Google integriert künstlich erzeugte Bilder direkt in die Google-Suche: Zum 25. Jubiläum von Google Bilder erstellt das neue Modell Nano Banana 2 Lite in den KI-Übersichten eigene Bilder, wenn das offene Web kein passendes Motiv liefert. Parallel erhält Google Bilder eine persönliche Startseite mit Sammelfunktion für angemeldete Nutzer. Beide Neuerungen starten in den kommenden Wochen zunächst auf Englisch.
Nano Banana 2 Lite erzeugt Bilder in der Google-Suche
Die KI-Übersichten der Google-Suche zeigen künftig nicht nur gefundene, sondern auch selbst erzeugte Bilder. Sucht jemand nach einem Motiv, das im Web nicht existiert, erstellt Nano Banana 2 Lite ein passendes Bild aus dem Text der Anfrage. Als Beispiel nennt Google ein rot gestrichenes Zimmer. Wer wissen möchte, wie ein Raum in einer bestimmten Farbe wirkt, erhält eine eigens generierte Visualisierung anstelle eines gewöhnlichen Suchtreffers. Nano Banana 2 Lite geht auf das Modell zurück, das im vergangenen Jahr unter dem Namen Nano Banana als schnelle Bildfunktion in Gemini viral wurde. Wie TechCrunch berichtete, hatte Google die Lite-Version bereits Ende Juni 2026 für Entwicklerinnen und Entwickler über die Gemini-API geöffnet, bevor sie nun auch in die Suche wandert. Die neue Funktion in den KI-Übersichten rollt in den kommenden Wochen aus. Der Start erfolgt zunächst auf Englisch, in Regionen, die bereits Bildgenerierung im KI-Modus der Suche unterstützen. Anders als bei klassischen Bildersuchergebnissen entstehen die Motive vollständig neu, ohne Verweis auf eine Ursprungsseite im Web.
Neue Startseite bündelt persönliche Bildergalerie
Google Bilder bekommt außerdem eine überarbeitete Startseite unter images.google.com. Für angemeldete Nutzerinnen und Nutzer zeigt die Seite künftig eine dynamische Galerie mit Bildern, die zu ihren Interessen passen, ähnlich einem personalisierten Feed. Eine neue Sammelfunktion erlaubt es, Bilder in Kategorien wie Reiseideen oder Wohnungseinrichtung abzulegen und später wiederzufinden. Die Sammlungen lassen sich nach Themen benennen und jederzeit erweitern. TechCrunch ordnet die Neugestaltung als Anlehnung an Pinterest ein. Das Magazin wertet sie als Versuch, Nutzerinnen und Nutzer stärker an Google zu binden, statt sie zu externen Bildgeneratoren abwandern zu lassen. Der Rollout der Startseite beschränkt sich zunächst auf Desktop-Nutzer in den USA mit englischer Spracheinstellung, ein Google-Konto ist Voraussetzung. Eine mobile Version oder ein internationaler Start sind bislang nicht angekündigt. Die Überarbeitung fällt mit dem 25. Jahrestag von Google Bilder zusammen. Der Anstoß für Google Bilder soll im Jahr 2000 von auffällig vielen Suchanfragen nach einem Kleid von Jennifer Lopez ausgegangen sein. Damals entstand daraus 2001 das eigenständige Produkt Google Bilder.
Google baut den Wettlauf um Bildgenerierung aus
Die Erweiterung der Suche um Bildgenerierung reiht sich in einen branchenweiten Wettlauf um visuelle KI-Werkzeuge ein. OpenAI, xAI und Midjourney bieten mit ChatGPT, Grok Imagine und eigenen Tools bereits Bildgeneratoren an, die zunehmend auch in Alltagsanwendungen wie Chat-Apps auftauchen. Google reagiert darauf, indem es die Funktion direkt in die meistgenutzte Suchmaschine der Welt einbettet, statt sie nur als separates Produkt anzubieten. Für Verlage und Bildagenturen bedeutet das potenziell weniger Sichtbarkeit, wenn Nutzerinnen und Nutzer künftig seltener auf externe Fotos klicken und stattdessen ein KI-Bild direkt im Suchergebnis erhalten. Offizielle Zahlen dazu, wie stark sich der Klickverkehr zu Bildquellen im Web dadurch verändert, veröffentlicht Google bislang nicht. Nano Banana 2 Lite selbst ist erst wenige Wochen alt. Google hatte das schnelle und günstige Bildmodell Ende Juni 2026 zunächst für Entwicklerinnen und Entwickler über die Gemini-API freigegeben. Nun wandert es zusätzlich in Suche und KI-Übersichten. Die Ausweitung zeigt, wie schnell Google neue Modelle von der Entwicklerschnittstelle in Massenprodukte überträgt. Damit stehen Nutzerinnen und Nutzern erstmals drei Wege offen, um ein KI-Bild bei Google zu erzeugen: über die Gemini-App, die Entwickler-API und nun direkt in der Suche.
Entscheidend wird, ob Google KI-Bilder in der Suche dauerhaft klar von echten Fotos kennzeichnet, wenn Nutzerinnen und Nutzer sie weiterverbreiten. Offen bleibt zudem, wie Verlage und Bildagenturen reagieren, deren Motive durch die neue Funktion seltener direkt verlinkt werden könnten. Der nächste Anhaltspunkt dürfte der internationale Rollout sein, für den Google bislang keinen Termin über die kommenden Wochen hinaus genannt hat.


