dollar im Vorjahr; für laufende Restrukturierungen rechnet der Konzern mit Gesamtkosten von bis zu 2,1 Milliarden Dollar. Eine Stellungnahme zu dem aktuellen Bericht lehnte Oracle ab. Bereits im Frühjahr 2026 hatte der Konzern in mehreren Wellen Stellen vor allem in der Cloud-Sparte gestrichen, was Beobachter inzwischen als Muster wiederkehrender Einschnitte werten. An der Börse reagierten Anleger verhalten: Die Aktie war zuvor bereits auf ein 52-Wochen-Tief gefallen und legte nach Bekanntwerden der neuen Pläne im nachbörslichen Handel leicht zu.

Weitere Tech-Konzerne begründen Stellenabbau mit KI-Investitionen

Oracle reiht sich damit in eine wachsende Liste von Unternehmen ein, die 2026 Stellenabbau ausdrücklich mit KI-Investitionen begründen. Der israelische Softwareanbieter Monday.com strich im Juli rund 620 Stellen für den Umbau zu einer KI-gestützten Arbeitsplattform, während Visa am Hauptsitz in Foster City 320 Stellen strich und den verstärkten KI-Einsatz als einen der Gründe nannte. Analysten werten die Investitionen in Nvidia-Chips und den Ausbau eigener Rechenzentren bei Oracle als direkte Wette auf große KI-Kunden wie OpenAI und Meta, deren Aufträge einen Großteil der offenen Bestellungen ausmachen. Anders als bei Monday.com oder Visa steht bei Oracle nicht in erster Linie der Ersatz von Arbeitskraft durch KI-Software im Vordergrund, sondern die Umschichtung von Personalkosten hin zu Zinsen und Abschreibungen für die eigene Rechenzentrums-Infrastruktur.

Offen bleibt, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen und in welchen Bereichen – Oracle wollte sich dazu nicht äußern. Entscheidend wird, ob der Konzern die Kürzungen bei der für September erwarteten Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 offiziell bestätigt und ob sich das Muster damit als dauerhafte Strategie zur Finanzierung des KI-Baubooms verfestigt.

Häufige Fragen

Wie viele Stellen sind von dem geplanten Abbau betroffen?

Business Insider nennt keine Gesamtzahl, spricht aber von zweistelligen Prozentanteilen in einzelnen Teams. Oracle hat sich zu dem Bericht nicht offiziell geäußert.

Wann soll der Stellenabbau umgesetzt werden?

Laut dem internen Dokument soll die Reduzierung vor dem 1. September 2026 abgeschlossen sein, dem Start des zweiten Geschäftsquartals im Fiskaljahr 2027.

Warum braucht Oracle so viel Kapital für den KI-Ausbau?

Der Konzern baut Rechenzentren für Großkunden wie OpenAI und Meta aus und plant für 2027 zusätzliche Nettoinvestitionen von rund 70 Milliarden Dollar, größtenteils fremdfinanziert.

Begründen auch andere Unternehmen Stellenabbau mit KI-Investitionen?

Ja, 2026 haben unter anderem Monday.com und Visa Kürzungen ausdrücklich mit dem Umbau zu KI-gestützten Angeboten oder gestiegenen KI-Kosten begründet.

Wie hat die Oracle-Aktie auf die Berichte reagiert?

ORCL-Aktien legten nach der Meldung im nachbörslichen Handel leicht zu, nachdem der Kurs zuvor bereits auf ein 52-Wochen-Tief gefallen war.

Quellen (3)
  1. Business Insider: Oracle is planning another round of job cuts this month
  2. Oracle Investor Relations: Oracle Announces Record Q4 and FY 2026 Results
  3. Yahoo Finance: Oracle planning new round of layoffs in August 2026

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