Google lässt in Gemini und den Workspace-Apps ab dem 5. Oktober 2026 eine neue Funktion namens Skills anlaufen, die wiederverwendbare Anweisungen speichert und die bisherigen Gems ablöst. Ein Schrägstrich-Befehl ruft die gespeicherten Anweisungen künftig direkt in Docs, Sheets oder Gmail auf, mehrere Skills lassen sich dabei kombinieren. Für Workspace-Geschäftskunden endet die Unterstützung von Gems spätestens am 1. März 2027.
Skills bündeln Anweisungen für Gemini und Workspace-Apps
Skills sind wiederverwendbare Anweisungen, die Nutzer einmal anlegen und über einen Schrägstrich-Befehl beliebig oft abrufen. Sie ähneln damit einem Textbaustein, der sich für ganze Gesprächsverläufe speichern lässt. Anders als Gems, die einen eigenen Chat benötigten, wirken Skills direkt im laufenden Gespräch. Mehrere Skills lassen sich dabei in einem einzigen Prompt kombinieren, etwa ein Skill für den Markenton zusammen mit einem Skill für eine bestimmte Vorlage. Nutzer können den Anweisungen zusätzlich Dateien aus Google Drive anhängen. Google hatte das Prinzip wiederverwendbarer Vorlagen bereits bei den Gmail-Vorlagen für E-Mails erprobt; Skills überträgt diesen Ansatz nun auf den gesamten Gemini-Chat sowie weitere Workspace-Apps.
Technisch setzt Google auf das Dateiformat SKILL.md. Das Format wurde ursprünglich von Anthropic entwickelt und bei agentskills.io als offener Standard veröffentlicht; auch Googles eigene Kommandozeile Gemini CLI, Anthropics Claude und Microsofts GitHub Copilot nutzen dasselbe Format. Verfügbar ist die Funktion zunächst im experimentellen Modus Gemini Spark und in der regulären Gemini-App, in den kommenden Wochen folgen Workspace-Kunden mit Business-, Enterprise- oder Bildungstarif. Google beschränkt den Zugang vorerst auf Nutzer ab 18 Jahren, eine Variante für jüngere Konten solle später folgen.
Rollout startet gestaffelt in Workspace und Gemini-App
Der Rollout verläuft gestaffelt nach Domain-Typ, wie die Google Workspace Updates zeigen. Workspace-Kunden mit schnellem Freigabekanal (Rapid Release) erhalten Skills zwischen dem 5. und 12. Oktober 2026, Kunden mit planmäßiger Freigabe (Scheduled Release) folgen vom 19. Oktober bis Mitte November. In der Gemini-App selbst schaltet Google die Funktion unabhängig vom Freigabekanal zwischen dem 13. Oktober und Mitte November frei. Google hat Gemini zuletzt wiederholt app-übergreifend ausgebaut, etwa als die KI im September anfing, direkt aus Docs E-Mails zu verschicken.
Für bestehende Gems endet die Unterstützung je nach Kontotyp gestaffelt: Private Google-Konten verlieren den Zugriff bereits im November 2026, Workspace-Geschäfts- und Non-Profit-Konten folgen am 1. März 2027, Bildungskonten am 1. Juni 2027. Google wandelt übrig gebliebene Gems zu diesen Terminen automatisch in Entwurfs-Skills um, die Nutzer dann überarbeiten müssen, damit sie weiter funktionieren. Einen Zusatzpreis verlangt Google für Skills nach eigenen Angaben nicht, die Funktion ist in bestehenden Google-AI- und Workspace-Abos enthalten. Eine Einschränkung auf bestimmte Länder oder Sprachen nennt Google nicht; ob die Funktion in Deutschland zum vollen Starttermin verfügbar ist, bleibt damit offen.
Entscheidend wird, ob Unternehmen die bis Mitte November abgeschlossene Umstellung nutzen, um firmeninterne Anweisungen tatsächlich einmal zu pflegen und wiederzuverwenden, statt weiterhin improvisierte Prompts einzutippen. Für Administratoren bedeutet der Wechsel zunächst Mehrarbeit: Bestehende Gems müssen bis zu den jeweiligen Stichtagen in Skills überführt werden, sonst verfallen sie zu unfertigen Entwürfen.


