KI-Praxis

Microsoft baut Word, Excel und PowerPoint fest in Copilot ein

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Microsoft teilt seinen KI-Assistenten Copilot in drei neue Bereiche auf: Home, Code und Autopilot. Word, Excel und PowerPoint laufen künftig direkt in der Oberfläche, der neue Agent Autopilot erledigt wiederkehrende Aufgaben eigenständig. Der Rollout startet in den kommenden Wochen zunächst im Frontier-Testprogramm für Geschäftskunden.

Das Microsoft-Logo prangt über einer offenen Tür, durch die Symbol-Figuren für Word, Excel und PowerPoint hineinlaufen, während im Hintergrund eine Roboterfigur mit Namensschild „Autopilot" allein am Schreibtisch weiterarbeitet. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Copilot gliedert sich künftig in Home, Code und Autopilot statt in einen einzigen Chat-Bereich.
  • Word, Excel und PowerPoint sind erstmals direkt in die Copilot-Oberfläche eingebettet, nicht nur verknüpft.
  • Der frühere Agent Scout heißt jetzt Autopilot und arbeitet dauerhaft im Hintergrund weiter.
  • Agentenfunktionen wie Cowork, Code und Autopilot werden künftig zusätzlich nutzungsbasiert abgerechnet.
  • Home und Code starten zunächst im Frontier-Programm, ein Termin für Deutschland fehlt noch.
  • Der Bereich Code lässt auch Nicht-Entwickler eigene Apps und Dashboards per Texteingabe bauen.

Microsoft baut seinen KI-Assistenten Copilot komplett neu und teilt ihn in die drei Bereiche Home, Code und Autopilot auf. Erstmals laufen Word, Excel und PowerPoint direkt in der Copilot-Oberfläche, während der neue Agent Autopilot wiederkehrende Aufgaben künftig eigenständig übernimmt. Der Umbau startet in den kommenden Wochen zunächst im Frontier-Testprogramm für Geschäftskunden.

Copilot bündelt Chat, Büroprogramme und Automatisierung an einem Ort

Der Bereich Home wird laut Microsoft zum neuen Startpunkt, an dem der Chat und die bisherige Automatisierungsfunktion Cowork zusammenlaufen. Über die Funktion „Office in Copilot” lassen sich Word-Dokumente entwerfen, Excel-Budgets modellieren und PowerPoint-Präsentationen bauen, ohne die einzelnen Programme einzeln zu öffnen. Neue Folien übernehmen dabei automatisch das hinterlegte Firmendesign, und mehrere Personen können gleichzeitig an derselben Datei arbeiten. Schon jetzt zeigt Copilot in Excel, wer zuletzt welche Zelle geändert hat – eine Funktion, die im neuen Home-Bereich weiterläuft und dort um die Anbindung an Word und PowerPoint ergänzt wird. Im August hatte Microsoft bereits die private und die berufliche Copilot-App zu einer einzigen App zusammengelegt; der jetzige Umbau baut auf dieser Konsolidierung auf und bringt die Office-Programme nun direkt in die neue Oberfläche. Für einfache Rückfragen bleibt der klassische Chat wie gewohnt erreichbar, komplexere Aufträge leitet Copilot laut Microsoft automatisch an das passende Werkzeug weiter. Zusätzlich ist die firmeneigene Wissenssuche Fabric IQ jetzt allgemein verfügbar; sie verknüpft Chat und Cowork mit internen Unternehmensdaten, damit Antworten nicht nur auf öffentlichem Wissen beruhen.

Autopilot arbeitet auch ohne neuen Auftrag selbstständig weiter

Der dritte Bereich, Autopilot, hieß bei seiner Vorstellung auf der Entwicklerkonferenz Build im Juni noch Scout und firmiert nun unter neuem Namen. Nutzende geben dem Agenten einen Namen, eine Rolle und ein Ziel; er beobachtet anschließend Kanäle, hakt bei offenen Rückfragen nach und nimmt liegen gebliebene Projekte nach mehreren Tagen von selbst wieder auf. Als Beispiel nennt Microsoft die Betreuung eines Lieferanten-Reviews: Autopilot plant Termine, bereitet Meetings vor und holt Rückmeldungen bei beteiligten Personen ein, ohne dass jemand den nächsten Schritt anstoßen muss. Der Bereich Code wiederum richtet sich an Beschäftigte außerhalb der Softwareentwicklung, die eine App, eine Tabelle oder ein Dashboard in Alltagssprache beschreiben und von Copilot bauen lassen können; die zugrunde liegende Technik stammt aus GitHub Copilot. Fertige Anwendungen laufen über die neue Copilot Managed Runtime innerhalb der Microsoft-365-Umgebung eines Unternehmens, sodass die IT-Abteilung die Kontrolle behält. Anders als der bisherige Chat ist Autopilot dauerhaft cloudseitig aktiv und muss nicht erst gestartet werden – die Beschäftigten öffnen die Anwendung lediglich, um Zwischenstände einzusehen oder neue Ziele festzulegen.

Nutzerlizenz bleibt bestehen, Agentenarbeit wird gesondert abgerechnet

An der bisherigen Preisstruktur ändert sich zunächst wenig: Chat und die Office-Anbindung laufen über die bekannte Nutzerlizenz, die für Geschäftskunden je nach Tarif bei 15,60 beziehungsweise 26 Euro pro Person und Monat liegt. Neu ist eine zusätzliche nutzungsbasierte Abrechnung für Agentenarbeit in Cowork, Code und Autopilot; eine automatische Modellauswahl wägt dabei Genauigkeit, Geschwindigkeit und Kosten je Anfrage ab. Konkrete Beträge für diese nutzungsbasierte Komponente nennt Microsoft im Blogeintrag nicht. Home und Code starten in den kommenden Wochen zunächst im Frontier-Programm für Geschäftskunden mit frühem Zugang, Autopilot wechselt Ende September in eine erweiterte Vorschauphase. Einen Starttermin für die reguläre, weltweite Verfügbarkeit oder für Deutschland und die EU im Speziellen nennt Microsoft bislang nicht – das bleibt offen. Bestehende Copilot-Kundinnen und -Kunden behalten ihre heutigen Funktionen zunächst unverändert, bis Microsoft ihr Firmenkonto auf die neue Oberfläche umstellt. Mit der gesplitteten Abrechnung folgt der Konzern einem branchenweiten Trend: Auch andere Anbieter von KI-Agenten koppeln die Kosten zunehmend an den tatsächlichen Verbrauch statt allein an feste Nutzerlizenzen.

Entscheidend wird, ob Autopilot im Arbeitsalltag tatsächlich ohne ständige Kontrolle zuverlässig läuft oder ob Beschäftigte seine Ergebnisse ähnlich häufig nachprüfen müssen wie bei früheren Copilot-Agentenfunktionen. Offen bleibt zudem, wann Firmen außerhalb des Frontier-Programms und speziell in Deutschland Zugriff auf die neue Oberfläche erhalten.

Häufige Fragen

Was kostet der neue Copilot mit Home, Code und Autopilot?

Chat und die Office-Anbindung bleiben Teil der bestehenden Nutzerlizenz ab 15,60 Euro pro Person und Monat im Business-Tarif. Für Agentenarbeit in Cowork, Code und Autopilot kommt zusätzlich eine nutzungsbasierte Abrechnung hinzu, deren genaue Sätze Microsoft noch nicht veröffentlicht hat.

Ist die neue Copilot-Oberfläche schon in Deutschland verfügbar?

Nein, Home und Code starten zunächst im Frontier-Programm für ausgewählte Geschäftskunden. Einen Termin für die reguläre Verfügbarkeit in Deutschland oder der übrigen EU nennt Microsoft bisher nicht.

Was unterscheidet Autopilot vom bisherigen Copilot-Chat?

Autopilot arbeitet nach einer einmaligen Zielvorgabe eigenständig weiter, statt bei jeder Aufgabe eine neue Anfrage zu benötigen. Der Agent beobachtet Kanäle, hakt bei offenen Rückfragen nach und nimmt Projekte auch nach mehreren Tagen selbstständig wieder auf.

Ersetzt der neue Bereich Code die eigenständige Nutzung von GitHub Copilot?

Nein, Code richtet sich vor allem an Beschäftigte außerhalb der Softwareentwicklung, die einfache Apps oder Dashboards per Texteingabe erstellen wollen. Die Technik dahinter stammt zwar aus GitHub Copilot, professionelle Entwicklungsteams nutzen weiterhin die separate GitHub-Copilot-Umgebung.

Was passiert mit der bisherigen getrennten Copilot-App?

Microsoft hatte die private und die berufliche Copilot-App bereits im August 2026 zu einer gemeinsamen App zusammengelegt. Der neue Home-Bereich baut auf dieser vereinten App auf und ergänzt sie um die direkte Word-, Excel- und PowerPoint-Anbindung.

Quellen (3)
  1. Introducing the new Copilot with Home, Code and Autopilot – The Official Microsoft Blog
  2. Microsoft 365 Copilot – Preispläne
  3. Microsoft Scout Leads Build Push Around Agentic AI – Redmondmag

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