Intel investiert 5 Milliarden Euro in den Ausbau seines Chipwerks in Leixlip bei Dublin, wie der Konzern in einer Pressemitteilung ankündigte. Der Ausbau rüstet die bestehende Fabrik für die Fertigung von Prozessoren der Serie Xeon 6 auf, die zunehmend in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Der Großteil der Summe soll bis 2027 fließen und schafft Hunderte neue Fachkräfte-Stellen.
Ausbau modernisiert Fab 34 für Intel-3-Fertigung
Der Ausbau konzentriert sich auf Fab 34, die Intel 2023 am Standort Leixlip eröffnet hat. Dort installiert der Konzern neue Fertigungsanlagen und erweitert das automatisierte Transportsystem, das die einzelnen Werksmodule miteinander verbindet. Im Zentrum steht der Fertigungsprozess Intel 3, nach Konzernangaben die fortschrittlichste derzeit in Europa produzierte Chiptechnologie. Auf dieser Basis entstehen die bereits verfügbaren Xeon-6-Prozessoren sowie eine noch unangekündigte nächste Xeon-Generation für Cloud-Rechenzentren, Netzwerktechnik und KI-Workloads. Naga Chandrasekaran, bei Intel zuständig für Technologie und Fertigung, bezeichne Irland in der Mitteilung als eine der verlässlichsten Intel-Basen der vergangenen 35 Jahre. Die Investition entspreche etwa einem Drittel des jährlichen Investitionsbudgets von Intel. Fertig sein soll der Großteil der Arbeiten bis 2027. Neben mehreren Hundert dauerhaften Technikstellen entstehen rund 2.000 befristete Jobs für Bau- und Installationsfachkräfte. Intel beschäftigt in Leixlip aktuell knapp 5.000 Menschen und hat seit 1989 nach eigenen Angaben mehr als 30 Milliarden Euro in den irischen Standort investiert – eine kumulierte Zahl, die unabhängig nicht verifiziert ist.
Investition kontrastiert mit Intels globalem Stellenabbau
Politisch gilt der Ausbau als Vertrauenssignal für den Standort. Der irische Regierungschef Micheál Martin werte die Entscheidung laut Irish Times als starken Vertrauensbeweis in Irlands Fachkräftebasis. IDA-Ireland-Chef Michael Lohan verweist zudem auf die Bedeutung des Standorts für die technologische Souveränität der Europäischen Union, die mit dem eigenen Chips Act seit Jahren mehr Halbleiterfertigung auf den Kontinent zurückholen will. Intel bleibt vorerst der einzige Hersteller mit fortschrittlicher Logikchip-Fertigung in Europa. Die Ankündigung steht jedoch neben Intels eigenem, deutlich weniger positiven Konzernumbau: Intel-Chef Lip-Bu Tan hatte 2025 angekündigt, die weltweite Belegschaft um etwa 15 Prozent auf rund 75.000 Beschäftigte zu verkleinern, um Führungsebenen abzubauen und Kosten zu senken. Hintergrund sind anhaltende Verluste der Foundry-Sparte im Wettbewerb mit dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC, dessen Fabriken schon länger deutlich höher ausgelastet sind. Die Investition in Leixlip richtet sich damit gezielt auf das wachstumsstarke Geschäft mit KI- und Cloud-Prozessoren, während Intel an anderer Stelle seiner Organisation weiter Kosten senkt.
Entscheidend wird, ob sich die Wette auf KI-Prozessoren auszahlt, bevor der Ausbau in Leixlip 2027 abgeschlossen ist. Im Geschäft mit spezialisierten KI-Beschleunigern gilt Intel gegenüber Marktführer Nvidia bislang als Nachzügler, anders als bei klassischen Server-Prozessoren wie Xeon. Ob die zusätzliche Kapazität in Irland auch neue Großkunden für dieses Segment gewinnt, dürfte sich erst zeigen, wenn die modernisierten Anlagen den Betrieb aufnehmen.


