Google hat die Obergrenze für Tabellen in Google Sheets von 10 auf 20 Millionen Zellen verdoppelt. Wer große Datenmengen aus Buchhaltungs-, Warenwirtschafts- oder Kundenverwaltungsprogrammen importiert, kann sie jetzt öfter in einer einzigen Tabelle sammeln, statt sie aufzuteilen. Die Erweiterung ist bereits für viele Nutzerinnen und Nutzer aktiv und kostet nichts zusätzlich.
Sheets verarbeitet ab sofort doppelt so große Tabellen
Bislang endete eine Google-Tabelle spätestens bei 10 Millionen Zellen, egal ob sie direkt in Sheets entstand oder aus einer Excel- oder CSV-Datei importiert wurde. Wie Google im Workspace-Update-Blog mitteilt, liegt die Grenze jetzt bei bis zu 20 Millionen Zellen pro Tabelle. Eine Zelle ist dabei ein einzelnes Feld in einer Zeile und Spalte, also etwa ein Datum, ein Betrag oder ein Name.
Wer bislang mit rund 500.000 Zeilen und 20 Spalten an die alte Grenze stieß, kann jetzt etwa eine Million Zeilen in derselben Tabelle unterbringen. Die Spaltenobergrenze bleibt laut der Google-Hilfeseite zu Größenbeschränkungen bei 18.278 Spalten unverändert; gewachsen ist allein die Gesamtzahl der Zellen. Auch importierte Excel- und CSV-Dateien profitieren automatisch von der neuen Grenze, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dafür etwas umstellen müssen. Google kündigt zudem an, in einem nächsten Schritt auch die zulässige Dateigröße beim Import zu erhöhen; ein konkretes Datum dafür nenne das Unternehmen bislang nicht. Erst im August hatte Google Sheets mit interaktiven Mini-Apps aus Tabellendaten eine neue KI-Funktion erhalten. Diesmal geht es dagegen allein um die reine Kapazität einer Tabelle.
Buchhaltung und Verwaltung sparen sich das Aufteilen von Dateien
Im Arbeitsalltag zeigt sich der Nutzen vor allem beim Umgang mit gewachsenen Datenmengen. Eine Mitarbeiterin in der Buchhaltung will einen kompletten Jahresexport aller Buchungen aus dem Warenwirtschaftssystem in eine Tabelle laden. Bislang musste sie die Datei oft auf zwei oder drei Tabellenblätter verteilen, sobald die Zellenzahl über die alte Grenze wuchs. Mit der neuen Obergrenze passt ein deutlich größerer Export jetzt in eine einzige Tabelle. Formeln und Filter lassen sich darüber ohne Bruch anwenden. Wer Belege ohnehin schon per ChatGPT aus PDF-Rechnungen in eine Excel-Tabelle verwandelt, profitiert beim anschließenden Zusammenführen der Daten von derselben höheren Zellengrenze.
Ähnlich profitieren Verwaltung und Assistenz bei Kundenlisten, Inventuren oder mehrjährigen Terminübersichten, die bislang aus Platzgründen gekürzt oder auf mehrere Dateien verteilt wurden. Wer solche Tabellen an Kolleginnen und Kollegen weitergibt, muss künftig seltener erklären, warum ein Teil der Daten in einer zweiten Datei steckt. Auch Auswertungen per Pivot-Tabelle laufen dadurch stabiler, weil alle Ausgangsdaten an einem Ort bleiben, statt über mehrere Dateien verknüpft werden zu müssen. Ältere Monate oder Jahrgänge mussten aus Platzgründen oft aus einer laufenden Tabelle gelöscht werden. Diese Altdaten lassen sich jetzt länger direkt griffbereit halten, statt sie separat zu archivieren.
Der Rollout läuft noch bis Ende September
Die Erweiterung gilt sowohl für private Google-Konten mit kostenlosem Gmail-Zugang als auch für bezahlte Google-Workspace- und Workspace-Individual-Abos, jeweils ohne Aufpreis. Eine Einstellung durch die IT-Abteilung ist nicht nötig, das Unternehmen nennt ausdrücklich keine Admin-Kontrolle für dieses Merkmal. Wer die höhere Zellenzahl direkt ausprobieren will, öffnet einfach eine bestehende oder neue Tabelle in Google Sheets. Das funktioniert im Web, am Computer und über die mobile App.
Vollständig sichtbar ist die neue Grenze aber noch nicht überall: Konten mit dem schnellen Update-Rhythmus (Rapid Release) erhalten sie seit dem 10. September gestaffelt über bis zu fünfzehn Tage, Firmenkonten mit dem langsameren Standard-Rhythmus (Scheduled Release) erst ab dem 28. September. Wer die neue Grenze in den kommenden Tagen noch nicht sieht, arbeitet wahrscheinlich mit einem Konto, das später an der Reihe ist. Eine Einschränkung auf bestimmte Länder nennt Google nicht, die Erweiterung gilt weltweit und damit auch in Deutschland und der EU.
Entscheidend wird, wie viele Unternehmen die neue Grenze in der Praxis überhaupt ausreizen. Die meisten Büro-Tabellen bleiben weit darunter, echten Unterschied macht die Erweiterung vor allem bei Rohdatenexporten und Datenanalysen mit sehr vielen Zeilen. Wer sensible Kunden- oder Firmendaten in solch große Tabellen lädt, sollte dabei wie gewohnt auf interne Datenschutz-Vorgaben achten. Mehr Kapazität bedeutet schließlich auch mehr Daten an einem einzigen Ort.


