Google hat Gemini in Google Docs eine neue Bildfunktion spendiert: Ab dem 28. Juli 2026 lassen sich Bilder, Diagramme und Infografiken direkt per Texteingabe im Dokument erzeugen und bearbeiten. Die Grafiken passen sich automatisch an den geschriebenen Inhalt an. Zugang haben vorerst nur zahlende Workspace- und Google-AI-Kundinnen und -Kunden am Computer.
Gemini baut Diagramme und Bilder passend zum Text
Bislang ließ sich in Google Docs nur ein einzelnes Bild auf Zuruf erzeugen. Mit dem Update, das laut der offiziellen Ankündigung von Google am 28. Juli 2026 startet, kann Gemini nun ganze Bildstrecken bauen: Diagramme, die einen Vorschlag erklären, Infografiken zu einer Textzusammenfassung oder mehrere zueinander passende Grafiken in einem Arbeitsgang. Die KI liest dabei automatisch den Text im Dokument mit – wer einen Absatz über eine neue Preisliste schreibt, bekommt ohne Umweg eine passende Tabelle oder Grafik vorgeschlagen. Bestehende Bilder lassen sich zusätzlich per Freitext ändern: Ein Hinweis wie „mache das Bild breiter” oder „ändere den Stil auf skizzenhaft” genügt, auch für mehrere Bilder auf einmal. Android Authority berichtet, die Funktion mache damit den Wechsel in ein separates Grafikprogramm überflüssig. Google weist zudem darauf hin, dass erzeugte Bilder nur innerhalb von Google Docs genutzt werden dürfen und nicht immer wirklichkeitsgetreu sind.
Aus einem Bericht wird in Sekunden eine Infografik
Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Sachbearbeiterin schreibt einen einseitigen Bericht zum Stand eines Projekts. Statt Zahlen und Meilensteine zusätzlich in ein Präsentationsprogramm zu übertragen, tippt sie im Dokument den Hinweis „fasse die Meilensteine oben als Infografik zusammen”. Gemini erzeugt daraufhin eine passende Grafik direkt neben dem Text, die sich per weiterem Hinweis noch in Farbe oder Format anpassen lässt. Für Angebote, interne Leitfäden oder Ergebnisprotokolle mit offenen Aufgaben spart das den Umweg über Vorlagen oder ein zweites Programm. Wichtig ist dabei: Wer sensible Kunden- oder Firmendaten im Prompt nennt, sollte das vorher mit den eigenen internen Vorgaben abgleichen, da die Inhalte laut Google zur Bilderzeugung verarbeitet werden.
Nur im Bezahl-Abo verfügbar – und vorerst nur am PC
Die neue Bildfunktion läuft über sogenannte Rapid-Release- und Scheduled-Release-Domains schrittweise an; laut Google kann es bis zu 15 Tage dauern, bis alle berechtigten Konten Zugriff erhalten. Zugang haben Workspace-Kundinnen und -Kunden mit den Tarifen Business Standard oder Plus sowie Enterprise Standard oder Plus, dazu Bildungskonten mit Education Plus oder dem Zusatz Google AI Pro for Education. Wer privat zahlt, braucht ein Abo von Google AI Pro oder Ultra; kostenlose Google-Konten bleiben außen vor. Ähnlich war es bereits bei Gemini in Google Drive und bei der Freitext-Schreibhilfe in Gmail: Neue Gemini-Funktionen kommen fast immer zuerst in den Bezahl-Tarifen an. Die Bildfunktion läuft bislang außerdem nur im Browser am Computer, eine Version für Smartphone oder Tablet fehlt noch. Voraussetzung ist zudem, dass in den persönlichen Einstellungen die sogenannten „intelligenten Funktionen” von Workspace aktiviert sind; in Unternehmen übernehmen das meist die IT-Verantwortlichen über die Admin-Konsole.
So lässt sich die Funktion im eigenen Konto finden:
- Ein Dokument in Google Docs am Computer öffnen.
- Die Leiste am unteren Bildschirmrand oder die Seitenleiste „Gemini fragen” öffnen.
- Im Textfeld das gewünschte Bild, Diagramm oder die Infografik beschreiben.
- Den Vorschlag prüfen und mit „Übernehmen” in den Text einfügen.
Entscheidend wird, ob Gemini die vielen unterschiedlichen Bürodokumente – von Angeboten bis zu internen Leitfäden – zuverlässig genug trifft, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer die Grafiken händisch nachbessern müssen. Offen bleibt zudem, wann eine mobile Version folgt, da ein großer Teil der Büroarbeit heute auch über Smartphone oder Tablet läuft. Wer die Funktion mit echten Kunden- oder Projektdaten füttert, sollte vorher einen Blick in die eigenen Datenschutzvorgaben werfen, da die Prompts laut Google zur Bilderzeugung verarbeitet werden.


