KI-Wirtschaft

Dell meldet Rekord-Auftragsbestand von 95 Milliarden für KI-Server

2 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Dell verzeichnet im Servergeschäft für Künstliche Intelligenz eine Rekordnachfrage: Der Auftragsbestand kletterte binnen eines Quartals auf 95 Milliarden Dollar. Der Gesamtumsatz des Konzerns wuchs um 58 Prozent auf 47 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte zunächst positiv, gab die Gewinne am Folgetag aber teilweise wieder ab. Dell rechnet nun mit einem KI-Server-Umsatz von 74 Milliarden Dollar im laufenden Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der KI-Server-Auftragsbestand liegt nach dem zweiten Fiskalquartal 2027 bei 95 Milliarden Dollar, ein Rekordwert für Dell.
  • Der Umsatz mit KI-Servern verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 16,4 Milliarden Dollar.
  • Dell erhöht die Jahresprognose für den Gesamtumsatz um 25 Milliarden auf rund 192 Milliarden Dollar.
  • Die operative Marge im Infrastruktur-Geschäft stieg um 6,2 Prozentpunkte auf 15 Prozent.
  • Mehr als 6500 Kunden aus Cloud-, Staats- und Unternehmenssegmenten bestellen inzwischen KI-Server bei Dell.
  • Im nachbörslichen Handel legte die Dell-Aktie rund neun Prozent zu, fiel aber am Folgetag wieder unter das Ausgangsniveau.

Der Computerhersteller Dell hat im zweiten Fiskalquartal 2027 einen Auftragsbestand von 95 Milliarden Dollar für KI-Server gemeldet, so viel wie nie zuvor. Der Konzernumsatz stieg um 58 Prozent auf 47 Milliarden Dollar, das Geschäft mit KI-Servern verdoppelte sich auf 16,4 Milliarden Dollar. Dell hebt daraufhin seine Jahresprognose deutlich an.

Bestellungen wachsen schneller als die Auslieferung

Im Quartal gingen laut Mitteilung von Dell Technologies neue Bestellungen für KI-optimierte Server im Rekordwert von 60,9 Milliarden Dollar ein. Da die Fertigung mit der Nachfrage nicht Schritt hält, wuchs der offene Auftragsbestand binnen eines Quartals auf 95 Milliarden Dollar. Über die vergangenen zwölf Monate summierten sich die Bestellungen für KI-Server auf 131,7 Milliarden Dollar. Auf Basis dieser Zahlen erhöht Dell die Umsatzprognose fürs laufende Geschäftsjahr um 25 Milliarden auf rund 192 Milliarden Dollar. Beim KI-Server-Umsatz rechnet der Konzern nun mit 74 Milliarden Dollar, knapp dreimal so viel wie im Vorjahr. Finanzchef David Kennedy begründet die Anhebung mit der beschleunigten Nachfrage nach KI-Technik im gesamten Portfolio. Auch das übrige Geschäft wuchs kräftig: Die Sparte Infrastrukturlösungen (ISG) legte um 89 Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar zu, klassische Server und Netzwerktechnik sogar um 122 Prozent. Die operative Marge der Sparte kletterte um 6,2 Punkte auf 15 Prozent, der Gewinn je Aktie verdreifachte sich nahezu auf 7,04 Dollar.

Kundenkreis reicht längst über Cloud-Konzerne hinaus

Mehr als 6500 Kunden bestellen inzwischen KI-Server bei Dell, verteilt auf drei Gruppen: spezialisierte Cloud-Anbieter, staatliche Programme und klassische Unternehmen. Die Nachfrage reicht damit über die anfängliche Konzentration auf wenige große Hyperscaler hinaus. Zugleich räumt Dell anhaltende Lieferengpässe bei Arbeitsspeicher, Flash-Speicher, Prozessoren und weiteren KI-Bauteilen ein. Wie zuvor bei Nvidias Quartalszahlen sichtbar wurde, treiben knappe Speicherchips die Kosten für Hersteller von KI-Hardware branchenweit nach oben.

Die Aktie legte nach der Veröffentlichung zunächst im nachbörslichen und vorbörslichen Handel um rund neun Prozent zu. Am folgenden Handelstag fiel sie laut 24/7 Wall St. jedoch wieder um 7,3 Prozent auf 422,72 Dollar. Für das laufende dritte Quartal stellt Dell einen Umsatz von 49 Milliarden Dollar in Aussicht, ebenfalls über den bisherigen Erwartungen der Analysten. Die Verwaltungskosten sanken zugleich auf 8,5 Prozent vom Umsatz, den niedrigsten Stand der Firmengeschichte.

Entscheidend wird, ob Dell die Lücke zwischen bestelltem und tatsächlich ausgeliefertem Volumen schließen kann, bevor im Dezember die nächsten Zahlen anstehen. Jeff Clarke bezifferte die Chance durch KI-Infrastruktur bis zum Jahr 2030 auf mehr als eine Billion Dollar, gestützt auf eine erwartete 87-fache Zunahme der Rechenlast für KI-Anwendungen im laufenden Betrieb. Ob sich diese Prognose hält, hängt auch davon ab, wie schnell sich die Engpässe bei Speicherchips auflösen.

Häufige Fragen

Was sind KI-optimierte Server genau?

Es handelt sich um Rechner, die speziell für das Training und den Betrieb von KI-Modellen ausgelegt sind, meist mit mehreren Grafikprozessoren, viel Arbeitsspeicher und schnellen Netzwerkverbindungen. Dell baut sie unter anderem mit Chips von Nvidia und AMD.

Warum ist der Auftragsbestand größer als der ausgelieferte Umsatz?

Kunden bestellen KI-Server oft Monate im Voraus, weil Fertigungskapazitäten und Bauteile wie Speicherchips knapp sind. Der Auftragsbestand zeigt damit vor allem, wie viel Nachfrage noch abgearbeitet werden muss.

Wie hat die Dell-Aktie auf die Zahlen reagiert?

Der Kurs stieg zunächst im nachbörslichen und vorbörslichen Handel, fiel aber am folgenden Handelstag laut 24/7 Wall St. um 7,3 Prozent. Anleger scheinen die parallel gemeldeten Lieferengpässe kritisch zu sehen.

Wann meldet Dell die nächsten Quartalszahlen?

Das dritte Fiskalquartal 2027 endet Ende Oktober 2026, Dell hat für dieses Quartal bereits einen Umsatz von 49 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Zahlen werden üblicherweise Ende November oder im Dezember veröffentlicht.

Ist Dell auch in Deutschland und der EU im KI-Servergeschäft aktiv?

Dell verkauft KI-Server auch in Deutschland und der EU über eigene Vertriebskanäle und Partner, konkrete Zahlen für die Region nennt der Konzern in seinem Quartalsbericht aber nicht gesondert. Die genannten Werte beziehen sich auf das weltweite Geschäft.

Quellen (4)
  1. Dell Technologies Delivers Second Quarter Fiscal 2027 Financial Results (Investor Relations)
  2. Dell Q2 FY27 slides: AI server backlog hits $95B, revenue up 58% (Investing.com)
  3. Dell Technologies (DELL) Q2 2027 Earnings: Results, Market Reaction & History (24/7 Wall St.)
  4. Dell Technologies Q2 Earnings: Revenue $47B, Up 58% (StockTitan)

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