KI-Praxis

Gemini wertet Google-Tabellen jetzt auch auf dem Handy aus

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Google bringt seine KI Gemini erstmals in die Android-App von Google Sheets: Unterwegs lassen sich Tabellen per Zuruf zusammenfassen und in Diagramme verwandeln, ganz ohne Laptop. Der Rollout läuft seit dem 9. September 2026 und soll bis Monatsende abgeschlossen sein. Bearbeiten und Formeln bleiben der Web-Version vorbehalten, ein Gratis-Konto reicht für den Zugang nicht.

Eine Hand hält im Büro ein Smartphone mit geöffneter Google-Sheets-Tabelle, daneben ein funkelndes Gemini-Symbol, aus dem ein Balkendiagramm entsteht Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Gemini ist jetzt auch in der Android-App von Google Sheets nutzbar, nicht nur am Computer.
  • Der Rollout läuft seit 9. September 2026 und soll bis Ende September abgeschlossen sein.
  • Per Zuruf lassen sich Tabellen zusammenfassen, Trends erkennen und Diagramme erzeugen.
  • Bearbeiten, Formatieren und neue Formeln funktionieren mobil noch nicht – dafür bleibt der Browser nötig.
  • Zugang gibt es nur mit kostenpflichtigem Workspace- oder Google-AI-Abo, ein Gratis-Konto reicht nicht.
  • Eine iOS-Version der Funktion hat Google bisher nicht angekündigt.

Google rollt seine KI Gemini jetzt auch in der Android-App von Google Sheets aus – wer unterwegs ist, kann Tabellen per Zuruf auswerten lassen. Seit dem 9. September 2026 kommt die Funktion schrittweise auf alle Geräte, bis Ende des Monats soll sie flächendeckend verfügbar sein. Bearbeiten und neue Formeln bleiben vorerst der Computer-Version vorbehalten.

Gemini beantwortet Tabellenfragen direkt auf dem Smartphone

Bislang war die KI-Auswertung von Google-Tabellen fast ausschließlich am Computer möglich. Das ändert sich jetzt: In der Sheets-App für Android taucht ein kleines Gemini-Symbol auf, über das sich Fragen zu einer geöffneten Tabelle stellen lassen. Vorgeschlagen werden laut Google etwa „Fasse diese Tabelle zusammen” oder „Analysiere die wichtigsten Erkenntnisse”. Erst vor wenigen Tagen hatte Google zudem das Zellenlimit in Google Sheets verdoppelt – wer große Tabellen pflegt, bekommt damit gleich zwei Verbesserungen in kurzer Zeit.

Die Antworten erscheinen als Fließtext direkt neben der Tabelle, wahlweise lässt sich daraus auch ein Diagramm erzeugen. Wer beispielsweise eine Ausgabenliste, eine Inventur oder eine Projektübersicht in Sheets pflegt, muss die Zahlen damit nicht mehr selbst durchgehen, um Auffälligkeiten zu finden – die KI fasst Trends und Ausreißer in normaler Sprache zusammen. Noch nicht möglich ist es, über die App Zellen zu bearbeiten, Formatierungen zu ändern oder neue Formeln erzeugen zu lassen; dafür ist weiterhin die Weboberfläche am Rechner nötig.

Im Arbeitsalltag zahlt sich das vor allem unterwegs aus

Der praktische Nutzen liegt weniger in neuen Rechenfunktionen als im Ort der Nutzung: Wer auf dem Weg zu einem Kundentermin schnell noch die aktuellen Umsatzzahlen prüfen will, muss dafür kein Notebook mehr aufklappen. Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Mitarbeiterin im Vertriebsinnendienst öffnet vor einem Telefonat mit einer Kundin die gemeinsam gepflegte Bestellliste auf dem Diensthandy und lässt sich von Gemini in einem Satz zusammenfassen, welche Positionen noch offen sind – ohne selbst durch hunderte Zeilen zu scrollen.

Auch für Rückfragen in Meetings eignet sich die Funktion: Statt eine Tabelle erst am Rechner zu öffnen, tippt man die Frage direkt ins Smartphone und bekommt eine Antwort in Alltagssprache statt einer rohen Zahlenkolonne. Google bringt seine KI damit auf denselben Weg wie zuvor schon bei Google Drive, wo Gemini seit Ende Juni ebenfalls schrittweise auf Mobilgeräten Fragen zu mehreren Dateien beantwortet. Für tiefergehende Änderungen an der Tabelle führt an der Web-Version aber weiterhin kein Weg vorbei.

Kostenlos gibt es die Funktion nicht

Zugang zu Gemini in Google Sheets auf Android haben nur zahlende Kundinnen und Kunden: Firmenkonten mit Google Workspace Business Standard oder Plus, Enterprise Standard oder Plus sowie Bildungseinrichtungen mit Google AI Pro for Education. Privatpersonen benötigen ein Abo von Google AI Pro oder Google AI Ultra. Ein kostenloses Google-Konto reicht nicht aus. Details zur Bedienung listet Googles Hilfeseite zu Gemini in Sheets auf.

So lässt sich die Funktion finden und starten:

  1. Google-Sheets-App auf dem Android-Gerät auf die neueste Version aktualisieren.
  2. Eine vorhandene Tabelle öffnen.
  3. Auf das Gemini-Symbol (funkelnder Stern) tippen.
  4. Eine der vorgeschlagenen Fragen auswählen oder eine eigene Frage eintippen.
  5. Antwort und gegebenenfalls Diagramm direkt in der App prüfen.

Der Rollout kann laut Google bis zu fünfzehn Tage dauern, bis die Funktion auf allen berechtigten Konten erscheint – wer sie am 9. September noch nicht sah, sollte sie inzwischen finden.

Entscheidend wird, ob Google die mobile Version bald um echte Bearbeitungsfunktionen erweitert oder bei der reinen Auswertung bleibt; eine iOS-Fassung hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt. Wer über die Funktion Kunden- oder Firmendaten auswerten lässt, sollte vorher die internen Vorgaben zum Umgang mit sensiblen Tabelleninhalten prüfen, da die Daten für die Analyse an Google übermittelt werden.

Häufige Fragen

Was kostet die neue Funktion?

Ein Gratis-Google-Konto reicht nicht aus. Nötig ist ein bezahltes Abo wie Google Workspace Business oder Enterprise, Google AI Pro oder Google AI Ultra.

Brauche ich ein Firmenkonto oder reicht ein privates Google-Konto?

Beides funktioniert, solange ein passendes Bezahl-Abo hinterlegt ist – für Firmen zählt Workspace Business oder Enterprise, für Privatpersonen Google AI Pro oder Ultra.

Ist die Funktion auf Deutsch nutzbar?

Gemini in Google Sheets unterstützt am Computer bereits zahlreiche Sprachen einschließlich Deutsch. Für die neue Android-Version hat Google die unterstützten Sprachen bislang nicht einzeln aufgeschlüsselt.

Darf ich damit Firmen- oder Kundendaten auswerten?

Technisch lassen sich beliebige Tabelleninhalte abfragen. Für sensible Firmen- oder Kundendaten gelten aber die internen Datenschutzvorgaben des jeweiligen Arbeitgebers – im Zweifel vorher intern klären.

Was ist der Unterschied zu Copilot in Excel?

Copilot in Excel bietet ähnliche Analysefunktionen für Microsoft-Tabellen. Die mobile Version von Gemini in Sheets ist bislang stärker auf Auswertung statt Bearbeitung ausgelegt.

Quellen (3)
  1. Google Workspace Updates: Gemini in Google Sheets is now available on Android devices
  2. Google-Hilfe: Mit Gemini in Google Sheets zusammenarbeiten
  3. Google Sheets: Gemini startet auf Android-Geräten

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