KI-Praxis

ChatGPT öffnet Sprachmodus mit Dateien jetzt für Firmenkonten

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

ChatGPT lässt sich jetzt auch im Sprachmodus mit hochgeladenen Dateien füttern und antwortet per Zuruf auf Fragen dazu – neu auch für Firmen- und Bildungskonten, die bislang außen vor waren. Wer unterwegs ist, kann sich Rechnungen, Protokolle oder Verträge vorlesen und erklären lassen, ohne zu tippen. Der Umbau läuft laut OpenAI weltweit und kostet in der Basisversion nichts zusätzlich.

Eine Angestellte geht mit Kopfhörern und Smartphone über einen Flur, aus dem Handy schwebt eine Sprechblase mit Dokument-Symbol, daneben ein ChatGPT-Logo-Sticker Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Im ChatGPT-Sprachmodus lassen sich jetzt Dateien hochladen und per gesprochener Frage auswerten.
  • Sprachmodus funktioniert erstmals auch in Projekten, inklusive Zugriff auf frühere Chats und Quellen.
  • Business-, Enterprise- und Bildungskonten erhalten die komplette Funktion erstmals – bislang fehlte ihnen der Sprachzugang.
  • Nutzbar in der ChatGPT-App für Mac, Windows, iOS und Android sowie im Browser auf chatgpt.com.
  • Kostenlose Konten hören mit dem einfacheren Modell GPT-Live-1 mini, Bezahlkonten mit der Vollversion.
  • Ein festes Startdatum für Deutschland nennt OpenAI nicht, spricht aber von weltweitem Rollout.

OpenAI hat den Sprachmodus von ChatGPT um zwei Funktionen erweitert: Wer per Zuruf mit der KI spricht, kann jetzt eine Datei hochladen und Fragen dazu stellen, außerdem lässt sich Sprache erstmals auch in Projekten nutzen. Neu ist die komplette Funktion auch für Business-, Enterprise- und Bildungskonten, die bislang keinen Sprachzugriff hatten.

ChatGPT hört jetzt auch hochgeladene Dokumente

Bisher funktionierte der Sprachmodus von ChatGPT wie ein Telefonat: Man sprach, die KI antwortete, Dokumente blieben außen vor. Laut den Versionshinweisen von OpenAI lässt sich mitten im Gespräch jetzt eine Datei hochladen – ein PDF, ein Word-Dokument oder das Foto eines Ausdrucks –, und die KI liest den Inhalt aus und beantwortet Fragen dazu.

Neu ist außerdem, dass sich der Sprachmodus in „Projekten” nutzen lässt – den Themenordnern, in denen ChatGPT mehrere Chats, Dateien und feste Anweisungen zu einem Vorgang bündelt. Wer etwa einen Projektordner für die Monatsabrechnung angelegt hat, kann per Sprache auf die dort hinterlegten Unterlagen zugreifen, statt jedes Mal neu zu erklären, worum es geht.

Angetrieben wird die Sprachausgabe vom Modell GPT-Live-1, das gleichzeitig zuhören und sprechen kann. Dadurch wirken Unterbrechungen und Zwischenfragen natürlicher als bei der bisherigen Sprachfunktion.

Unterwegs erledigt der Sprachmodus die Dokumentenprüfung

Eine Sachbearbeiterin aus der Buchhaltung erhält auf dem Weg zu einem Termin eine PDF-Rechnung per E-Mail. Statt anzuhalten und zu tippen, öffnet sie ChatGPT, aktiviert den Sprachmodus, lädt die Rechnung hoch und fragt: „Wie hoch ist der Betrag inklusive Mehrwertsteuer, und stimmt die IBAN mit der vom letzten Mal überein?” Die KI liest das Dokument aus und antwortet direkt per Sprache – die Prüfung ist erledigt, bevor die Bahn abfährt.

So lässt sich die Funktion starten:

  1. ChatGPT-App auf dem Smartphone, im Browser oder auf dem Desktop öffnen.
  2. Sprachmodus über das Mikrofon-Symbol aktivieren.
  3. Während des Gesprächs das Upload-Symbol antippen und die gewünschte Datei auswählen.
  4. Frage zur Datei laut stellen, etwa nach Summen, Fristen oder Widersprüchen.
  5. Bei Bedarf im zugehörigen Projektordner weiterarbeiten.

Ähnlich hilfreich ist das bei Besprechungsprotokollen, Verträgen oder Angebotsschreiben: Wer unterwegs ist oder beide Hände braucht, bekommt den Inhalt vorgelesen und kann direkt nachfragen.

Firmenkonten erhalten die Funktion jetzt ebenfalls

Bislang war der Sprachmodus vor allem privaten Konten vorbehalten – Business-, Enterprise- und Bildungskonten (Edu) blieben beim Start im Juli außen vor. Das hat sich geändert: Laut OpenAI läuft die Funktion inklusive Datei-Upload und Projekt-Zugriff inzwischen weltweit auch für Firmen- und Bildungskonten.

Kostenlose Konten, für die OpenAI seit 10. August auch das Nachrichtenlimit aufgehoben hat, nutzen dabei das einfachere Modell GPT-Live-1 mini, zahlende Konten – Plus, Pro, Business und Enterprise – die ausführlichere Version GPT-Live-1. Ein Aufpreis für die neue Funktion selbst fällt nicht an. Firmenkonten müssen die Freischaltung in der Regel über die eigene IT-Abteilung einrichten lassen, ähnlich wie es bereits bei den neuen ChatGPT-Folien für PowerPoint mit Business-Guthaben gehandhabt wird.

Verfügbar ist der Sprachmodus in der ChatGPT-App für Mac, Windows, iOS und Android sowie im Browser auf chatgpt.com. Die erweiterte Sprachfunktion ließ sich in Europa zeitweise nur über Umwege nutzen – dieses Hindernis ist inzwischen beseitigt.

Entscheidend wird, wie zuverlässig die KI bei längeren oder unübersichtlichen Dokumenten bleibt – frühere Sprachversionen taten sich mit komplexen Tabellen und kleingedrucktem Text schwer. Wer Kunden- oder Vertragsunterlagen per Sprache auswerten lässt, sollte vorher mit der eigenen IT oder Compliance-Abteilung klären, ob interne Datenschutzregeln das erlauben. Zur ursprünglichen Einführung von GPT-Live gab es bereits Diskussionen über die psychologischen Risiken vermenschlichter KI-Stimmen – die bleiben auch mit den neuen Funktionen bestehen. Offen bleibt zudem, wann OpenAI ein festes Startdatum für Deutschland nennt – bislang ist nur von einem weltweiten Rollout die Rede, ohne Kalenderangabe.

Häufige Fragen

Was kostet die neue Funktion?

In der kostenlosen Version ist sie bereits enthalten, allerdings mit dem einfacheren Sprachmodell GPT-Live-1 mini. Zahlende Konten wie Plus, Pro, Business und Enterprise nutzen die Vollversion ohne Aufpreis.

Brauche ich ein Abo oder ein Konto?

Ein ChatGPT-Konto reicht, auch das kostenlose Basiskonto funktioniert bereits. Firmenkonten benötigen einen Business-, Enterprise- oder Edu-Zugang, den in der Regel die IT-Abteilung einrichtet.

Ist die Funktion auf Deutsch beziehungsweise in der EU verfügbar?

OpenAI spricht von einem weltweiten Rollout. Frühere Einschränkungen des Sprachmodus in Europa sind laut Berichten mittlerweile aufgehoben.

Darf ich Firmen- oder Kundendaten in den Sprachmodus laden?

Technisch ist das möglich, betriebliche Vorgaben zum Umgang mit sensiblen Dokumenten sollten aber vorher mit der IT oder Compliance-Abteilung geklärt werden.

Wie unterscheidet sich das von der bisherigen ChatGPT-Sprachfunktion?

Bisher ließ sich per Sprache nur chatten. Jetzt lassen sich zusätzlich hochgeladene Dateien besprechen und laufende Projekte per Zuruf weiterführen.

Quellen (4)
  1. OpenAI Help Center – ChatGPT Release Notes
  2. OpenAI Help Center – ChatGPT Business Release Notes
  3. TechRadar – Europe can use ChatGPT Advanced Voice mode without a VPN
  4. 9to5Mac – OpenAI updating ChatGPT desktop app with GPT Voice for talking through work

Dein KI-Update für die Arbeitswoche

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der KI-Welt – plus ein Praxis-Tipp zum direkt Ausprobieren. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.

← Zurück zum Blog