Adobe Acrobat gestaltet Dokumente seit dem 9. September 2026 automatisch um: Die neue Stylize-Funktion verwandelt Rechnungen, Lebensläufe und Berichte in eine fertige Vorlage, ohne den Text zu verändern. Zusätzlich liest Acrobat PDFs jetzt als persönlichen Podcast vor. Beide Funktionen stecken im bestehenden Zusatz-Abo Acrobat AI Assistant Plus für 5,99 Euro im Monat.
Acrobat übernimmt jetzt die Gestaltung von Dokumenten
Wie Adobe mitteilt, baut die neue Funktion Stylize auf tausenden fertigen Vorlagen aus Adobe Express auf. Wer ein einfaches Word- oder PDF-Dokument in Acrobat öffnet, wählt eine passende Vorlage aus – etwa für Rechnungen, Lebensläufe, Berichte oder Angebote. Acrobat übernimmt anschließend den vorhandenen Text automatisch und ordnet ihn in das neue Layout ein, ohne Formulierungen zu verändern.
Parallel dazu liest Acrobat Dokumente jetzt auch vor: Aus einem PDF oder einem Weblink entsteht auf Wunsch eine kurze Zusammenfassung oder ein längeres Gespräch im Podcast-Stil, bei dem sich Tonfall und Fachlevel einstellen lassen. Für dichte Berichte gibt es zusätzlich interaktive Visualisierungen und fertige Folienübersichten, die die wichtigsten Zahlen auf einen Blick zeigen. Alle drei Werkzeuge laufen über denselben KI-Assistenten, der in Acrobat bereits seit 2024 auch auf Deutsch arbeitet. Adobe bündelt sie unter dem Namen „Productivity Agent” und verspricht, dass sich damit auch wiederkehrende Aufgaben wie Angebote, Protokolle oder Reisekostenabrechnungen künftig schneller in ein einheitliches, firmentaugliches Aussehen bringen lassen als bisher von Hand.
Der Alltag: Aus einer losen Rechnung wird ein fertiges Layout
Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Sachbearbeiterin tippt eine Rechnung bislang in eine schlichte Word-Vorlage und kopiert Firmenlogo und Fußzeile jedes Mal von Hand hinein. Mit Stylize lädt sie den Entwurf stattdessen in Acrobat hoch, wählt eine passende Rechnungsvorlage aus der Adobe-Express-Bibliothek, und das Programm überträgt Beträge, Positionen und Kundendaten automatisch in das neue Layout. In wenigen Minuten entsteht so ein einheitlich gestaltetes PDF, das sich direkt verschicken lässt.
So lässt sich die Funktion starten:
- Dokument – Rechnung, Lebenslauf oder Bericht – in Acrobat öffnen, im Web, am Desktop oder in der App.
- Im Menü die Option „Stylize” beziehungsweise „Mit Adobe Express gestalten” auswählen.
- Eine passende Vorlage aus der Bibliothek aussuchen.
- Acrobat den Text automatisch in das neue Layout übertragen lassen.
- Ergebnis prüfen und herunterladen oder direkt weitergeben.
Für Berichte, die vor einem Termin schnell erfasst werden müssen, bietet sich die Podcast-Funktion an: Wer unterwegs ist, lässt sich eine zwanzigseitige Analyse als kurzes Gespräch vorlesen, statt sie am Bildschirm zu lesen. Ähnlich funktioniert bereits das Zusammenfassen von PDF-Berichten und Verträgen mit Claude, nur eben als Audio statt als Text.
Die neuen Funktionen kosten ab 5,99 Euro im Monat
Stylize sowie die Vorlese- und Visualisierungsfunktionen stehen in den bestehenden Abos Acrobat AI Assistant Plus (5,99 Euro im Monat als Zusatz zum Reader oder zu Acrobat) sowie in Acrobat Studio (29,99 Euro im Monat für Einzelpersonen) zur Verfügung – beide Tarife sind bereits in Deutschland buchbar. Firmenkunden erhalten über Acrobat Studio für Unternehmen zusätzlich eine durchsuchbare Wissensdatenbank namens Knowledge Base, die Antworten aus SharePoint- und Google-Drive-Dokumenten zieht, sowie den Analyzer, der große Mengen ähnlicher Dokumente wie Verträge oder Rechnungen automatisch auswertet. Für die Unternehmens-Variante nennt Adobe bislang keinen Preis.
Zugänglich sind die neuen Funktionen über die Acrobat-Website, die Desktop-Anwendung für Windows und Mac sowie die mobile App. Ein bestehendes Adobe-Konto reicht zum Einstieg, eine zusätzliche Installation ist für die Web-Version nicht nötig.
Offen bleibt, ob die Podcast-Stimme auch auf Deutsch vorliest oder vorerst nur auf Englisch – Adobe nennt dazu bislang keine Details, während der textbasierte KI-Assistent in Acrobat bereits seit 2024 Deutsch beherrscht. Wer Kunden- oder Vertragsdaten hochlädt, kann laut Adobe beruhigt sein: Kundendokumente fließen nach Unternehmensangaben nicht in das Training der eigenen KI-Modelle ein – für interne Vorgaben zum Umgang mit sensiblen Dateien lohnt sich dennoch ein Blick in die eigene Datenschutzrichtlinie, bevor größere Dokumentenmengen hochgeladen werden.


