KI-Praxis

Copilot liest OneNote-Notizen jetzt als Podcast vor

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Microsoft 365 Copilot verwandelt Notizbücher in OneNote jetzt per Audioübersicht in eine gesprochene Zusammenfassung mit zwei KI-Stimmen. Wer Meeting-Notizen, Berichte oder Recherchematerial sammelt, kann sich den Inhalt unterwegs anhören, statt ihn erneut zu lesen. Die Funktion läuft auf Deutsch und weiteren Sprachen, setzt aber ein kostenpflichtiges Copilot-Konto voraus.

Ein Notizbuch mit einem Microsoft-Copilot-Logo-Sticker auf dem Einband liegt auf einem Schreibtisch, aus den Seiten steigen gezeichnete Schallwellen und Sprechblasen auf, daneben ein Kopfhörer und eine Kaffeetasse. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Copilot-Notizbücher fassen gesammelte Dokumente, Chats und Notizen jetzt als hörbare Audioübersicht mit zwei KI-Stimmen zusammen.
  • Die Audioübersicht steht unter anderem auf Deutsch, Englisch, Französisch und fünf weiteren Sprachen zur Verfügung.
  • Nötig ist eine kostenpflichtige Copilot-Lizenz im Geschäfts-, Schul- oder Unikonto; private Copilot-Abos und kostenlose Konten bleiben außen vor.
  • Copilot Notebook kommt ab Ende August 2026 auch für OneNote auf dem Mac, weltweit ohne Regionsbeschränkung.
  • Anders als die zum 18. August gestrichene Podcast-Funktion der privaten Copilot-App bleibt die Notizbuch-Audioübersicht bestehen.
  • Die KI liest ausschließlich aus den selbst hinzugefügten Notizbuch-Inhalten vor, nicht aus dem gesamten Postfach oder Internet.

Microsoft baut die sogenannten Copilot-Notizbücher in OneNote und der Copilot-App weiter aus: Wer dort Dokumente, E-Mail-Ausschnitte oder eigene Notizen zu einem Thema sammelt, kann sich den gesamten Inhalt jetzt als gesprochene Zusammenfassung mit zwei KI-Stimmen anhören. Das spart Lesezeit unterwegs, kostet aber eine bezahlte Copilot-Lizenz.

Copilot-Notizbücher bekommen eine hörbare Zusammenfassung

Ein Copilot-Notizbuch ist laut Microsofts eigener Beschreibung eine Art digitaler Sammelordner: Wer dort Word-Dateien, PDFs, OneNote-Seiten oder Links zu einem Projekt ablegt, kann Copilot anschließend gezielt zu diesem Material befragen. Die KI antwortet dabei ausschließlich aus den hinzugefügten Quellen, nicht aus dem gesamten Postfach, Teams-Verlauf oder dem offenen Internet – das senkt das Risiko falscher Antworten. Neu hinzugekommen ist die sogenannte Audioübersicht: Aus dem gesammelten Material entsteht ein gesprochenes Zwiegespräch zweier KI-Stimmen, die den Inhalt erklären und einordnen, ähnlich einer kurzen Podcast-Folge. Nutzerinnen und Nutzer wählen vorher Format, Stimme, Sprechstil und ungefähre Länge aus, danach dauert die Erstellung nur wenige Minuten. Vorausgesetzt wird laut Microsoft mindestens eine Referenzdatei im Notizbuch, etwa ein Word-Dokument oder eine OneNote-Seite. Die Funktion läuft sowohl in der eigenständigen Microsoft-365-Copilot-App als auch direkt in OneNote, wobei beide Orte automatisch synchron bleiben.

Diktat für unterwegs spart Lesezeit im Büroalltag

Für den Arbeitsalltag heißt das vor allem: Wissen lässt sich nebenbei aufnehmen, statt am Bildschirm gelesen zu werden. Ein Beispiel: Eine Sachbearbeiterin sammelt vor einem Kundentermin alle relevanten Unterlagen – eine Preisliste, das letzte Protokoll und zwei E-Mail-Verläufe – in einem Notizbuch und lässt sich daraus eine zehnminütige Audioübersicht erstellen. Auf dem Weg zum Termin hört sie sich die Zusammenfassung im Auto oder in der Bahn an, statt kurz vorher hektisch alle Dokumente noch einmal durchzublättern. Ähnlich lässt sich die Funktion zur Vorbereitung auf ein internes Meeting nutzen, wenn vorab mehrere Berichte oder eine lange E-Mail-Kette zusammengefasst werden sollen. Vergleichbar arbeitet bereits die Recap-Funktion in Microsoft Teams, die Besprechungen im Nachhinein automatisch in ein Protokoll verwandelt – die Notizbuch-Audioübersicht geht aber einen Schritt weiter und fasst auch Material zusammen, das nie in einem Meeting besprochen wurde, etwa Angebote oder Recherchenotizen. Wichtig bleibt: Die Audioübersicht fasst zusammen und ordnet ein, ersetzt aber keine sorgfältige eigene Prüfung wichtiger Zahlen oder Zusagen vor einem Kundengespräch.

Kostenpflichtige Lizenz nötig, Mac folgt erst Ende August

Die Audioübersicht ist laut der offiziellen Microsoft-Hilfeseite ausschließlich kommerziellen Microsoft-365-Nutzerinnen und -Nutzern mit Geschäfts-, Schul- oder Unikonto (Entra ID) vorbehalten; ein kostenloses Microsoft-Konto reicht nicht. Copilot-Notizbücher selbst stehen zwar auch Privatabos der Stufen Microsoft 365 Personal, Family oder Premium offen – die Audioübersicht bleibt dort laut Microsoft aber gesperrt und ist damit an ein Firmen-, Schul- oder Unikonto gebunden. Verfügbar ist die gesprochene Zusammenfassung unter anderem auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Japanisch und Chinesisch. Wer die Funktion ausprobieren möchte, geht so vor:

  1. Copilot-Notizbuch öffnen oder in OneNote ein neues Notizbuch mit Copilot-Unterstützung anlegen.
  2. Mindestens eine Datei oder Seite als Referenz hinzufügen, etwa ein Word-Dokument.
  3. In der Copilot-App den Bereich „Audioübersicht” auswählen, in OneNote den Weg über „Schnellerfassung” nehmen.
  4. Format, Stimme und ungefähre Länge festlegen.
  5. Auf „Audio generieren” tippen und die fertige Zusammenfassung abspielen oder herunterladen.

Für Windows und im Web ist die Notizbuch-Funktion bereits verfügbar; für OneNote auf dem Mac beginnt der weltweite Rollout laut einer Ankündigung im Microsoft 365 Message Center erst Ende August 2026 und soll Anfang September abgeschlossen sein – unabhängig von Deutschland oder der EU gilt dabei überall derselbe Zeitplan.

Entscheidend wird, ob Beschäftigte die Zeitersparnis auch wirklich nutzen oder die Audioübersicht neben dem eigentlichen Dokument nur als zusätzliches Format liegen lassen. Anders als die zum 18. August gestrichene Podcast-Funktion der privaten Copilot-App bleibt die Notizbuch-Audioübersicht bestehen und wird sogar weiter ausgebaut – ein Hinweis darauf, dass Microsoft das Format für den geschäftlichen Einsatz als lohnender einstuft als für private Nutzung. Wer Kunden- oder Firmendaten in ein Notizbuch lädt, sollte vorher die internen Vorgaben zum Umgang mit sensiblen Unterlagen prüfen, denn die Inhalte verlassen dafür kurzzeitig den gewohnten Ablageort.

Häufige Fragen

Was kostet die Audioübersicht in Copilot-Notizbüchern?

Kostenlose Microsoft-Konten haben keinen Zugriff. Die Audioübersicht steht laut Microsoft ausschließlich kommerziellen Microsoft-365-Nutzern mit Geschäfts-, Schul- oder Unikonto (Entra ID) zur Verfügung – auch mit einem privaten Copilot-Abo der Stufe Personal, Family oder Premium lässt sich zwar ein Notizbuch anlegen, die Audioübersicht bleibt darin aber gesperrt.

Brauche ich ein Copilot-Notizbuch, um die Funktion zu nutzen?

Ja, die Audioübersicht steht ausschließlich innerhalb eines bestehenden Copilot-Notizbuchs zur Verfügung und benötigt mindestens eine hinzugefügte Referenzdatei.

Ist die Funktion auf Deutsch nutzbar und in der EU verfügbar?

Ja, Deutsch gehört laut Microsoft zu den unterstützten Sprachen, und der Rollout läuft weltweit ohne Einschränkung für die EU.

Darf ich Kunden- oder Firmendaten in ein Copilot-Notizbuch laden?

Das hängt von den internen Vorgaben des Arbeitgebers ab. Sensible Unterlagen gehören in der Regel nur in ein dienstlich freigegebenes Konto mit passender Lizenz.

Wie unterscheidet sich das von der Recap-Funktion in Microsoft Teams?

Teams fasst ausschließlich abgehaltene Besprechungen zusammen, während die Notizbuch-Audioübersicht beliebiges gesammeltes Material wie Angebote oder Recherchen in Hörform bringt.

Quellen (3)
  1. Microsoft Support: Was sind Microsoft 365 Copilot-Notizbücher in OneNote?
  2. Microsoft Support: Audioübersicht über Ihr Microsoft 365 Copilot-Notizbuch erhalten
  3. Microsoft 365 Message Center: Copilot notebook in OneNote on Mac (MC1409042)

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