OpenAI öffnet die Aufgabenplanung von ChatGPT seit dem 25. August 2026 auch für kostenlose Konten: Bis zu drei wiederkehrende Erinnerungen oder einmalige Aufgaben lassen sich ganz ohne Abo einrichten. Bislang war die Funktion allein zahlenden Kundinnen und Kunden vorbehalten. Wer täglich Fristen, Berichte oder eingehende Post im Blick behalten muss, spart sich damit manuelle Kalendereinträge.
ChatGPT übernimmt jetzt auch im Gratis-Konto die Terminplanung
Die neue Funktion trägt bei OpenAI den Namen „Aufgaben” und funktioniert wie ein Wecker mit Gedächtnis: Wer ChatGPT einmal beschreibt, was zu welchem Zeitpunkt passieren soll, erledigt die KI das von da an selbstständig. Ein eigener Bereich in der Seitenleiste zeigt alle aktiven Aufgaben, ihre nächste Ausführung sowie eine Pause-, Bearbeiten- und Löschfunktion.
Im kostenlosen Konto sind bis zu drei solcher Aufgaben gleichzeitig aktiv, entweder als einmalige Erledigung oder als Wiederholung höchstens einmal am Tag. Bezahlte Tarife erlauben deutlich mehr: Der Einstiegstarif Go kommt ebenfalls auf drei Aufgaben, Plus auf fünf, Business und Edu auf zehn, Pro und Enterprise auf fünfzehn gleichzeitig laufende Aufgaben. Nur zahlende Kundschaft kann zudem festlegen, dass eine Aufgabe nicht nur zu einer Uhrzeit, sondern durch ein Ereignis ausgelöst wird – etwa eine neue E-Mail in Gmail, eine Nachricht in Slack oder eine Änderung in einem GitHub-Projekt. Im Gratis-Konto bleibt es bei reiner Zeitsteuerung.
So richten Büro-Angestellte eine erste Aufgabe ein
Ein Beispiel aus dem Tagesgeschäft zeigt den Nutzen: Eine Assistenz möchte jeden Montagmorgen eine kurze Übersicht offener Kundenanfragen aus dem Postfach erhalten, ohne selbst daran zu denken. Statt eines eigenen Kalendereintrags reicht eine einmalige Anweisung an ChatGPT, die von da an automatisch wiederkehrt.
- ChatGPT öffnen und im Eingabefeld das Werkzeug-Symbol oder den Menüpunkt „Aufgabe planen” auswählen.
- In eigenen Worten beschreiben, was erledigt werden soll, etwa eine Zusammenfassung, eine Erinnerung oder eine Recherche.
- Zeitpunkt und Wiederholung festlegen, zum Beispiel „jeden Montag um neun Uhr”.
- Vorschlag von ChatGPT prüfen und bestätigen.
- Aktive Aufgaben jederzeit im Aufgaben-Bereich der Seitenleiste ansehen, pausieren oder löschen.
Eine feste Uhrzeit garantiert das Gratis-Konto allerdings nicht: ChatGPT liefert Ergebnisse dort eher in einem Zeitfenster wie „morgens” oder „abends”, während bezahlte Tarife eine exakte Minute einhalten. Wer ohnehin schon das im August angehobene Nachrichtenlimit im Gratis-Konto nutzt, bekommt mit der Aufgabenplanung ein zweites kostenloses Werkzeug für den Büroalltag dazu.
Kosten, Verfügbarkeit und Grenzen der neuen Funktion
Die Aufgabenplanung kostet im Gratis-Konto nichts zusätzlich und lässt sich sowohl im Browser unter chatgpt.com als auch in den Apps für Handy und Computer nutzen. Genutzt werden kann sie mit demselben Konto, mit dem auch normale Unterhaltungen mit ChatGPT geführt werden – eine gesonderte Anmeldung ist nicht nötig.
Der Rollout begann laut übereinstimmenden Berichten am 25. August 2026 und lief zunächst schrittweise an; wer die Funktion noch nicht sieht, dürfte sie in den kommenden Tagen erhalten. Eine Einschränkung speziell für Deutschland oder die Europäische Union nennt keiner der ausgewerteten Berichte, unabhängig verifiziert ist das allerdings nicht. Wer mehr als drei gleichzeitige Aufgaben braucht, häufigere Wiederholungen als einmal täglich möchte oder Aufgaben durch externe Dienste auslösen will, kommt weiterhin an einem bezahlten Tarif ab dem Einstiegsabo Plus nicht vorbei. Für einfache Erinnerungen und wiederkehrende Kurz-Recherchen reicht die kostenlose Version im Arbeitsalltag jedoch bereits aus.
Entscheidend wird, ob OpenAI die Zuverlässigkeit der zeitgesteuerten Aufgaben hochhält, sobald deutlich mehr Menschen die Gratis-Funktion nutzen – frühere Testphasen zeigten gelegentlich verspätete oder ausgefallene Benachrichtigungen. Offen bleibt zudem, ob OpenAI die Funktion in der EU unverändert lässt oder wie schon bei anderen Neuerungen zunächst Anpassungen für die hiesige Datenschutzaufsicht nachreicht. Wer dienstliche Aufgaben plant, sollte darin ohnehin keine internen Kundendaten oder Vertragsdetails nennen, ohne vorher die eigene IT-Abteilung zu fragen.


