Google rollt seine KI Gemini jetzt auch in der Android-App von Google Sheets aus – wer unterwegs ist, kann Tabellen per Zuruf auswerten lassen. Seit dem 9. September 2026 kommt die Funktion schrittweise auf alle Geräte, bis Ende des Monats soll sie flächendeckend verfügbar sein. Bearbeiten und neue Formeln bleiben vorerst der Computer-Version vorbehalten.
Gemini beantwortet Tabellenfragen direkt auf dem Smartphone
Bislang war die KI-Auswertung von Google-Tabellen fast ausschließlich am Computer möglich. Das ändert sich jetzt: In der Sheets-App für Android taucht ein kleines Gemini-Symbol auf, über das sich Fragen zu einer geöffneten Tabelle stellen lassen. Vorgeschlagen werden laut Google etwa „Fasse diese Tabelle zusammen” oder „Analysiere die wichtigsten Erkenntnisse”. Erst vor wenigen Tagen hatte Google zudem das Zellenlimit in Google Sheets verdoppelt – wer große Tabellen pflegt, bekommt damit gleich zwei Verbesserungen in kurzer Zeit.
Die Antworten erscheinen als Fließtext direkt neben der Tabelle, wahlweise lässt sich daraus auch ein Diagramm erzeugen. Wer beispielsweise eine Ausgabenliste, eine Inventur oder eine Projektübersicht in Sheets pflegt, muss die Zahlen damit nicht mehr selbst durchgehen, um Auffälligkeiten zu finden – die KI fasst Trends und Ausreißer in normaler Sprache zusammen. Noch nicht möglich ist es, über die App Zellen zu bearbeiten, Formatierungen zu ändern oder neue Formeln erzeugen zu lassen; dafür ist weiterhin die Weboberfläche am Rechner nötig.
Im Arbeitsalltag zahlt sich das vor allem unterwegs aus
Der praktische Nutzen liegt weniger in neuen Rechenfunktionen als im Ort der Nutzung: Wer auf dem Weg zu einem Kundentermin schnell noch die aktuellen Umsatzzahlen prüfen will, muss dafür kein Notebook mehr aufklappen. Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Mitarbeiterin im Vertriebsinnendienst öffnet vor einem Telefonat mit einer Kundin die gemeinsam gepflegte Bestellliste auf dem Diensthandy und lässt sich von Gemini in einem Satz zusammenfassen, welche Positionen noch offen sind – ohne selbst durch hunderte Zeilen zu scrollen.
Auch für Rückfragen in Meetings eignet sich die Funktion: Statt eine Tabelle erst am Rechner zu öffnen, tippt man die Frage direkt ins Smartphone und bekommt eine Antwort in Alltagssprache statt einer rohen Zahlenkolonne. Google bringt seine KI damit auf denselben Weg wie zuvor schon bei Google Drive, wo Gemini seit Ende Juni ebenfalls schrittweise auf Mobilgeräten Fragen zu mehreren Dateien beantwortet. Für tiefergehende Änderungen an der Tabelle führt an der Web-Version aber weiterhin kein Weg vorbei.
Kostenlos gibt es die Funktion nicht
Zugang zu Gemini in Google Sheets auf Android haben nur zahlende Kundinnen und Kunden: Firmenkonten mit Google Workspace Business Standard oder Plus, Enterprise Standard oder Plus sowie Bildungseinrichtungen mit Google AI Pro for Education. Privatpersonen benötigen ein Abo von Google AI Pro oder Google AI Ultra. Ein kostenloses Google-Konto reicht nicht aus. Details zur Bedienung listet Googles Hilfeseite zu Gemini in Sheets auf.
So lässt sich die Funktion finden und starten:
- Google-Sheets-App auf dem Android-Gerät auf die neueste Version aktualisieren.
- Eine vorhandene Tabelle öffnen.
- Auf das Gemini-Symbol (funkelnder Stern) tippen.
- Eine der vorgeschlagenen Fragen auswählen oder eine eigene Frage eintippen.
- Antwort und gegebenenfalls Diagramm direkt in der App prüfen.
Der Rollout kann laut Google bis zu fünfzehn Tage dauern, bis die Funktion auf allen berechtigten Konten erscheint – wer sie am 9. September noch nicht sah, sollte sie inzwischen finden.
Entscheidend wird, ob Google die mobile Version bald um echte Bearbeitungsfunktionen erweitert oder bei der reinen Auswertung bleibt; eine iOS-Fassung hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt. Wer über die Funktion Kunden- oder Firmendaten auswerten lässt, sollte vorher die internen Vorgaben zum Umgang mit sensiblen Tabelleninhalten prüfen, da die Daten für die Analyse an Google übermittelt werden.


