OpenAI plant sein erstes Hardware-Produkt als donutförmigen Lautsprecher ohne Bildschirm, wie ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom 6. August zeigt. Das Gerät soll mehr als 300 Dollar kosten und laut Zeitplan erst 2027 in den Handel kommen. Parallel beantragt OpenAI die Abweisung von Apples Klage wegen mutmaßlich gestohlener Geschäftsgeheimnisse.
Lautsprecher bekommt Metallkörper und Leuchtring für den Zuhörmodus
Das Gerät hat demnach etwa die Größe eines Hockey-Pucks, besteht aus Metall und trägt in der Mitte eine donutartige Aussparung, die das Tragen mit einer Hand erleichtern soll. Bewegliche Teile sollen den Lautsprecher lebendiger wirken lassen als klassische Smart-Speaker – ein Merkmal, das bereits aus einem früheren Bericht zum Projekt bekannt war. Neu hinzu kommen eine eingebaute Kamera, mehrere Mikrofone, Umgebungssensoren und ein Leuchtsystem, das signalisiert, wenn das Gerät zuhört.
OpenAI positioniert das Produkt intern als eine Art KI-Computer, der ausschließlich über Sprache bedient wird und ohne Bildschirm auskommt. Die verbauten Modelle gingen über die Fähigkeiten des bisherigen ChatGPT-Sprachmodus hinaus und passten sich mit der Zeit an Gewohnheiten der Nutzer an. Angaben zu Preis, Form und Funktionsumfang stammen ausschließlich aus Bloombergs Bericht, der sich auf mit der Sache vertraute, nicht genannte Personen beruft und unabhängig nicht verifiziert ist.
Starttermin rutscht Richtung 2027, Preis bleibt unklar
Ursprünglich hatte OpenAI eine Vorstellung des Geräts noch für 2026 anvisiert, der Verkaufsstart sollte 2027 folgen. Mittlerweile rückt auch die Vorstellung selbst näher an 2027, ohne dass OpenAI einen festen Termin bestätigt hat. Zum Preis kursieren unterschiedliche Angaben zwischen 300 und 400 Dollar; eine Umrechnung in Euro oder eine Aussage zur Verfügbarkeit in Deutschland und der EU liegt bislang nicht vor. Auch der Vertriebsweg – etwa ein eigener OpenAI-Store oder etablierte Elektronikhändler – ist offen.
Der Lautsprecher ist nach Unternehmensangaben nur eines von rund fünf geprüften Hardware-Konzepten, zu denen auch eine Datenbrille zählt. OpenAI habe sich bewusst für den Lautsprecher als erstes Produkt entschieden, weil er im Vergleich zu am Körper getragenen Kameras weniger Datenschutzbedenken auslöse. Mit dem im Juli vorgestellten Codex Micro verkauft das Unternehmen bereits ein erstes physisches Zubehörprodukt für Entwickler – der Lautsprecher wäre das erste eigenständige Endkundengerät.
OpenAI beantragt Abweisung der Apple-Klage
Die Produktpläne fallen in eine laufende juristische Auseinandersetzung mit Apple, das im Juli Klage gegen OpenAI wegen mutmaßlich gestohlener Geschäftsgeheimnisse eingereicht hatte. Am 6. August reichte OpenAI laut TechCrunch einen 31-seitigen Abweisungsantrag ein. Apple habe weder ausreichend beschrieben, welche Informationen als Geschäftsgeheimnis gelten sollen, noch einen Rechtsanspruch darauf plausibel dargelegt, argumentieren OpenAIs Anwälte. Wörtlich heißt es in dem Antrag, OpenAI baue etwas völlig Neues und anderes als alles bei Apple auf.
OpenAI wirft Apple zudem vor, eigene Sicherheitsversäumnisse zu übergehen: Der Konzern habe früheren Mitarbeitern private iCloud-Konten für dienstliche Zwecke erlaubt und deren Zugriff nach dem Ausscheiden nicht konsequent gesperrt. Ein Bundesrichter in Nordkalifornien soll den Antrag am 1. Oktober verhandeln. Bis zu einer Entscheidung bleibt offen, ob eine einstweilige Verfügung den Marktstart zusätzlich verzögern könnte.
Entscheidend wird, ob der Abweisungsantrag Erfolg hat, bevor OpenAI mit der eigentlichen Produktfertigung in die entscheidende Phase geht. Scheitert der Antrag, könnte ein Beweisverfahren mit Zugriff auf interne Hardware-Dokumente den ohnehin knappen Zeitplan bis 2027 zusätzlich belasten.


