Der Kölner Sprachdienst DeepL erweitert seine Meeting-Übersetzung DeepL Voice: Statt einer synthetischen Stimme hören Teilnehmende künftig den echten Tonfall, das Sprechtempo und die individuelle Stimme der jeweils sprechenden Person – über Sprachgrenzen hinweg. Die Technik ist bereits in Microsoft Teams, Zoom und Google Meet eingebaut. Wer sie einrichtet, braucht dafür ein kostenpflichtiges DeepL-Voice-Abo.
DeepL Voice behält jetzt die eigene Stimme
Bisher ersetzten Live-Übersetzungsdienste die Originalstimme meist durch eine neutrale Computerstimme, die alle Sprecherinnen und Sprecher gleich klingen ließ. DeepL Voice arbeitet jetzt mit neuen Sprachmodellen, die laut DeepL Tonfall, Sprechtempo, Rhythmus und Intonation jeder Person erkennen und in die Zielsprache übertragen. Wer auf Deutsch zögerlich oder begeistert klingt, soll das künftig auch im französischen oder spanischen Mitschnitt hören.
Auch heise online bestätigt, dass die neuen Modelle mehrere Sprecherinnen und Sprecher in einem Gespräch auseinanderhalten sollen, statt sie zu einer einzigen KI-Stimme zu verschmelzen. Die Funktion deckt zum Start rund ein Dutzend Sprachen ab, darunter Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Für die reine Übersetzung unterstützt DeepL Voice insgesamt mehr als vierzig Sprachen.
So läuft die Übersetzung im Meeting ab
Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Assistenz organisiert ein einstündiges Kick-off-Gespräch mit einem Lieferanten aus Frankreich und Kolleginnen aus Polen. Statt ein Dolmetscher-Büro zu beauftragen, verbindet sie das Teams-Meeting einmal mit DeepL Voice. Jede Person hört die anderen automatisch in der eigenen Sprache – der Lieferant auf Französisch, die Kolleginnen auf Polnisch –, während erkennbar bleibt, wer gerade spricht und in welchem Ton.
Ähnliches gibt es bereits nach dem Gespräch: Microsoft Teams zeigt Besprechungsprotokolle inzwischen automatisch in der Sprache jeder teilnehmenden Person. DeepL Voice ergänzt das nun um die Live-Verständigung während des Gesprächs selbst.
So richtet man DeepL Voice für ein Meeting ein:
- Meeting-Link in der DeepL-Voice-App oder im Web erstellen.
- Link in die Kalendereinladung oder den Teams-Chat einfügen.
- DeepL-Bot in die laufende Besprechung einladen.
- Eigene Sprache im Bot-Fenster auswählen.
- Übersetzung live mitlesen oder mithören – ganz ohne eigenes DeepL-Konto.
Nur die Organisatorin braucht ein bezahltes Abo
DeepL Voice funktioniert laut Hilfe-Center des Anbieters unterschiedlich für Organisatorinnen und Gäste: Nur wer ein Meeting einrichtet, benötigt ein kostenpflichtiges DeepL-Voice-Abo. Eingeladene Teilnehmende folgen der Übersetzung über den geteilten Link, ohne ein eigenes Konto anzulegen oder zu zahlen. Einen konkreten Euro-Preis nennt DeepL öffentlich nicht, ein kostenloses Probeabo lässt sich vorab testen.
Nach demselben Prinzip – Basisfunktion kostenlos, mehr Umfang gegen Abo – arbeiten bereits DeepL Write für Geschäftstexte und die Dokumentübersetzung ohne Formatverlust. Verfügbar ist DeepL Voice als Desktop-App für Windows und Mac, als mobile App sowie im Browser, jeweils mit Anbindung an Microsoft Teams, Zoom und Google Meet. Das Unternehmen mit Sitz in Köln bietet die Funktion direkt für den deutschen und europäischen Markt an.
Entscheidend wird, ob sich die Stimmerhaltung im hektischen Meeting-Alltag genauso zuverlässig anhört wie in den von DeepL vorgeführten Beispielen – unabhängige Tests dazu stehen noch aus. Offen bleibt zudem, wie DeepL mit vertraulichen Kundengesprächen über die Voice-Funktion umgeht; für sensible Themen lohnt vorher ein Blick in die eigenen internen Datenschutzvorgaben, auch wenn DeepL für seine Textprodukte seit Langem mit DSGVO-konformer Verarbeitung wirbt.


