KI-Praxis

ChatGPT, Copilot und Gemini erstellen Rechnungen per Texteingabe

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

ChatGPT Work, Copilot in Excel und Gemini in Google Sheets bauen aus einer einzigen Texteingabe eine Rechnungstabelle mit Positionen und Mehrwertsteuer. Alle drei kosten für Einzelpersonen rund 22 Euro im Monat und benötigen ein bezahltes Abo. Für rechtssichere, fortlaufend nummerierte Rechnungen ersetzen sie jedoch keine echte Buchhaltungssoftware.

Eine Hand schreibt mit einem Stift Zahlen auf ein Rechnungsformular neben einem Taschenrechner, darüber kleben Logo-Sticker von ChatGPT, Microsoft Copilot und Google Gemini. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • ChatGPT Work, Copilot in Excel und Gemini in Sheets erstellen Tabellen und Rechnungsentwürfe aus einer Texteingabe.
  • Alle drei Werkzeuge kosten für Privatpersonen rund 22 Euro im Monat und brauchen ein bezahltes Abo.
  • ChatGPT Work steht ab dem Plus-Abo bereit, Copilot braucht Microsoft 365 Premium, Gemini den Tarif Google AI Pro.
  • Kostenlose Konten reichen bei keinem der drei Werkzeuge für die volle Funktion.
  • Keines der Werkzeuge vergibt automatisch fortlaufende Rechnungsnummern nach deutschem Steuerrecht.
  • Für Kunden- und Firmendaten in Rechnungen lohnt vorab ein Blick in die jeweilige Datenschutzerklärung.

Wer für eine Beratungsstunde oder einen kleinen Auftrag schnell eine Rechnung braucht, muss dafür nicht extra ein Buchhaltungsprogramm öffnen. ChatGPT, Microsoft Copilot und Google Gemini bauen aus einer kurzen Beschreibung eine Tabelle mit Positionen, Beträgen und Mehrwertsteuer. Die drei Werkzeuge unterscheiden sich jedoch deutlich bei Preis, Voraussetzungen und beim Umgang mit Kundendaten.

Drei KI-Werkzeuge bauen Rechnungstabellen aus einem Satz

Alle drei Anbieter haben ihren Chat-Assistenten inzwischen so erweitert, dass er auf Zuruf eine komplette Tabelle anlegt, statt nur einzelne Formeln zu erklären. Laut OpenAI-Hilfeseite öffnet man dafür den Bereich „Work” in ChatGPT, beschreibt die gewünschte Datei und nennt das Ausgabeformat – ChatGPT erstellt daraus eine Tabelle, die sich als Datei weiterverwenden lässt.

Microsoft-Nutzerinnen und -Nutzer finden Copilot direkt im Excel-Menüband. Laut Microsoft-Support generiert Copilot auf Basis einer Eingabeaufforderung Daten, erstellt Formeln und baut Tabellen und Diagramme auf – praktisch, um vorhandene Excel-Tabellen im einheitlichen Design mit Rechnungsdaten zu füllen.

Google integriert seinen Assistenten Gemini direkt in Google Sheets. Nach Google-Angaben genügt ein Prompt im Seitenbereich, damit Gemini ein ganzes Tabellenblatt samt Struktur anlegt – ähnlich wie beim kürzlich vorgestellten Bau von Mini-Apps aus Tabellendaten.

WerkzeugPreis (Einzelperson)VoraussetzungDatenschutz-HinweisZugangsweg
ChatGPT Work (OpenAI)Ab ChatGPT Plus, rund 23 Euro im MonatBezahltes ChatGPT-Konto; ein reines Gratis-Konto reicht laut bisherigen Berichten nichtIn Business-, Enterprise- oder Edu-Konten würden Eingaben laut Anbieter nicht fürs Training genutzt, im Plus-Tarif lässt sich das in den Datenkontrollen abschaltenWeb und mobile App
Copilot in Excel (Microsoft)Für Privatpersonen 22 Euro im Monat über Microsoft 365 Premium; Firmenkonten oft per Zusatzlizenz ab rund 15,60 Euro pro Nutzer und MonatAktuelle Excel-Version mit Microsoft-365-Abo, Copilot-Funktion muss im Tarif enthalten seinIT-Admins können laut Microsoft Nutzungsdaten einsehen; genaue Angaben zur KI-Datenverarbeitung liefert die DatenschutzerklärungExcel für Windows, Mac und Web, eingeschränkt mobil
Gemini in Google Sheets (Google)21,99 Euro im Monat über den Tarif Google AI ProGoogle-Konto mit Google AI Pro oder höher; der günstigere Tarif Google AI Plus reicht laut Google nichtGoogle sammelt laut Support Prompts und erzeugte Inhalte, menschliche Prüfung ist möglich – keine sensiblen Daten eingebenGoogle Sheets im Browser

Der Alltagsnutzen zeigt sich am Beispiel einer Beratungsrechnung

Wer etwa drei Stunden Beratung zu 80 Euro zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer abrechnen will, tippt diese Angaben zusammen mit den eigenen Firmendaten in einem Satz in den jeweiligen Assistenten. Alle drei Werkzeuge legen daraus eine Tabelle mit Einzelposten, Zwischensumme, Steuer und Gesamtbetrag an, die sich anschließend als Excel- beziehungsweise Google-Sheets-Datei speichern und per E-Mail verschicken lässt.

Der Unterschied liegt im Weiterverarbeiten: Wer ohnehin schon Rechnungen aus PDF-Belegen mit ChatGPT in eine Excel-Tabelle umwandelt, kann mit „Work” nun auch den umgekehrten Weg gehen und die Ausgangsrechnung direkt im selben Werkzeug erstellen. Copilot punktet, wenn die Rechnung anschließend im firmeneigenen Excel-Format mit hinterlegten Formeln weiterläuft. Gemini eignet sich, wenn Kundendaten ohnehin schon in Google Sheets gepflegt werden.

Preis und Voraussetzungen entscheiden über die richtige Wahl

Wer bereits ChatGPT Plus für andere Aufgaben bezahlt, spart sich mit „Work” ein zusätzliches Abo. Für Beschäftigte mit einem Microsoft-365-Konto im Betrieb lohnt sich zuerst die Nachfrage bei der IT-Abteilung, ob Copilot bereits als Zusatzlizenz vorhanden ist, bevor ein privates Premium-Abo infrage kommt. Wer schon mit Google Workspace oder privatem Google-Konto arbeitet, bleibt mit Gemini in der gewohnten Umgebung.

Kostenlose Konten reichen bei keinem der drei Werkzeuge für die vollständige Rechnungstabelle aus – alle drei setzen ein bezahltes Abo ab rund 20 bis 23 Euro im Monat voraus. Wer die Funktion nur gelegentlich braucht, sollte die monatliche Kündigungsfrist im Blick behalten, statt gleich ein Jahresabo abzuschließen.

Keines der drei Werkzeuge ist eine echte Buchhaltungssoftware. Für rechtssichere Rechnungen mit fortlaufender Rechnungsnummer, korrekter Steuernummer und den weiteren Pflichtangaben nach deutschem Steuerrecht prüft keiner der Assistenten automatisch die Vollständigkeit, und wiederkehrende Rechnungen lassen sich nicht ohne Weiteres durchnummerieren oder GoBD-konform archivieren. Für einzelne Rechnungen an Privatkunden mag das reichen – wer regelmäßig und rechtssicher fakturiert, kommt an spezialisierter Rechnungssoftware oder der Steuerberatung weiterhin nicht vorbei.

Häufige Fragen

Kostet der Einsatz dieser drei KI-Werkzeuge für eine Rechnung etwas?

Ja, alle drei benötigen für die vollständige Rechnungstabelle ein bezahltes Abo zwischen rund 22 und 23 Euro im Monat; kostenlose Konten reichen laut Anbietern nicht.

Braucht man dafür ein Konto oder Abo?

Ja: ChatGPT Plus oder höher, Microsoft 365 Premium beziehungsweise eine Copilot-Lizenz, oder ein Google-Konto mit dem Tarif Google AI Pro.

Sind die Werkzeuge in Deutschland und der EU nutzbar?

Ja, alle drei Dienste und die genannten Abos stehen in Deutschland und der übrigen EU zur Verfügung.

Dürfen Firmen- oder Kundendaten in die Rechnung eingegeben werden?

Grundsätzlich ja, ein Blick in die jeweilige Datenschutzerklärung und in interne Richtlinien lohnt sich vorher trotzdem, besonders bei kostenlosen Tarifen.

Gibt es Alternativen für rechtssichere, wiederkehrende Rechnungen?

Ja, spezialisierte Rechnungs- und Buchhaltungssoftware übernimmt fortlaufende Nummerierung, Pflichtangaben und GoBD-konforme Archivierung zuverlässiger als ein Chat-Assistent.

Quellen (5)
  1. Dokumente, Tabellen und Präsentationen mit ChatGPT Work erstellen – OpenAI Help Center
  2. Erste Schritte mit Copilot in Excel – Microsoft Support
  3. Microsoft 365 Copilot – Preise für Privatpersonen
  4. Ganze Tabellenblätter mit Gemini in Sheets erstellen – Google Docs-Editoren-Hilfe
  5. Google-KI-Tarife – Google One

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