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KI-Wirtschaft

Microsoft kappt Claude-Budget drastisch – Meta zieht nach

Microsoft streicht laut einem Bericht von The Information mehr als ein Drittel seines internen Budgets für den KI-Assistenten Claude. Das monatliche Ausgabenlimit pro Beschäftigtem in der betroffenen Sparte falle von 100.000 auf rund 10.000 US-Dollar. Bei Partner Meta sank die Zahl der Claude-Code-Nutzenden binnen eines Jahres von rund 60.000 auf etwa 30.000.

Von Brian Beckmann · 12. Oktober 2026 · 2 Min

Zwei Hände mit Microsoft- und Meta-Logo-Sticker drehen gemeinsam an einem Wasserhahn, aus dem nur noch ein dünnes Rinnsal aus kleinen Claude-Sternsymbolen in ein fast leeres Glas tropft.

Microsoft hat sein internes Budget für den KI-Assistenten Claude von Anthropic binnen eines Jahres drastisch gekürzt. Laut einem Bericht des Fachdienstes The Information sinkt das monatliche Ausgabenlimit je Beschäftigtem in der betroffenen Sparte von 100.000 auf rund 10.000 US-Dollar.

Auch bei Partner Meta sinkt die Zahl der Nutzenden des Coding-Werkzeugs Claude Code von rund 60.000 auf etwa 30.000.

Microsoft lenkt Teams zu eigenen und günstigeren Werkzeugen

Microsofts Jahresprognose für interne Claude-Ausgaben habe bei mindestens einer Milliarde Dollar gelegen und sei nun um mehr als ein Drittel gekürzt worden. Der Konzern verweist Entwicklerteams und andere Beschäftigte stattdessen verstärkt auf das eigene Werkzeug GitHub Copilot, das überwiegend auf Modellen von OpenAI läuft; einzelne Beschäftigte können demnach weiterhin Claude wählen, wenn eine Aufgabe es erfordert.

Offiziell bestätigte Microsoft die genauen Zahlen gegenüber The Information nicht.

Der Schritt reiht sich in eine Serie interner Sparmaßnahmen ein, die laut früheren Berichten vor allem der steigende Tokenverbrauch agentischer Programmierwerkzeuge auslöste: Bereits im Juli 2026 hatte CoreAI-Chef Jay Parikh Token-Budgets je Geschäftsbereich eingeführt und GPT-5.6 zum internen Standardmodell gemacht.

Kurz zuvor hatte Microsoft begonnen, Anfragen aus Excel und Outlook auf eigene MAI-Modelle umzuleiten, um Lizenzkosten für OpenAI und Anthropic zu senken.

An den vertraglichen Bindungen ändert der aktuelle Schritt nichts: Microsoft bleibt gegenüber OpenAI mindestens bis 2032 zu Lizenzzahlungen verpflichtet, unabhängig davon, welches Modell einzelne Teams im Alltag einsetzen.

Meta halbiert die Nutzung, Kundengeschäft bleibt unberührt

Auch Meta fährt den internen Einsatz von Claude Code zurück. Ein Teil des Rückgangs von rund 60.000 auf etwa 30.000 Nutzende gehe auf den Stellenabbau des Konzerns im laufenden Jahr zurück, ein weiterer Teil auf den parallelen Vorstoß mit dem eigenen Coding-Agenten Muse Code, den Meta im August als günstigere Alternative gestartet hatte.

Allein in einem einzelnen 28-Tage-Zeitraum habe Metas Claude-Code-Nutzung mehr als 105 Millionen Dollar gekostet – eine Zahl, die unabhängig nicht verifiziert ist, aber die Dringlichkeit der internen Kostenkontrolle illustriert.

Die Einschnitte bei beiden Konzernen betreffen laut dem Bericht ausschließlich die eigene Belegschaft, nicht das Geschäft mit zahlenden Kunden: Firmen, die Claude-Modelle über Microsofts Cloud-Plattform Azure oder Amazons Bedrock-Dienst beziehen, nutzen den Angaben zufolge weiterhin mehr Kapazität als im Vorjahr.

Auch die milliardenschweren strategischen Verbindungen bleiben unverändert: Microsoft hatte im November 2025 zugesagt, bis zu fünf Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren, während sich Anthropic im Gegenzug zum Kauf von Azure-Rechenkapazität im Wert von 30 Milliarden Dollar verpflichtete.

Entscheidend wird, ob der Sparkurs der beiden größten Vertriebspartner Anthropics Wachstum vor dem für 2027 erwarteten Börsengang des Unternehmens bremst, obwohl das zahlende Kundengeschäft laut den Berichten weiter zulegt.

Offen bleibt, wie stark der interne Rückzug zweier Schlüsselkunden das Verhältnis zwischen Anthropic und seinen größten Technologiepartnern langfristig belastet.

Quellen

  1. The Information: Microsoft Slashes Internal Claude Spending by a Third
  2. Microsoft-Blog: Microsoft, NVIDIA and Anthropic announce strategic partnerships (offizielle Ankündigung, 18. November 2025)

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