ChatGPT lässt sich seit dieser Woche wieder direkt in WhatsApp nutzen, ganz ohne zusätzliche App. Möglich macht das eine Anordnung der EU-Kommission, die den Mutterkonzern Meta zur Wiederöffnung des Messengers für fremde KI-Chatbots zwingt. Wer die Nummer +1 800 242 8478 als Kontakt speichert, kann sofort Fragen stellen – ein eigenes OpenAI-Konto ist dafür nicht nötig.
WhatsApp öffnet sich wieder für ChatGPT
Mitte Januar 2026 hatte Meta den Zugriff gesperrt. Der Konzern begründete den Schritt mit neuen Regeln für die WhatsApp-Programmierschnittstelle, die allgemeine KI-Chatbots von Konkurrenzanbietern ausschlossen. Betroffen waren nach eigenen Angaben von OpenAI mehr als fünfzig Millionen Menschen, die ChatGPT zuvor über den Messenger genutzt hatten. Kritiker werteten den Schritt als Versuch, den hauseigenen Assistenten Meta AI zu bevorzugen.
Die EU-Kommission sah darin einen möglichen Verstoß gegen den Digital Markets Act und leitete ein Kartellverfahren ein. Anfang Juni ordnete sie vorläufige Maßnahmen an und setzte Meta eine Frist bis zum 15. Juni 2026, um Wettbewerbern wieder freien Zugang zu WhatsApp zu gewähren. Bei Nichteinhaltung drohen Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Von der Anordnung profitiert nicht nur OpenAI: Auch Microsofts Copilot fiel unter das Verbot und darf der EU-Anordnung zufolge ebenfalls wieder auf WhatsApp zugreifen. Seit dem 13. Juli 2026 funktioniert ChatGPT in WhatsApp nach Medienberichten wieder in der gesamten Europäischen Union, zusätzlich unter anderem in Indien.
Der Chat ersetzt schnelle Rückfragen im Büroalltag
Für die tägliche Arbeit bedeutet das einen kürzeren Weg zur KI-Hilfe, weil keine zusätzliche App nötig ist. Ein Beispiel aus der Sachbearbeitung: Eine Mitarbeiterin fotografiert mit dem Diensthandy eine handschriftlich ergänzte Lieferantenrechnung und schickt das Bild über WhatsApp an ChatGPT. Sie bittet um eine Zusammenfassung der offenen Posten in einfachen Worten und eine kurze E-Mail-Antwort an den Lieferanten. Beides liefert der Chatbot innerhalb weniger Sekunden zurück, direkt im selben Fenster, in dem ohnehin schon Kolleginnen und Kunden schreiben.
Auch unterwegs lässt sich die Funktion nutzen. Während einer Zugfahrt lässt sich etwa eine kurze Sprachnachricht mit Stichpunkten aufnehmen. Aus dieser erstellt ChatGPT einen ordentlichen Fließtext für das Protokoll. Wer häufiger mit fremdsprachigen Kunden schreibt, kann einzelne Sätze direkt im Chat übersetzen lassen, ohne zwischen Anwendungen zu wechseln. Der Nutzen liegt weniger in neuen Fähigkeiten. Ein vertrautes Werkzeug ist jetzt an einem Ort erreichbar, den ohnehin fast jede und jeder mehrmals täglich öffnet.
Zugang, Kosten und Grenzen der Funktion
Der Einstieg gelingt in wenigen Schritten:
- Die Nummer +1 800 242 8478 als neuen Kontakt in WhatsApp speichern.
- Eine erste Nachricht wie „Hallo” oder eine konkrete Frage schreiben.
- Bei Bedarf ein bestehendes ChatGPT-Konto verknüpfen, um höhere Nutzungsgrenzen zu erhalten.
- Text, Fotos oder Sprachnachrichten wie gewohnt im Chat versenden.
Die Grundnutzung ist laut der offiziellen OpenAI-Hilfeseite kostenlos, allerdings gilt für Nachrichten ohne verknüpftes Konto eine tägliche Obergrenze. Telefonanrufe bei derselben Nummer bleiben bislang auf die USA und Kanada beschränkt und funktionieren in Deutschland noch nicht – der Chat läuft dort jedoch bereits. Ein kostenpflichtiges ChatGPT-Abonnement hebt die Nachrichtengrenze auf und schaltet zusätzlich Sprachfunktionen frei.
Wer Firmen- oder Kundendaten im WhatsApp-Chat mit ChatGPT bespricht, sollte wissen, dass diese Inhalte bei OpenAI gespeichert und mit der Telefonnummer verknüpft werden. Passwörter, Zugangsdaten oder Gesundheitsangaben gehören deshalb grundsätzlich nicht in den Chat. Entscheidend wird, ob Meta die Öffnung dauerhaft beibehält. Nach Abschluss des EU-Verfahrens könnten erneut Einschränkungen drohen. Für den Büroalltag zählt vorerst, dass der Zugang wieder funktioniert.


