KI-Praxis

Copilot in Excel erklärt Formeln in Alltagssprache

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Copilot in Excel erklärt markierte Formeln auf Wunsch in einfachen Sätzen und schlägt bei Fehlern eine korrigierte Version vor. Die Funktion läuft direkt in der Zelle, ohne Formel-Vorkenntnisse. Sie gehört zu Microsoft 365 Copilot und kostet ab 15,60 Euro pro Nutzer und Monat zusätzlich zum Microsoft-365-Abo.

Ein Laptop-Bildschirm zeigt eine Excel-Tabelle mit einer langen Formel, daneben ein Excel-Logo-Sticker und eine Sprechblase, in der sich ein Fragezeichen in ein Häkchen verwandelt Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Copilot erklärt eine markierte Formel in Alltagssprache und beschreibt jeden Rechenschritt einzeln.
  • Bei Fehlermeldungen schlägt Copilot eine korrigierte Formel vor, die vor der Übernahme geprüft werden sollte.
  • Voraussetzung ist eine kostenpflichtige Microsoft-365-Copilot-Lizenz ab 15,60 Euro pro Nutzer und Monat.
  • Die Funktion läuft in Excel für Microsoft 365, Excel 2024, auf dem Mac, im iPad und im Web.
  • Laut Microsoft bleiben Anfragen von EU-Kundinnen und -Kunden innerhalb der EU-Datengrenze.

Wer in einer geerbten oder alten Excel-Tabelle auf eine verschachtelte Formel stößt, versteht oft nicht auf Anhieb, was sie berechnet. Solche Fundstücke tauchen in der Buchhaltung, im Controlling oder in Bestelllisten auf, die über Jahre von wechselnden Kolleginnen und Kollegen weitergepflegt wurden. Microsoft hat Copilot in Excel um eine Funktion erweitert, die solche Formeln in einfachen Sätzen erklärt und bei Bedarf auch korrigiert. Die Funktion braucht keine Programmierkenntnisse und lässt sich direkt in der Zelle bedienen.

Copilot erklärt eine markierte Formel in Alltagssprache

Copilot liest die Formel in der markierten Zelle und übersetzt sie laut Microsoft in verständliche Sätze – etwa was addiert, verglichen oder aus einer Liste herausgefiltert wird. Bei einer verschachtelten WENN-Formel benennt Copilot laut Microsoft jede Bedingung einzeln, statt nur das Endergebnis zu nennen. Die Erklärung erscheint im Chatfenster am Bildschirmrand, die Formel selbst bleibt dabei unverändert. Wer es genauer wissen will, stellt im selben Fenster eine Rückfrage zu einem einzelnen Zellbezug.

So lässt sich eine Formel Schritt für Schritt erklären:

  1. Zelle mit der gewünschten Formel markieren.
  2. Copilot-Symbol am Zellrand oder in der Excel-Symbolleiste öffnen.
  3. Im Chatfenster den Satz „Erkläre die Formel in dieser Zelle” eingeben.
  4. Erklärung lesen und mit der eigenen Tabelle abgleichen.
  5. Bei Unklarheiten gezielt nach einem einzelnen Zellbezug fragen.
  6. Ergebnis stichprobenartig von Hand nachrechnen, bevor es weiterverwendet wird.

Copilot findet Fehler und schlägt eine korrigierte Formel vor

Zeigt eine Zelle eine Fehlermeldung wie #WERT! oder ein offensichtlich falsches Ergebnis, lässt sich Copilot auch um eine Korrektur bitten. Das Werkzeug schlägt dann eine überarbeitete Formel vor, etwa für eine Prozentveränderung oder eine Suche mit SVERWEIS beziehungsweise XVERWEIS in einer langen Liste. Auch komplett neue Formeln lassen sich in normaler Sprache beschreiben, etwa „berechne die Differenz zwischen den Zellen A1 und B1 in Prozent”. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass KI-erzeugte Vorschläge vor der Übernahme geprüft werden sollten.

Copilot in Excel bietet inzwischen weitere Funktionen für wiederkehrende Büro-Aufgaben, etwa vorgefertigte Abläufe für den Monatsabschluss. Wer regelmäßig mit denselben Tabellen arbeitet, profitiert von beiden Funktionen gemeinsam.

Preis, Zugang und Voraussetzungen im Überblick

Die Formel-Erklärung gehört zu Microsoft 365 Copilot und ist kein kostenloses Extra. Der Business-Tarif kostet laut Microsoft ab 15,60 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, zusätzlich zu einem bestehenden Microsoft-365-Business-Abo. Die Funktion läuft in Excel für Microsoft 365, Excel 2024, Excel für Mac, Excel für iPad und in der Excel-Web-App – ein eigenes Copilot-Konto ist dafür nicht nötig, nur eine zugewiesene Lizenz im Unternehmen. Je nach Excel-Version und Spracheinstellung kann das Copilot-Symbol an leicht anderer Stelle der Symbolleiste erscheinen; wer es nicht findet, öffnet Copilot ersatzweise über das Sternchen-Symbol am Zellrand.

Weil Copilot Zellinhalte zur Verarbeitung an Microsoft schickt, lohnt vor dem Einsatz mit Kunden- oder Personaldaten ein Blick in die firmeninternen Datenschutzregeln. Laut Microsoft bleibe die Verarbeitung von EU-Kundendaten innerhalb der EU-Datengrenze, Eingaben würden zudem nicht zum Training der KI-Modelle genutzt.

Copilot erklärt zuverlässig, was eine Formel berechnet, ersetzt aber kein eigenes Verständnis der Tabelle. Bei sehr komplexen, über mehrere Tabellenblätter verschachtelten Berechnungen liefert das Werkzeug mitunter nur eine grobe Zusammenfassung statt einer vollständigen Herleitung. Wer Formelvorschläge ohne eigene Excel-Grundkenntnisse blind übernimmt, riskiert Rechenfehler, die erst bei der nächsten Prüfung auffallen – genau hier bleibt menschliche Kontrolle nötig.

Häufige Fragen

Kostet die Formel-Erklärung von Copilot extra?

Ja. Die Funktion ist Teil von Microsoft 365 Copilot und kostet laut Microsoft ab 15,60 Euro pro Nutzer und Monat zusätzlich zu einem bestehenden Microsoft-365-Abo.

Braucht man ein eigenes Copilot-Konto?

Nein, ein separates Konto ist nicht nötig. Es reicht eine im Unternehmen zugewiesene Microsoft-365-Copilot-Lizenz, die von der IT-Abteilung vergeben wird.

Funktioniert die Funktion auch auf Deutsch und in der EU?

Ja. Copilot in Excel steht auch in Deutschland zur Verfügung und lässt sich auf Deutsch bedienen; laut Microsoft bleibt die Verarbeitung von EU-Anfragen innerhalb der EU-Datengrenze.

Darf man damit auch Formeln mit Kundendaten prüfen lassen?

Technisch ja, empfehlenswert ist vorher aber ein Blick in die eigenen Datenschutzrichtlinien. Sensible Kunden- oder Personaldaten sollten nur verarbeitet werden, wenn das im Unternehmen ausdrücklich erlaubt ist.

Gibt es eine kostenlose Alternative?

Eine gleichwertige kostenlose Funktion bietet Excel selbst nicht. Wer keine Copilot-Lizenz hat, kann eine Formel behelfsweise in ein separates KI-Chatprogramm einfügen, muss dabei aber selbst auf den Schutz vertraulicher Daten achten.

Quellen (4)
  1. Understand formulas with Copilot in Excel - Microsoft Support
  2. Generate single-cell formulas with Copilot in Excel - Microsoft Support
  3. Microsoft 365 Copilot – Preise
  4. Data, Privacy, and Security for Microsoft 365 Copilot

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