Wer vor einem Kundentermin schnell einen Marktüberblick braucht, tippt die Aufgabe in ChatGPT und schaltet die Websuche dazu. Aus einer Stunde Recherche wird so oft ein Briefing in 15 Minuten. Die Antwort liefert Kernaussagen und Quellenlinks, geprüft werden muss sie trotzdem selbst. Der Workflow eignet sich nicht nur für den Vertrieb, sondern genauso für Einkauf, Backoffice oder Assistenz, wenn vor einem Termin schnell Hintergrundwissen fehlt.
So läuft die Recherche mit ChatGPT ab
Ausgangslage: Eine Vertriebsmitarbeiterin bereitet ein Erstgespräch mit einem mittelständischen Maschinenbauer vor. Sie will dessen Branche, aktuelle Herausforderungen und laufende Projekte in Kürze kennen, ohne selbst durch ein Dutzend Webseiten zu klicken.
- Die Aufgabe in einem Satz formulieren, mit Zweck und Zielgruppe des Briefings, etwa „Fasse aktuelle Herausforderungen im Maschinenbau für ein Kundengespräch zusammen, mit Quellen.”
- Über das Plus-Symbol oder den Befehl „/” die Websuche einschalten.
- ChatGPT durchsuchen lassen und die Antwort mit den eingeblendeten Quellenlinks abwarten.
- Zwei bis drei Quellen stichprobenartig öffnen und die wichtigsten Aussagen gegenprüfen.
- ChatGPT bitten, das geprüfte Ergebnis als Stichpunktliste für ein Briefing umzuformulieren.
- Die Liste in Word oder eine E-Mail einfügen und um eigenes Wissen zum Kunden ergänzen.
Ergebnis: ein kurzes Briefing-Dokument mit Kernaussagen und Links zu den Quellen, meist in einer Viertelstunde statt einer Stunde. Für die Vertriebsmitarbeiterin bleibt vor dem Termin Zeit, die Punkte noch einmal in eigenen Worten durchzugehen.
Das bringt der Workflow im Bürodalltag
Der Workflow spart vor allem Zeit: ChatGPT bündelt Suchergebnisse in einer Antwort mit Links zum Nachlesen, statt dass Nutzende einzelne Webseiten nacheinander öffnen. Das eignet sich für Wettbewerbsübersichten, Branchentrends, Recherche für Präsentationsfolien oder die Vorbereitung auf Kundentermine gleichermaßen.
Wer die Websuche häufiger nutzt, profitiert zusätzlich vom aufgehobenen Nachrichtenlimit im kostenlosen Konto, das ChatGPT seit August 2026 nicht mehr bremst. So lässt sich der Workflow mehrmals am Tag wiederholen, ohne auf ein bezahltes Abo umzusteigen.
Wer bereits Microsoft 365 oder Google Workspace im Büro einsetzt, findet ähnliche Websuch-Funktionen auch in Copilot beziehungsweise Gemini – der hier beschriebene Ablauf aus Aufgabe formulieren, suchen lassen und Quellen prüfen funktioniert dort im Kern genauso, auch wenn sich einzelne Menüpunkte unterscheiden können.
Kosten, Zugang und Voraussetzungen
Die Websuche steht laut OpenAI allen ChatGPT-Konten zur Verfügung, auch dem kostenlosen Tarif – ein Konto auf chatgpt.com oder in der App reicht aus, eine Kreditkarte ist dafür nicht nötig. Zahlende Tarife wie Plus sollen laut Anbieter vor allem bei hoher Nutzung Vorteile bringen, etwa höhere Nutzungsgrenzen. Für Deutschland und die EU ist die Funktion demnach freigeschaltet, eine gesonderte Region-Einstellung ist nicht nötig, und die Antworten erscheinen auf Deutsch, wenn die Frage auf Deutsch gestellt wird.
Wer Kundendaten in die Eingabe schreibt, sollte vorher die Datenkontrollen im eigenen Profil prüfen: Bei privaten Konten fließen Unterhaltungen laut OpenAI standardmäßig ins Modelltraining ein, lässt sich das aber abschalten. Firmenkonten wie ChatGPT Business nutzen Eingaben dem Anbieter zufolge grundsätzlich nicht zum Training – für sensible Kundendaten ist das die sicherere Wahl.
Der Workflow ersetzt keine Tiefenrecherche: Bei wichtigen Entscheidungen bleibt das Öffnen der Originalquelle Pflicht, denn ChatGPT kann Inhalte falsch zusammenfassen, einzelne Zahlen verwechseln oder veraltete Treffer einmischen. Für den schnellen Überblick vor einem Termin reicht die Websuche trotzdem meist aus.


