KI-Praxis

ChatGPT Space: OpenAI startet gemeinsamen Arbeitsbereich für Teams

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

OpenAI hat am 29. September 2026 mit ChatGPT Space einen gemeinsamen Arbeitsbereich für Teams gestartet, ergänzt um dauerhaft aktive Assistenten namens Dots. Dots greifen auf mehr als 4.000 verknüpfte Programme zu und arbeiten auch bei geschlossenem Chatfenster weiter. Verfügbar ist die Neuerung nur in den Tarifen Pro, Business und Enterprise; ein Start in Deutschland oder der EU steht nicht fest.

Mehrere Hände bauen gemeinsam an einem schwebenden Dokument mit Diagrammen und einer Tabelle, daneben erledigen kleine leuchtende Punkte eigenständig Aufgaben an App-Symbolen; ein ChatGPT-Logo-Sticker klebt am Rand des Dokuments. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • OpenAI stellte ChatGPT Space und die Agenten „Dots" am 29. September 2026 auf der DevDay-Konferenz vor.
  • Pages verbinden Chat, Dokument und Daten in einem gemeinsam bearbeitbaren Arbeitsbereich für Teams.
  • Dots arbeiten dauerhaft im Hintergrund und erreichen über Plugins mehr als 4.000 Anwendungen.
  • Zugang gibt es nur in den Tarifen Pro, Business und Enterprise – nicht im kostenlosen oder Plus-Tarif.
  • Eine Verfügbarkeit für Deutschland oder die EU hat OpenAI bisher nicht bestätigt.
  • Kollaborative Folien und Tabellen existieren bislang nur als Vorschau ohne festen Starttermin.

OpenAI hat am 29. September 2026 auf der Entwicklerkonferenz DevDay in San Francisco den neuen Arbeitsbereich ChatGPT Space vorgestellt. Teams bearbeiten darin gemeinsam mit der KI Dokumente, Tabellen und Grafiken in Echtzeit, statt Inhalte über einzelne Chatverläufe zu verteilen. Parallel startet der Dienst „Dots” – dauerhaft aktive Assistenten, die im Hintergrund arbeiten und auf mehr als 4.000 angebundene Anwendungen zugreifen.

Pages bündeln Dokumente, Daten und KI in einem Bereich

Im Zentrum von ChatGPT Space steht die neue Dokumentform Pages. Mehrere Beschäftigte bearbeiten eine Page gleichzeitig; aus einem Chatverlauf lässt sich mit einem Klick ein editierbares Dokument erzeugen, das anschließend Text, Bilder, Diagramme, Checklisten, Dashboards und Tabellen in einem Fenster vereint. Pages ziehen sich Inhalte zudem automatisch aus verknüpften Diensten wie Slack und Google Drive und aktualisieren sich bei Änderungen selbst. Ein weiteres Element, Meetings, protokolliert Besprechungen automatisch und erstellt im Anschluss persönliche Zusammenfassungen samt nächster Schritte direkt im Arbeitsbereich.

OpenAI hatte bereits im September ChatGPT Voice um Anbindungen an E-Mail, Kalender und Slack erweitert; Space geht nun einen Schritt weiter und macht ganze Dokumente zum gemeinsamen Arbeitsort für Teams. Für Präsentationen kündigt das Unternehmen zusätzlich kollaborative Folien an: Mehrere Personen und KI-Agenten sollen gemeinsam an aus Texteingaben erzeugten Präsentationen arbeiten und sie kommentieren können. Dieses Folien-Werkzeug sowie ein ähnliches Tabellen-Format stehen zunächst nur als Vorschau; der volle Rollout ist für die kommenden Wochen angekündigt, ein festes Datum nennt OpenAI nicht.

Dots erledigen Aufgaben dauerhaft im Hintergrund

Die zweite Neuerung heißt Dots: dauerhaft aktive Assistenten auf Basis des Modells GPT-6 Astra mit eigener Cloud-Instanz. Ein Dot arbeite laut OpenAI auch dann weiter, wenn Nutzerinnen und Nutzer ChatGPT längst geschlossen haben, und lerne dabei aus ihrem Feedback. In Space lässt sich ein Dot per @-Erwähnung für konkrete Aufgaben einbinden, etwa um Slack-Kanäle zu beobachten, Kennzahlen auszuwerten oder Softwaretests laufen zu lassen; über Plugins erreicht er mehr als 4.000 angebundene Anwendungen. Die Technik baut auf dem im Juli gestarteten Agenten ChatGPT Work auf, geht mit der dauerhaften Hintergrundaktivität aber über dessen einzelne, zeitlich begrenzte Aufträge hinaus.

Zugriffsrechte sollen sich einzeln steuern lassen: Hintergrund-Recherchen laufen standardmäßig nur lesend, für weitergehende Aktionen legen Nutzerinnen und Nutzer eigene Regeln fest, die Schritte automatisch erlauben, genehmigungspflichtig machen oder blockieren. Eine Aktivitätsansicht zeigt den Fortschritt, ein Kontrollsystem pausiert oder stoppt einen Dot bei erkannten Sicherheitsrisiken. Passwörter für angebundene Seiten bleiben dabei vor dem Modell verborgen. OpenAI rechnet binnen Tagen mit mehreren Millionen aktiven Dots – eine Zahl, die unabhängig nicht verifiziert ist.

Zugang bleibt teureren Tarifen vorbehalten

Space und Pages stehen vorerst nur zahlenden Firmen- und Profi-Konten offen: den Tarifen Pro, Business und Enterprise, jeweils im Web und in der Desktop-App ohne weitere Zusatzkosten. Auf dem Smartphone lassen sich Pages derzeit nur ansehen und teilen, bearbeiten geht ausschließlich am Rechner. Ein erster Dot ist für Kundschaft der Tarife Pro und Business Premium automatisch inklusive; Enterprise-, Bildungs- und Gesundheitskonten erhalten die Funktion im Beta-Zugang, sobald die Verwaltung sie freischaltet.

Preislich bewegt sich Pro je nach Stufe zwischen 100 und 200 US-Dollar monatlich, ein Business-Platz kostet bei jährlicher Zahlung rund 20 US-Dollar, Enterprise-Lizenzen verhandelt OpenAI einzeln. Umgerechnet entspricht das etwa 90 bis 185 Euro für Pro und rund 18 Euro für einen Business-Platz im Monat. Der kostenlose Tarif und Plus bleiben außen vor. Ob und wann Space und Dots auch in Deutschland und der EU starten, bleibt offen – OpenAI nennt lediglich „berechtigte Märkte”, ohne diese näher zu benennen; zu einem möglichen Zusammenhang mit EU-Datenschutzvorgaben äußert sich das Unternehmen bislang nicht.

Der eigentliche Knackpunkt liegt im Geschäftsmodell: Mit Pages und Dots bietet OpenAI erstmals ein komplettes Pendant zu Microsoft 365 Copilot und Google Workspace direkt aus einer Chat-Oberfläche an – einem Markt, den bislang vor allem die beiden etablierten Softwarekonzerne besetzen. Ob Unternehmen dafür bestehende Office-Lizenzen aufgeben, dürfte sich erst zeigen, wenn Space nach der US-Einführung auch in Europa verfügbar ist.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT Space in Deutschland oder der EU schon nutzbar?

OpenAI nennt bislang nur nicht näher spezifizierte „berechtigte Märkte"; ein Starttermin für Deutschland oder die EU steht nicht fest.

Was kostet der Zugang zu Space und Dots?

Enthalten ist die Funktion in den Tarifen Pro (umgerechnet rund 90 bis 185 Euro im Monat), Business und Enterprise; Free- und Plus-Konten bleiben außen vor.

Wie unterscheidet sich ein Dot von früheren ChatGPT-Agenten wie ChatGPT Work?

ChatGPT Work erledigt einzelne, zeitlich begrenzte Aufträge; ein Dot bleibt darüber hinaus dauerhaft aktiv, sammelt über Tage Kontext und reagiert eigenständig auf neue Ereignisse in angebundenen Apps.

Kann ein Dot ungefragt Daten verändern oder löschen?

Hintergrund-Recherchen laufen standardmäßig nur lesend; für Aktionen mit Außenwirkung müssen Nutzerinnen und Nutzer eigene Regeln festlegen oder jeden Schritt einzeln genehmigen.

Wann kommen die angekündigten Tabellen- und Folienwerkzeuge?

OpenAI hat sie als Vorschau gezeigt und einen Rollout „in den kommenden Wochen" angekündigt, ein festes Datum nennt das Unternehmen nicht.

Quellen (5)
  1. OpenAI: Introducing dots
  2. MarkTechPost: OpenAI Launches dots, Always-On GPT-6 Astra Agents
  3. TestingCatalog: OpenAI launches dots agents powered by GPT-6 Astra
  4. Time.news: OpenAI Launches ChatGPT Space for Real-Time Team Collaboration
  5. CompleteAITraining: OpenAI launches workspace and document features that compete with Microsoft Office

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