OpenAI hat am 8. September 2026 eine überarbeitete Bildfunktion für ChatGPT veröffentlicht, die weltweit für alle Konten bereitsteht. Neue Vorlagen für Flyer, Poster und Produktfotos sowie eine Skizzenfunktion erleichtern den Einstieg. Zusatzkosten entstehen nicht, kostenlose Konten dürfen aber nur wenige Bilder am Tag erstellen.
ChatGPT erzeugt Bilder jetzt gezielter und schärfer
Wie OpenAI ankündigt, wirkt die neue Version natürlicher: Beleuchtung, Texturen und Gesichter sehen laut Unternehmen deutlich echter aus als zuvor. Die Bildfunktion setzt Änderungswünsche über mehrere Bearbeitungsschritte hinweg zuverlässiger um und behält dabei Personen und Gegenstände aus dem Ausgangsbild bei. Texte innerhalb eines Bildes lassen sich jetzt sauberer einfügen, und ein durchsichtiger Hintergrund lässt sich direkt anfordern, etwa für ein Logo ohne weißen Rand.
Ein neues Kommentar-Werkzeug macht Korrekturen einfacher: Statt eine Änderung in Worten zu beschreiben, lässt sich ein Kommentar direkt an die betroffene Stelle im Bild setzen, etwa auf einen falschen Schriftzug oder eine Person im Hintergrund. Die Bildgenerierung laufe laut OpenAI zudem bis zu 50 Prozent schneller als in der Vorgängerversion.
Vorlagen und Skizzen sparen Zeit im Büroalltag
Für den Büroalltag zählen vor allem zwei neue Werkzeuge: Vorlagen und die Zeichenfunktion Sketch. Vorlagen liefern einen fertigen Ausgangspunkt für Poster, Flyer, Produktfotos oder Merchandise-Motive, sodass niemand mehr vor einer leeren Fläche sitzt. Mit Sketch lässt sich eine grobe Skizze direkt in ChatGPT zeichnen, etwa der Aufbau eines Messestands, und die KI baut daraus ein fertiges Bild.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Assistentin im Backoffice plant eine Weihnachtsfeier und benötigt kurzfristig einen Flyer mit Datum, Uhrzeit und Anmeldelink. Statt ein Grafikprogramm zu öffnen, wählt sie die Flyer-Vorlage, beschreibt Anlass und Firmenfarben und erhält einen fertigen Entwurf zum Ausdrucken oder Versenden per Mail.
So lässt sich die neue Bildfunktion nutzen:
- ChatGPT am Computer, im Browser oder in der Handy-App öffnen.
- Eine Vorlage auswählen oder eine Skizze zeichnen und den Anlass in eigenen Worten beschreiben.
- Das Ergebnis prüfen und Korrekturen per Kommentar direkt im Bild markieren.
- Das fertige Bild herunterladen oder die Beschreibung mit Kolleginnen und Kollegen teilen.
Wer aus Stichpunkten bereits fertige PowerPoint-Folien bauen lässt, kann die neuen Bildvorlagen direkt als Aufmacher für die nächste Präsentation nutzen.
Kostenlos nutzbar – mit Tageslimit im Gratis-Konto
Die überarbeitete Bildfunktion steht laut OpenAIs Hilfeseite allen ChatGPT-Konten offen, vom kostenlosen Zugang bis zu den Bezahl-Stufen Plus, Pro und Business. Eine Warteliste gibt es nicht, der Zugriff erfolgt automatisch über Web, Desktop und die Handy-App. Zusatzkosten fallen für die Nutzung im Chat nicht an.
Wer ein Gratis-Konto nutzt, darf Berichten zufolge nur zwei bis drei Bilder pro Tag erzeugen – eine offizielle, von OpenAI bestätigte Zahl dazu gibt es nicht, sie ist unabhängig nicht verifiziert. Bezahlte Konten erhalten deutlich mehr Spielraum, ohne dass OpenAI dafür ein festes Kontingent nennt. Ähnliche Bildfunktionen bieten inzwischen auch andere Programme: Google Docs erstellt Bilder und Diagramme allerdings nur im kostenpflichtigen Workspace- oder KI-Abo.
Entscheidend wird, ob Büros die neue Schärfe auch kritisch nutzen: Weil Gesichter und Logos jetzt zuverlässiger erhalten bleiben, lassen sich damit ebenso überzeugende Fälschungen von Kolleginnen, Kunden oder Markenlogos erstellen. Bei internen Vorlagen mit echten Fotos von Beschäftigten oder Kundengesichtern lohnt vorher ein Blick in die eigene Datenschutzrichtlinie. Offen bleibt, wie großzügig OpenAI das Tageslimit für Gratis-Konten in den kommenden Wochen bemisst.


