Meta hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 60,8 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow brach im gleichen Zeitraum um 91 Prozent auf 784 Millionen Dollar ein, weil der Konzern seine Investitionen in KI-Infrastruktur auf 31,1 Milliarden Dollar fast verdoppelte.
Kapitalausgaben-Prognose steigt auf bis zu 145 Milliarden Dollar
Die Gesamtkosten des Konzerns kletterten laut den Quartalszahlen von Meta um 55 Prozent auf 42 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind 2,4 Milliarden Dollar für Rechtsstreitigkeiten und 1,18 Milliarden Dollar Abfindungen aus dem Stellenabbau vom Mai 2026. Der Nettogewinn sank um 14 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie fiel auf 6,18 Dollar und verfehlte die Erwartungen der Analysten. Die operative Marge schrumpfte von 43 auf 31 Prozent.
Meta hob die Kapitalausgaben-Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 130 bis 145 Milliarden Dollar an. Finanzchefin Susan Li zufolge setzt der Konzern für die langfristigen Infrastrukturprojekte gezielt stärker auf Fremdkapital statt auf eigene Mittel. Die Barreserven lagen Ende Juni bei 90,3 Milliarden Dollar, die Belegschaft sank leicht um ein Prozent auf 75.472 Beschäftigte. Bereits im September 2026 startet Meta zudem die Serienproduktion eigener KI-Chips, um die Abhängigkeit von externen Grafikprozessoren zu senken.
Zuckerberg hält an der KI-Wette fest
Meta-Chef Mark Zuckerberg verteidigte den Kurs. KI beschleunige schon heute das Kerngeschäft und treibe die nächste Produktgeneration an, erklärte er zu den Zahlen. Zudem öffne sich damit die Tür zu neuen Geschäftsfeldern für Unternehmenskunden. Zugleich deutete Zuckerberg ein mögliches Vermietgeschäft für überschüssige Rechenkapazität an: Meta erhalte Angebote für Rechenleistung zu einem deutlichen Aufpreis gegenüber dem eigenen Einkaufspreis. Laut Fortune lehnte Zuckerberg einen kurzfristigen Verkauf der Kapazität dennoch ab, da er höhere Margen im Verkauf fertiger KI-Dienste statt reiner Rechenleistung sieht.
Anleger reagierten verhalten: Die Meta-Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um zehn Prozent und pendelte sich später bei einem Minus von rund sieben Prozent ein. Der Kursrückgang reiht sich in eine breitere Skepsis der Tech-Börsen gegenüber KI-Investitionen ein, die zuletzt auch den Nasdaq Composite belastete.
Entscheidend wird, ob Meta im weiteren Jahresverlauf zeigen kann, dass sich die Milliardeninvestitionen in messbaren Erträgen niederschlagen – etwa über das von Zuckerberg skizzierte Vermietgeschäft für Rechenkapazität. Die nächsten Quartalszahlen im Oktober 2026 dürften zeigen, ob sich der freie Cashflow erholt oder die Kapitalausgaben-Spirale sich fortsetzt.


