KI-Praxis

Gmail passt E-Mail-Entwürfe jetzt exakt nach eigenen Wünschen an

3 Min. Lesezeit
Eine Angestellte tippt am Laptop eine eigene Textanweisung in Gmails Schreibhilfe „Hilf mir schreiben“, im Hintergrund liegen Kalender und Notizen auf dem Schreibtisch. Generiertes Bild mit GPT Image 2
Eine Angestellte tippt am Laptop eine eigene Textanweisung in Gmails Schreibhilfe „Hilf mir schreiben“, im Hintergrund liegen Kalender und Notizen auf dem Schreibtisch.

TL;DR Too Long; Didn’t read

Gmail erlaubt es der KI-Schreibhilfe jetzt, gezielte Freitext-Anweisungen wie das Ergänzen eines Liefertermins direkt umzusetzen, statt nur feste Buttons anzubieten. Nutzerinnen mit Workspace-Business-, Enterprise- oder Google-AI-Abo sparen dadurch Zeit beim Nachbessern von Entwürfen. Der Rollout läuft weltweit und soll bis zum 20. Juli 2026 abgeschlossen sein; kostenlose private Gmail-Konten bleiben außen vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gmail-Nutzerinnen können der Schreib-KI ab sofort per Freitext exakte Änderungswünsche mitteilen.
  • Feste Buttons wie „Kürzen“ oder „Förmlicher“ bleiben erhalten und werden nur ergänzt.
  • Verfügbar für Workspace Business und Enterprise sowie Google AI Plus, Pro und Ultra – nicht im kostenlosen Gmail.
  • Der weltweite Rollout läuft bereits und soll bis zum 20. Juli 2026 abgeschlossen sein.
  • Ein neuer Rückgängig-Knopf macht einzelne Korrekturen möglich, ohne den Entwurf neu zu erstellen.
  • Die Funktion erscheint automatisch im bestehenden Gmail-Postfach, eine separate Aktivierung entfällt.

Google schaltet in Gmail eine neue Stufe der Schreibhilfe frei: Die Funktion „Hilf mir schreiben“ nimmt ab sofort präzise Freitext-Wünsche entgegen, statt nur feste Buttons wie „Kürzen“ anzubieten. Wer einen Liefertermin ergänzt haben möchte, tippt das einfach ein, und die KI passt den Entwurf sofort an. Der Rollout läuft bereits und soll bis zum 20. Juli 2026 abgeschlossen sein.

Freitext statt feste Buttons: Das ändert sich in Gmail

Bisher bot „Hilf mir schreiben“ nur vorgegebene Überarbeitungen an: den Entwurf glätten, förmlicher formulieren oder kürzen. Individuelle Wünsche ließen sich damit nicht umsetzen, wer etwas anderes wollte, musste den Text von Hand nachbearbeiten. Wie Google im offiziellen Workspace-Blog mitteilt, lässt sich nun zusätzlich ein freier Text eingeben, der genau beschreibt, was am Entwurf geändert werden soll.

Die Gmail-KI setzt diese Anweisung unmittelbar um und zeigt den überarbeiteten Text zur Kontrolle an. Ein neuer Rückgängig-Knopf erlaubt es, einzelne Änderungen zurückzunehmen, ohne den gesamten Entwurf neu erstellen zu lassen. So lässt sich der Text in mehreren kleinen Schritten verfeinern, bis er passt, ähnlich wie bei einer kurzen Rückfrage an eine Kollegin, die den Entwurf redigiert.

Die Funktion ist Teil des bestehenden „Hilf mir schreiben“-Werkzeugs, das direkt beim Verfassen einer E-Mail über das Stiftsymbol erscheint. Es muss also nichts neu installiert oder gesucht werden. Die festen Buttons für Ton und Länge bleiben daneben bestehen, sie eignen sich weiterhin für schnelle Standardänderungen ohne eigene Formulierung.

Ein Beispiel aus dem Büroalltag

Eine Sachbearbeiterin in der Kundenbetreuung lässt sich von Gmail einen Antwortentwurf zu einer Reklamation erstellen. Der erste Entwurf liest sich gut, es fehlen jedoch die Reklamationsnummer und ein neuer Liefertermin. Statt den Text selbst umzuschreiben, tippt sie in das Freitextfeld: „Ergänze im ersten Absatz die Reklamationsnummer 48213 und nenne als neuen Liefertermin den 25. Juli.“ Gmail baut beide Angaben direkt an der richtigen Stelle ein.

So entstehen aus einem allgemeinen KI-Entwurf innerhalb weniger Sekunden fertige, konkrete E-Mails, ohne dass Formulierungen von Hand angepasst werden müssen. Passt eine Änderung nicht, tippt sie einfach nach, etwa „schreibe den zweiten Absatz kürzer“, statt den kompletten Entwurf zu verwerfen und neu anzufordern. Genutzt wird die Funktion in wenigen Schritten:

  1. E-Mail wie gewohnt öffnen und „Hilf mir schreiben“ auswählen.
  2. Ersten Entwurf erstellen oder eine vorhandene Notiz eingeben lassen.
  3. Freitextfeld unterhalb des Entwurfs öffnen.
  4. Konkrete Änderung eintippen, etwa einen fehlenden Termin oder einen anderen Ton.
  5. Ergebnis prüfen, bei Bedarf mit „Rückgängig“ zurücksetzen und senden.

Verfügbar nur mit bestimmten Abos, Rollout bis 20. Juli

Kostenlose, private Gmail-Konten erhalten die neue Freitext-Verfeinerung laut Google zunächst nicht. Zugriff haben Nutzerinnen mit Google-Workspace-Business- oder -Enterprise-Tarifen (jeweils Starter, Standard und Plus), mit den kostenpflichtigen Abos Google AI Plus, Pro und Ultra sowie mit Google AI Pro for Education. Auch Kundinnen mit dem Zusatzpaket „AI Expanded Access“ und dem Tarif Frontline Plus sind eingeschlossen.

Eine separate Aktivierung ist nicht nötig: Die Funktion erscheint automatisch im Gmail-Postfach der berechtigten Konten, sobald der Rollout dort angekommen ist. Die Verteilung über alle Rapid- und Scheduled-Release-Domains soll bis zum 20. Juli 2026 abgeschlossen sein, eine Einschränkung auf einzelne Länder oder Sprachen nennt die Ankündigung nicht. Ein Bericht von Chrome Unboxed bestätigt den weltweiten Rollout unabhängig.

Entscheidend wird, ob Beschäftigte die Freitext-Eingabe tatsächlich nutzen oder aus Gewohnheit bei den festen Buttons bleiben. Wer Kunden- oder Firmendaten in den Entwurf einträgt, sollte dabei die internen Vorgaben zum Umgang mit KI-Werkzeugen im Unternehmen beachten, auch wenn Workspace-Business- und Enterprise-Konten vertraglich strengere Datenschutzregeln als kostenlose Konten haben.

Häufige Fragen

Was kostet die neue Funktion?

Sie kostet keinen Aufpreis und ist in bestehenden Google-Workspace-Business- und -Enterprise-Tarifen sowie in den Abos Google AI Plus, Pro und Ultra enthalten. Kostenlose private Gmail-Konten haben zunächst keinen Zugriff.

Brauche ich ein Abo oder Konto für die Nutzung?

Ja, notwendig ist ein Google-Workspace-Business- oder -Enterprise-Tarif, ein Google-AI-Abo (Plus, Pro oder Ultra) oder Google AI Pro for Education.

Ist die Funktion auf Deutsch beziehungsweise in der EU verfügbar?

Die Ankündigung nennt keine Einschränkung auf einzelne Länder oder Sprachen; der Rollout läuft über alle Rapid- und Scheduled-Release-Domains weltweit.

Darf ich Kunden- oder Firmendaten in den E-Mail-Entwurf eingeben?

Bei Workspace-Business- und -Enterprise-Konten gelten die vertraglichen Datenschutzregeln des jeweiligen Tarifs. Interne Vorgaben zum Umgang mit KI-Werkzeugen im Unternehmen sollten trotzdem beachtet werden.

Wie unterscheidet sich das von ähnlichen Funktionen in Outlook oder Copilot?

Copilot in Outlook bietet ebenfalls KI-Entwurfshilfen, arbeitet aber mit eigenen Voreinstellungen und einem anderen Preismodell. Gmail erlaubt nun zusätzlich freien Text statt nur einer festen Auswahl an Überarbeitungen.


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