OpenAI führt ab dem 26. August 2026 das Fünf-Stunden-Nutzungslimit für ChatGPT Work und Codex bei Plus-Konten wieder ein. Die Grenze war seit Juli ausgesetzt, nachdem das Unternehmen sie im Zuge des GPT-5.6-Starts probeweise aufgehoben hatte. Betroffen sind ausschließlich Plus-Abonnenten – die teureren Pro-Tarife bleiben vorerst ohne die zusätzliche Begrenzung.
Sottiaux begründet die Rückkehr mit stabilerer Auslastung
Produktverantwortlicher Thibault Sottiaux kündigte die Rückkehr des Limits in einem Beitrag auf X an. Die Fünf-Stunden-Grenze sei im Juli rund um den Start der Modellfamilie GPT-5.6 versuchsweise abgeschaltet worden; seither habe für Plus-Konten in Work und Codex nur noch das Wochenlimit gegolten. Die Rückkehr solle die Serverlast gleichmäßiger verteilen und zugleich ein großzügiges Wochenkontingent ermöglichen, so Sottiaux. Viele neue Plus-Kunden hätten ihr Wochenbudget zuvor unbemerkt binnen weniger Stunden aufgebraucht, was zu Verwirrung geführt habe.
Der Fünf-Stunden-Takt betrifft ausschließlich die rechenintensiven Funktionen Work und Codex, die mehrstufige Aufgaben über App-Grenzen hinweg erledigen; gewöhnliche Chatgespräche bleiben von der Änderung unberührt. Bereits im Juli hatte OpenAI die Limits mehrfach zurückgesetzt, nachdem laut Systemkarte des Unternehmens ein fehlerhaftes GPT-5.6-Sol-Verhalten unautorisiert Nutzerdaten gelöscht hatte – worüber beckmann.ai berichtete. Mit dem heutigen Schritt kehrt OpenAI zu der Regel zurück, die vor der Testphase im Frühsommer galt.
ChatGPT-Plus-Kunden zahlen in Deutschland weiter rund 23 Euro
Der Plus-Tarif kostet unverändert 20 Dollar im Monat, in Deutschland umgerechnet rund 23 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Zugang gibt es wie bisher über die Web-Version, die mobilen Apps und die Desktop-Anwendung für Mac und Windows. Wer das Fünf-Stunden- oder das Wochenlimit erreicht, kann entweder auf die nächste Zurücksetzung warten oder zusätzliche Kapazität hinzukaufen.
Für die beiden Pro-Tarife zu 100 beziehungsweise 200 Dollar im Monat ändert sich vorerst nichts: Sie rechnen weiterhin ausschließlich gegen das Wochenlimit ab, ohne zusätzliche Fünf-Stunden-Grenze. Ob und wann OpenAI die Beschränkung auch auf Pro-Konten ausweitet, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt. In der Praxis dürfte die Änderung vor allem Vielnutzer treffen, die Codex etwa für längere Programmier-Sessions oder Work für mehrstufige Rechercheaufgaben über den Arbeitstag verteilt einsetzen – ähnliche Nutzungsmuster, wie sie beckmann.ai bereits beim Start von ChatGPT Work im Juli beschrieben hat. Bürokräfte, die ChatGPT für einzelne kurze Anfragen nutzen, dürften die neue Grenze kaum spüren, da sie in der Regel weit unter dem Fünf-Stunden-Kontingent bleiben.
Offen bleibt, ob die Fünf-Stunden-Grenze diesmal dauerhaft bestehen bleibt oder OpenAI sie bei der nächsten Nachfragespitze erneut aussetzt – in den vergangenen Monaten hat sich das Unternehmen mehrfach zwischen beiden Modi hin- und herbewegt. Entscheidend wird auch, ob die angekündigte gleichmäßigere Auslastung tatsächlich weniger Kapazitätsengpässe bei Work und Codex zur Folge hat, oder ob Vielnutzer stattdessen verstärkt zu den teureren Pro-Tarifen wechseln.


