Microsoft Teams zeigt das automatisch erstellte Video-Protokoll von Besprechungen ab Ende September 2026 auch auf Deutsch, bislang lief die sogenannte Video Recap nur auf Englisch. Die kurze, erzählte Zusammenfassung verbindet Wortbeiträge und Bildschirminhalte des Meetings zu einem Highlight-Clip. Voraussetzung bleibt eine bezahlte Microsoft-365-Copilot-Lizenz.
Teams fasst Besprechungen jetzt als Video zusammen
Die Funktion Video Recap ergänzt das bereits bekannte Text-Protokoll in Microsoft Teams um eine Video-Fassung. Wie Microsoft auf der Hilfeseite zu Video Recap beschreibt, erstellt eine KI nach dem Meeting einen kommentierten Zusammenschnitt aus echten Videoausschnitten, gezeigten Folien und den wichtigsten Diskussionspunkten. Wer einen Termin verpasst hat, erfasst die Kernaussagen in wenigen Minuten, statt die komplette Aufnahme durchzuspulen.
Laut einer Ankündigung im Microsoft 365 Message Center unterstützt Video Recap seit Ende September 2026 insgesamt 23 Sprachen in 31 Sprachvarianten, darunter Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Für ein rein deutschsprachiges Meeting erscheint der Clip damit künftig automatisch auf Deutsch. Von der bereits mehrsprachigen Text-Zusammenfassung unterscheidet sich Video Recap durch das zusätzliche, erzählte Videoformat.
Eine Assistenz in der Buchhaltung sitzt beim einstündigen Projekt-Update nicht mit im Raum, weil parallel ein Kundentermin ansteht. Statt die volle Aufzeichnung durchzuspulen, öffnet sie danach den rund zweiminütigen Video-Clip auf Deutsch, hört darin die wichtigsten Entscheidungen und offenen Aufgaben heraus und ist so binnen wenigen Minuten auf demselben Stand wie die Kolleginnen im Meetingraum.
Copilot-Lizenz und Aufzeichnung bleiben Pflicht
Kostenlos ist Video Recap nicht: Die Funktion gehört zum kostenpflichtigen Zusatzpaket Microsoft 365 Copilot. Eine reine Teams-Premium-Lizenz reiche dafür nicht aus, wie aus der Support-Seite hervorgeht. Zusätzlich muss das Meeting zwischen zehn und 90 Minuten dauern und mit aktivierter Cloud-Aufzeichnung aufgenommen sowie automatisch transkribiert worden sein.
Der Rollout laufe laut Microsoft weltweit und sei nicht auf einzelne Länder beschränkt. Wer die Funktion in der eigenen Organisation nicht findet, fragt am besten die IT-Abteilung nach der Copilot-Lizenz und den geltenden Aufzeichnungsrichtlinien. Die Grundfunktion selbst ist nicht neu: Bereits im Frühjahr 2026 stellte Microsoft im offiziellen Ankündigungs-Beitrag die erste, englischsprachige Version von Video Recap vor. Neu ist jetzt allein die breite Sprachunterstützung, die den Nutzen für deutschsprachige Teams erst herstellt.
So lässt sich der fertige Clip im Alltag finden:
- Meeting-Chat des vergangenen Termins öffnen.
- Recap auswählen.
- Video recap anklicken.
- Alternativ den vergangenen Termin im Kalender öffnen und View recap wählen.
- Sprache im Videoplayer prüfen; sie richtet sich automatisch nach der in der Besprechung genutzten Sprache.
Entscheidend wird, ob die deutsche Erzählstimme dieselbe Treffsicherheit erreicht wie die länger erprobte englische Fassung – bei Fachbegriffen aus Recht oder Finanzen bleibt ein Blick ins vollständige Protokoll ratsam. Offen bleibt zudem, wie schnell Microsoft die noch fehlenden Sprachvarianten für einzelne europäische Büros nachliefert. Wer in solchen Video-Zusammenfassungen über Kunden- oder Vertragsdetails spricht, sollte vorher einen Blick in die eigenen internen Richtlinien zum Umgang mit KI-Auswertungen von Meetings werfen.


