OpenAI hat die Sprachfunktion von ChatGPT am 23. September 2026 um direkten Zugriff auf E-Mail, Kalender und Slack erweitert. Nutzerinnen und Nutzer sprechen Aufgaben aus, statt sie zu tippen, und wählen dafür zwischen den Modellen GPT-6 Astra, Sol und Luna. Im Arbeitsmodus ChatGPT Work entstehen auf Zuruf auch vollständige Dokumente und Tabellen.
Sprachmodus bindet E-Mail-Postfach und Kalender ein
Wer ChatGPT per Sprache anspricht, durchsucht damit das E-Mail-Postfach nach einer bestimmten Nachricht oder lässt sich sagen, ob schon jemand geantwortet hat. Ebenso findet die Sprachfunktion eine freie halbe Stunde im Kalender und trägt gleich einen Termin ein, in freigegebenen Slack-Kanälen sucht sie nach passenden Unterhaltungen. Wer unterwegs schnell wissen will, ob eine Kollegin auf eine wichtige Nachricht reagiert hat, muss dafür weder die App öffnen noch tippen. OpenAI kündigte die drei Plugins am 23. September 2026 auf der Plattform X an.
Für die gesprochenen Aufgaben stehen drei Modellvarianten der GPT-6-Reihe bereit: Astra für aufwendige Programmier- und Rechercheaufgaben sowie lange Dokumente, Sol für alltägliche Anfragen und das schlankere Luna für kurze Abfragen unterwegs. Im Arbeitsmodus ChatGPT Work, den OpenAI im Juli 2026 eingeführt hatte, lässt sich jetzt komplett per Sprache arbeiten: Auf Zuruf entstehen Dokumente, Präsentationen, Webseiten und Tabellen, auch mehrstufige Aufgaben im Browser starten per Wortbefehl. Bricht ein Sprachanruf vorzeitig ab, führt ChatGPT die begonnene Aufgabe schriftlich im Chat weiter.
Zugriff hängt vom gewählten Tarif ab
Den vollen Funktionsumfang erhalten nicht alle Konten gleichermaßen. Im kostenlosen Gratis-Tarif und im günstigeren Einstiegs-Abo Go verbindet sich die Sprachfunktion zwar mit den Plugins, der Arbeitsmodus ChatGPT Work bleibt dort aber gesperrt, das listet eine Tarifübersicht von How2Shout auf. Erst ab dem Plus-Abo für 20 US-Dollar im Monat und im teureren Pro-Tarif für 200 US-Dollar im Monat spricht der Arbeitsmodus vollständig mit.
Für Unternehmens- und Bildungskonten richten Administratorinnen und Administratoren eigene Freigaben ein und legen fest, welche Werkzeuge sich mit ChatGPT Work verbinden dürfen und welche Aktionen vorab eine Bestätigung brauchen, etwa bevor die KI eine E-Mail verschickt. Nutzerinnen und Nutzer behalten zusätzlich die Kontrolle darüber, welche Dienste ChatGPT einsehen darf und wann eine Rückfrage kommt. Einen vergleichbaren Sprachzugriff auf Gmail, Kalender und Slack hatte Anthropics Assistent Claude bereits im Juli 2026 eingeführt, dort zum Teil schon im kostenlosen Konto, während ChatGPT die Funktion an höhere Tarife bindet. Im August hatte OpenAI den Sprachmodus zunächst für Firmenkonten mit Dateien geöffnet, jetzt kommen Kalender, E-Mail und Slack als nächster Ausbauschritt hinzu.
Offen bleibt, wie zuverlässig sich die Sprachsteuerung bei längeren Aufgaben schlägt, die mehrere Dienste nacheinander verbinden. Eine Einschätzung von Superpower Daily mahnt, dass die bisher gezeigten Beispiele allein nicht belegen, wie stabil ChatGPT eine mehrstufige Kette aus Kalender, Postfach und Slack durchhält. Entscheidend wird damit, ob Unternehmen ihren Beschäftigten die nötigen Freigaben tatsächlich erteilen oder aus Sicherheitsbedenken zurückhaltend bleiben.


