OpenAI hat ChatGPT ab dem 17. September 2026 direkt in Microsoft Word eingebaut: Eine neue Seitenleiste entwirft dort Texte aus Stichpunkten, kürzt lange Dokumente und passt Überschriften an. Die Funktion kostet nichts extra und läuft schon mit dem kostenlosen ChatGPT-Konto, eine gültige Word-Lizenz vorausgesetzt.
ChatGPT zieht als Seitenleiste in Word ein
Bislang mussten Word-Nutzerinnen und -Nutzer für ChatGPT-Hilfe in den Browser wechseln, den Text kopieren und das Ergebnis zurück ins Dokument einfügen. Das entfällt jetzt: Laut den offiziellen Release Notes von OpenAI öffnet sich ChatGPT als eigenes Fenster direkt neben dem Word-Dokument.
Von dort aus lassen sich Stichpunkte in einen vollständigen Text verwandeln, markierte Passagen umformulieren, ganze Dokumente zusammenfassen oder Überschriften und Absätze neu ordnen. Das Gespräch mit ChatGPT bleibt dabei erhalten, sodass sich ein Ergebnis in mehreren Schritten nachbessern lässt, ohne den Auftrag jedes Mal neu zu formulieren. Word reiht sich damit in dieselbe Add-in-Familie ein wie ChatGPT für PowerPoint, das seit August ähnlich funktioniert, sowie ChatGPT für Excel. Technisch ist es ein offizielles Microsoft-Add-in, gelistet im Microsoft Marketplace.
Die Seitenleiste entwirft Briefe und Berichte aus Stichpunkten
Im Arbeitsalltag spart das vor allem den Wechsel zwischen Programmen und das mühsame Nachformatieren kopierter Texte. Wer sonst Notizen aus einer Besprechung erst im Browser in Form bringen und danach ins Dokument einfügen musste, bleibt jetzt durchgehend in Word. Eine Assistenz hat sich in einer Kundenbesprechung nur Stichpunkte notiert: Fristverlängerung gewünscht, Liefertermin auf November verschoben, neuer Ansprechpartner beim Kunden.
Sie öffnet die ChatGPT-Seitenleiste direkt in ihrem leeren Word-Dokument, fügt die Notizen ein und bittet um ein förmliches Kundenschreiben mit Betreff und Grußformel. Innerhalb weniger Sekunden steht ein vollständig formatierter Brief im Dokument, den sie nur noch prüfen, an die Firmensprache anpassen und absenden muss.
Ähnlich lässt sich ein zwanzigseitiger Bericht auf eine Seite mit den wichtigsten Punkten zusammenfassen, ohne den Text vorher irgendwo hochzuladen. Auch beim Feinschliff hilft die Seitenleiste: Wer einen Absatz markiert und um einen sachlicheren Ton bittet, erhält die Änderung direkt an der markierten Stelle, statt sie von Hand aus einem Chatfenster herüberzukopieren.
Die Word-Funktion kostet nichts im Basiskonto
Das Add-in lässt sich mit jedem ChatGPT-Konto nutzen, einschließlich der kostenlosen Stufe – lediglich das übliche Nachrichtenlimit des jeweiligen Plans gilt auch hier. Kostenlose Konten und das günstige Go-Abo arbeiten dabei mit dem Modell GPT-5.6 Luna, Plus- und Pro-Kundschaft kann zwischen mehreren Modellen wählen. Firmenkunden mit Enterprise-Lizenz testen laut OpenAI bis zum 30. September 2026 zusätzlich kostenlos das stärkere Modell GPT-5.6 Sol in Word. Eine Länderbeschränkung nennt OpenAI für die Word-Anbindung nicht, sodass sie auch in Deutschland nutzbar sein sollte.
So richtet sich die Funktion ein:
- In Word über “Einfügen” oder “Start” den Bereich “Add-Ins” öffnen.
- Im Add-in-Store nach “ChatGPT” suchen und das offizielle OpenAI-Add-in hinzufügen.
- Mit dem bestehenden ChatGPT-Konto anmelden (Free, Go, Plus, Pro oder Business/Enterprise).
- Die Seitenleiste über das ChatGPT-Symbol in der Menüleiste öffnen.
- Stichpunkte einfügen oder eine Aufgabe wie “Fasse das Dokument zusammen” eingeben.
Eine gültige Word-Lizenz bleibt weiterhin Voraussetzung, denn das Add-in ersetzt kein eigenständiges Word. Wer bereits Copilot in Word nutzt, bekommt mit der ChatGPT-Seitenleiste eine zweite, unabhängige Option daneben – etwa wenn die teurere Copilot-Lizenz fehlt oder ein anderer Schreibstil gefragt ist, wie schon bei Copilots eigener Serienbrief-Funktion sichtbar wurde.
Entscheidend wird, wie zuverlässig die Seitenleiste mit vertraulichen Vertrags- oder Kundendaten im Dokument umgeht – wer mit Firmeninterna arbeitet, sollte vor der ersten Nutzung die internen Vorgaben zum Umgang mit KI-Werkzeugen prüfen. Offen bleibt zudem, ob OpenAI die Funktion in den kommenden Wochen um deutschsprachige Vorlagen oder eine engere Anbindung an Outlook-Kontakte erweitert.


