OpenAI hat ChatGPT direkt in Microsoft PowerPoint eingebaut. Ein kostenloses Zusatzprogramm blendet eine ChatGPT-Seitenleiste ein, die aus Stichpunkten oder Word-Dateien fertige Folien baut und bestehende Präsentationen überarbeitet. Für Firmenkunden mit Business- oder Enterprise-Lizenz endet heute, am 6. August 2026, die bisher kostenlose Testphase der Funktion.
ChatGPT bekommt eine eigene Seitenleiste in PowerPoint
Das neue Zusatzprogramm heißt „ChatGPT für PowerPoint” und läuft, wie OpenAI auf der eigenen Hilfeseite beschreibt, direkt in der geöffneten Präsentationsdatei statt in einem separaten Fenster. Wer Stichpunkte, einen Word-Bericht oder eine Excel-Tabelle in die Seitenleiste einfügt, bekommt einen ersten Foliensatz, dessen Texte, Bilder und Layout sich anschließend normal von Hand weiterbearbeiten lassen.
Ebenso lässt sich eine fertige Präsentation überarbeiten: Die KI ergänzt einzelne Folien, beantwortet Fragen zum roten Faden und weist vor einem Kundentermin auf Lücken in der Argumentation hin. Seit Anfang Juli ist die Funktion für Firmenkonten allgemein freigegeben, Ende Mai konnten einzelne Testnutzerinnen und -nutzer sie erstmals ausprobieren.
Einen ähnlichen Weg zu fertigen Folien bietet inzwischen auch Microsofts eigenes Copilot in PowerPoint, das Word-Berichte automatisch in Präsentationen verwandelt. ChatGPT für PowerPoint kommt dagegen von OpenAI und läuft unabhängig von einem Microsoft-365-Abo, solange ein ChatGPT-Konto vorhanden ist. Auch bei anderen Büroaufgaben verbindet ChatGPT inzwischen Office-Dateien direkt mit der KI, etwa beim automatischen Umwandeln von PDF-Rechnungen in Excel-Tabellen.
Für wiederkehrende Aufgaben lassen sich in der Seitenleiste feste Vorlagen speichern, sogenannte Skills. Sie legen Layout- und Formulierungsregeln einmal fest und wenden sie danach bei jeder neuen Folie automatisch an.
So entsteht eine Präsentation aus Stichpunkten
Ein Beispiel aus dem Controlling: Eine Sachbearbeiterin trägt die Kennzahlen des Monatsabschlusses in eine Tabelle ein und fügt sie zusammen mit der Firmenvorlage in die ChatGPT-Seitenleiste ein. Innerhalb weniger Minuten entsteht ein erster Foliensatz mit Diagrammen, Kommentartext und der gewohnten Formatierung, den sie danach nur noch prüft und feinjustiert. Beim nächsten Monatsabschluss ruft sie dieselbe gespeicherte Vorlage erneut auf und spart sich den Aufbau von Grund auf.
So richtet sich das Add-in ein:
- Microsoft PowerPoint öffnen und im Menüband auf „Start” gehen.
- Den Bereich „Add-Ins” öffnen und nach „ChatGPT” suchen.
- Das Add-in hinzufügen und über das Menüband öffnen.
- Mit dem vorhandenen ChatGPT-Konto anmelden (Free, Plus, Pro, Business oder Enterprise).
- Stichpunkte, eine Datei oder eine kurze Beschreibung eingeben und den ersten Folienentwurf abwarten.
Wer die Funktion zuerst unverbindlich testen möchte, braucht dafür kein Firmenkonto – ein kostenloses ChatGPT-Konto genügt für den Einstieg.
So viel kostet die Nutzung ab heute
Das Add-in steht laut OpenAI allen Tarifen offen: vom kostenlosen Zugang über Plus und Pro bis zu Business, Enterprise sowie den Bildungstarifen Edu und K-12. Im kostenlosen Tarif und im günstigen Einstiegstarif Go gilt dabei ein enges monatliches Nutzungslimit, bei Plus, Pro und Business teilt sich die Funktion ein gemeinsames Kontingent mit anderen KI-Aufgaben.
Für Business- und Enterprise-Kunden war die Nutzung bislang komplett kostenlos. Diese Testphase endet nach Angaben von OpenAI heute, am 6. August 2026: Ab sofort verbraucht jede Aufgabe Guthabenpunkte aus dem gemeinsamen Firmenkonto, wie es bereits bei ChatGPT für Excel und Tabellen der Fall ist. Laut unabhängigen Fachmedien-Berichten koste eine typische Folienaufgabe zwischen zehn und fünfzig Guthabenpunkte – unabhängig nicht verifiziert, da OpenAI selbst keine öffentliche Preistabelle mit Beispielrechnungen nennt.
Eine Einschränkung nach Land oder Sprache nennt OpenAI nicht. Das Add-in lässt sich auch mit einem deutschsprachigen PowerPoint und einem Konto aus Deutschland installieren, offizielle Hinweise zu einer EU-spezifischen Einschränkung fehlen bislang.
Entscheidend wird, ob Teams die gespeicherten Skills-Vorlagen nutzen, um die Kosten nach dem Ende der Gratisphase im Rahmen zu halten, oder ob Business-Kunden die Funktion nach der Umstellung seltener einsetzen. Offen bleibt zudem, wie zuverlässig das Add-in mit komplexen Diagrammen, Firmenvorlagen und Animationen umgeht – OpenAI selbst rate ausdrücklich zu einer Prüfung der Ergebnisse vor dem Versand an Kundinnen und Kunden. Wer vertrauliche Zahlen oder Kundendaten in die Seitenleiste einfügt, sollte vorher mit der eigenen IT- oder Datenschutzabteilung klären, ob ein passend eingerichtetes Firmenkonto vorliegt.


