Google organisiert Meeting-Unterlagen aus Google Meet ab sofort von selbst: Notizen, Transkript und Aufzeichnung jeder Besprechung landen automatisch in einem eigenen Ordner in Google Drive. Bisher bekam nur die Gastgeberin oder der Gastgeber diese Dateien abgelegt, jetzt sehen auch Teilnehmende sie in ihrem eigenen Bereich. Die Umstellung ist Teil des bestehenden Google-Workspace-Abos und verursacht keine zusätzlichen Kosten.
Google Drive sortiert Meeting-Dateien jetzt von selbst
Wer öfter über Google Meet an Besprechungen teilnimmt, kennt das Problem: Nach dem Gespräch verteilen sich Notizen, Aufzeichnung und Transkript irgendwo in Google Drive, oft nur im Bereich der Person, die das Meeting gestartet hat. Genau das ändert Google jetzt, wie aus dem offiziellen Ankündigungstext hervorgeht. Für jede Besprechung legt Google Drive automatisch einen Hauptordner namens „Google Meet” an, darin wiederum einen eigenen Unterordner für jeden einzelnen Termin. Wiederholt sich ein Meeting jede Woche, teilen sich alle Termine denselben Unterordner – die Suche nach dem Montagsmeeting von vor zwei Wochen entfällt damit.
Bisher landeten diese Dateien ausschließlich im persönlichen Laufwerk der Gastgeberin oder des Gastgebers. Ab sofort bekommen auch alle anderen Teilnehmenden mit Zugriffsrecht eine Verknüpfung zu den Dateien in ihrem eigenen „Google Meet”-Ordner angezeigt. Wer bereits einen älteren Ordner namens „Meet Recordings” besitzt, muss nichts selbst tun: Google verschiebt den Bestand automatisch in einen neuen Ordner namens „Legacy Meet Recordings”, die alten Aufnahmen bleiben erhalten. Drive bekommt damit neben der bestehenden Gemini-Dateisuche ein zweites Werkzeug für mehr Ordnung bei Meeting-Unterlagen.
Weniger Suchzeit nach dem Meeting
Der Nutzen zeigt sich vor allem in der Nachbereitung. Angenommen, eine Sachbearbeiterin sucht drei Tage nach einem Kundengespräch das Protokoll, weil sie eine zugesagte Frist nachschlagen will. Bisher hieß das: Drive durchsuchen, den richtigen Dateinamen erraten oder die Gastgeberin fragen. Künftig reicht ein Blick in den „Google Meet”-Ordner im eigenen Drive – dort liegen Notizen, Aufzeichnung und Transkript des Termins gebündelt an einem Platz.
Auch bei wiederkehrenden Terminen wie dem wöchentlichen Jour fixe entfällt das Zusammensuchen einzelner Sitzungen, weil alle Ausgaben im selben Unterordner liegen. Für Assistenz- und Verwaltungsaufgaben, in denen häufig auf ältere Besprechungsunterlagen zurückgegriffen wird, etwa um Zusagen, Zahlen oder Aufgabenverteilungen zu prüfen, spart das im Arbeitsalltag mehrfach am Tag ein paar Minuten Sucherei. Über mehrere Wochen summiert sich das spürbar.
Kostenlos im Firmenkonto, nicht für private Nutzer
Die neue Ordnerstruktur kostet nichts extra: Sie ist in allen bestehenden Google-Workspace-Abos für Unternehmen und Bildungseinrichtungen automatisch enthalten. Wer Google Meet dagegen nur mit einem privaten, kostenlosen Google-Konto nutzt, bekommt die Funktion nicht – sie bleibt Firmen- und Schulkonten vorbehalten. Der Rollout läuft gestaffelt: Organisationen mit dem schnellen Update-Kanal hatten die Änderung Android Authority zufolge bereits ab dem 22. Juli, alle übrigen Firmenkonten folgen ab dem 30. Juli 2026, jeweils mit bis zu drei Tagen Verzögerung bis der Ordner überall sichtbar ist.
So findet sich der neue Ordner:
- Google Drive im Browser oder in der App öffnen.
- Im Bereich „Meine Ablage” nach dem neuen Ordner „Google Meet” suchen.
- Ordner öffnen und den passenden Unterordner für die gesuchte Besprechung auswählen.
- Bei wiederkehrenden Terminen alle bisherigen Sitzungen im selben Unterordner nachschlagen.
- Bei älteren Aufnahmen zusätzlich im Ordner „Legacy Meet Recordings” nachsehen.
Details zu den einzelnen Dateiarten erklärt Google in den Hilfeseiten zu Aufzeichnungen, Meeting-Notizen und Transkripten.
Entscheidend wird, wie zuverlässig die automatische Zuordnung in der Praxis funktioniert, etwa wenn ein Termin kurzfristig verschoben oder umbenannt wird. Für Teams, die in Besprechungen mit Kunden- oder Personaldaten arbeiten, ändert die neue Ordnerstruktur nichts an bestehenden Freigabe- und Löschregeln – wer bereits Zugriff auf eine Aufzeichnung hatte, behält ihn, ein Blick in die eigenen Freigabeeinstellungen bleibt also sinnvoll. Offen bleibt zudem, ob Google die Ordnung künftig um eine inhaltliche Zusammenfassung erweitert, wie sie Microsoft Teams mit der Recap-Funktion bereits bietet.


