Microsoft baut in Copilot eine Teilen-Funktion für Chats ein. Ein Link genügt, um einen kompletten Gesprächsverlauf oder eine einzelne Antwort mit Kolleginnen und Kollegen zu teilen. Empfänger sehen den Inhalt sofort zum Nachlesen, ohne dass jemand Text kopieren und in eine E-Mail einfügen muss. Die Funktion gehört zum kostenpflichtigen Copilot-Abo und startet im August 2026 weltweit.
Copilot verschickt jetzt ganze Chats als Link
In Microsoft 365 Copilot erscheint laut einer Ankündigung im Microsoft-365-Nachrichtencenter ab sofort ein Teilen-Symbol über jedem Chat-Fenster. Ein Klick darauf erzeugt einen Link, der entweder die gesamte Unterhaltung oder nur eine einzelne Antwort enthält. Wer den Link öffnet, sieht den Chat in einer reinen Lesefassung – Tabellen, Aufzählungen und Quellenangaben bleiben dabei erhalten.
Bislang mussten Nutzerinnen und Nutzer Copilot-Antworten von Hand markieren, kopieren und in eine E-Mail oder einen Chat einfügen, wobei Formatierungen häufig verloren gingen. Wer den geteilten Link öffnet, kann die Unterhaltung als Ausgangspunkt für eine eigene Anfrage übernehmen und dort weiterarbeiten. Zugriff auf den Original-Chat der absendenden Person erhält die Person dabei nicht.
Der Microsoft-365-Fahrplan listet die Funktion unter der Kennung 562353. Vorgesehen ist sie für Copilot im Web, unter Windows, auf dem Mac, in Teams sowie auf mobilen Geräten. Für eine einzelne Antwort lässt sich ein eigener, kürzerer Link erzeugen, der nur diese eine Antwort zeigt und sich für kurze Rückfragen eignet. Ein gemeinsames Bearbeiten des Original-Chats ist dabei nicht vorgesehen: Jede Empfängerin startet stattdessen eine eigene, unabhängige Kopie der Unterhaltung.
Im Büroalltag spart die Funktion Kopieren und Einfügen
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Sachbearbeiterin lässt Copilot eine unklare Vertragsklausel zusammenfassen und möchte die Antwort der Kollegin aus der Rechtsabteilung zur Prüfung schicken. Bisher musste sie den Text markieren, in eine E-Mail einfügen und Formatierungen von Hand nachbessern. Mit der neuen Funktion schickt sie stattdessen einen Link. Die Kollegin sieht die komplette Antwort samt Quellenhinweisen im Original-Layout und kann bei Bedarf eigene Rückfragen an Copilot anschließen. Ähnlich lässt sich vorgehen, wenn die Buchhaltung eine Kostenübersicht von Copilot zusammenfassen lässt. Die Zahlen gehen dann direkt als Link an die Teamleitung, ohne Tabellen von Hand neu zu formatieren.
So lässt sich die Funktion nutzen:
- Chat oder einzelne Antwort in Copilot öffnen.
- Teilen-Symbol oben rechts im Chat beziehungsweise unter der einzelnen Antwort auswählen.
- Im Vorschaufenster prüfen, welcher Inhalt im Link enthalten ist.
- Link kopieren und per E-Mail, Teams oder Chat verschicken.
- Empfänger öffnet den Link und liest die Unterhaltung.
Verfügbar ist die Funktion nur mit bezahltem Copilot-Abo
Die Teilen-Funktion gehört zu Microsoft 365 Copilot, dem kostenpflichtigen Zusatzabo zu Word, Excel, Outlook und Teams. Der Zusatz kostet nach aktueller Preisliste in der Regel rund 30 Euro pro Nutzerin und Monat zusätzlich zum bestehenden Office-Abo, Firmenrabatte können davon abweichen. Wie schon bei anderen Copilot-Funktionen, etwa den automatisch gefundenen E-Mail-Anhängen, bleibt die Teilen-Funktion ohne Lizenz unsichtbar. Der Rollout läuft laut Nachrichtencenter im August 2026 in Standard-Mandanten weltweit an, eine gesonderte Einschränkung für Deutschland oder die übrige EU nennt Microsoft nicht.
Wann die Funktion in einem einzelnen Unternehmen erscheint, hängt vom individuellen Update-Zeitplan des Tenants ab und kann daher abweichen. Offen bleibt, welche genaue Lizenzstufe die Funktion voraussetzt; Microsoft unterscheidet dazu in der Ankündigung nicht. Ähnliche Freigabefunktionen hat Microsoft zuletzt auch in anderen Copilot-Bereichen ausgerollt, etwa beim automatischen Aufbau von Word- und Excel-Dateien in SharePoint. Bereits vor der neuen Funktion ließen sich einzelne Copilot-Seiten teilen. Die Session- und Antwort-Freigabe ergänzt das nun um den kompletten Chatverlauf.
Entscheidend wird, wie sorgsam Beschäftigte mit den neuen Links umgehen. Wer einen Link erzeugt, gibt den Inhalt an jede Person weiter, die ihn erhält – unabhängig von Abteilung oder Rolle. Firmeninterne Zahlen, Kundendaten oder Vertragsdetails aus einem Copilot-Chat gehören deshalb nur in Links, die tatsächlich an die vorgesehenen Empfänger gehen. Interne Vorgaben zum Datenaustausch gelten dafür unverändert weiter. Offen bleibt zudem, ob Unternehmen die Weitergabe an Personen außerhalb der eigenen Organisation zentral einschränken können.


