Anthropic zeigt Nutzerinnen und Nutzern in Indien seit dieser Woche erstmals Rupien-Preise für Claude an, mit Beträgen zwischen 2.000 und rund 24.000 Rupien pro Monat, wie zuerst TechCrunch berichtet. Ein Jahresabo der Einstiegsstufe Pro kostet damit effektiv rund 2.000 Rupien monatlich. Indien ist bereits nach den USA der zweitgrößte Markt für den Chatbot.
Neue Rupien-Tarife lösen Dollar-Preise für indische Nutzer ab
Die lokalisierten Preise gelten für sämtliche kostenpflichtigen Claude-Stufen, der kostenlose Einstieg mit Web- und Mobilzugang, Websuche, Sprachmodus sowie den Modellen Sonnet und Haiku bleibt unverändert. Das Jahresabo von Pro kostet effektiv 2.000 Rupien monatlich, bei monatlicher Abrechnung sind es 2.399 Rupien. Umgerechnet sind das knapp 17 beziehungsweise 20 US-Dollar – nahe an den amerikanischen Preisen von ebenfalls 17 Dollar. Die Stufe Max 5x liegt im Jahresabo bei 11.999 Rupien, Max 20x bei 23.999 Rupien monatlich. Beide bringen laut Anbieter eine fünf- bis zwanzigfache Nutzungsmenge sowie bevorzugten Zugang bei hoher Auslastung. Teams zahlen je nach Variante zwischen 2.399 und 14.999 Rupien pro Nutzerin und Monat, gestaffelt nach Standard- und Premium-Funktionsumfang. Alle Beträge enthalten laut Business Standard bereits die örtliche Umsatzsteuer. Bezahlen können Kundinnen und Kunden bislang nur mit Kredit- oder Debitkarte sowie über die Abrechnungssysteme der App Stores; eine Anbindung an das populäre indische Zahlungsnetzwerk UPI fehlt noch. Eine Stellungnahme zur Preisgestaltung lehnte Anthropic gegenüber TechCrunch ab.
Indien wird zum zweitgrößten Markt für Claude
Der Schritt unterstreicht das Gewicht Indiens für Anthropic. Das Land steht laut BestMediaInfo für 5,8 Prozent der weltweiten Claude-Nutzung und ist damit nach den USA der zweitgrößte Markt. Softwarebezogene Aufgaben machen demnach 45,2 Prozent der beruflich zugeordneten Anfragen in Indien aus, der höchste Anteil unter allen von Anthropic untersuchten Ländern. Die Umsatz-Run-Rate in Indien habe sich seit der Ankündigung der Expansionspläne im Oktober 2025 verdoppelt; unabhängig nicht verifiziert ist diese Angabe allerdings. Anthropic hatte im Februar 2026 sein erstes Büro in Bengaluru eröffnet. Bereits im Januar berief das Unternehmen die frühere Microsoft-Indien-Managerin Irina Ghose zur Landeschefin, wie Anthropic mitteilte. Ghose bringe mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Skalierung von Technologiegeschäften mit und habe zuvor bei Microsoft die Einführung von Unternehmens-KI in Banken, Gesundheitswesen, Fertigung und Behörden verantwortet. Anthropics internationaler Geschäftsführer Chris Ciauri äußerte sich laut Unternehmensmitteilung zuversichtlich, dass ihre lokale Expertise den weiteren Ausbau vorantreiben werde. TechCrunch zufolge kooperiert Anthropic in Indien zudem bereits mit den IT-Dienstleistern Infosys und TCS bei Unternehmenseinsätzen von Claude.
Entscheidend wird, ob Anthropic die Lücke bei UPI schließt, über das in Indien der überwiegende Teil digitaler Zahlungen läuft. Konkurrent OpenAI bindet den Dienst für ChatGPT bereits seit August 2025 ein. Bis Anthropic nachzieht, bleibt der Preisvorteil der Rupien-Tarife für viele potenzielle Kundinnen und Kunden ohne internationale Kreditkarte vorerst theoretisch.


