OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar hat Investoren am 14. August 2026 mitgeteilt, dass Firmenkunden erstmals mehr Umsatz bringen als Privatnutzer von ChatGPT. Der Umschwung komme rund zwei Quartale früher als noch zu Jahresbeginn geplant. Die annualisierte Umsatzrate von OpenAI liege inzwischen bei etwa vierzig Milliarden Dollar.
Geschäftskunden wachsen deutlich schneller als Privatabos
Friar sprach bei einem Treffen mit Investoren über die Verschiebung im Umsatzmix. Wie CNBC unter Berufung auf eine anwesende Person und Präsentationsfolien berichtet, lag das Verhältnis zu Jahresbeginn noch bei sechzig zu vierzig zugunsten der Privatkunden. Seither habe sich das Geschäftskundensegment schneller entwickelt als erwartet, sodass sich die Linien inzwischen gekreuzt hätten. Ursprünglich hatte OpenAI einen Gleichstand erst zum Jahresende 2026 in Aussicht gestellt, der Wechsel kam also gut zwei Quartale früher als geplant.
Für Juli 2026 nennt Friar ein Umsatzwachstum von zwanzig Prozent gegenüber dem Vormonat, das Geschäftskundensegment habe im selben Zeitraum um 32 Prozent zugelegt. Unternehmen richteten ihre KI-Ausgaben zunehmend an der Kennzahl Kosten pro Einheit erledigter Arbeit aus statt am reinen Tokenpreis, so Friar – ein Umdenken weg von möglichst hohem Verbrauch hin zu nachweisbarem Nutzen. Bereits im Juli hatte die Finanzchefin mit vier Fragen zum Wert von KI-Investitionen ein Bewertungsraster für Unternehmen vorgestellt, das genau auf diesen Effizienzgedanken zielt.
Werbegeschäft, Nutzerzahlen und ein Wechsel an der Vertriebsspitze
Neben dem Geschäftskundengeschäft nennt der Bericht ein weiteres Standbein: OpenAIs Werbeeinnahmen näherten sich einer Milliarde Dollar Jahresumsatz, nachdem das Geschäft im Februar 2026 gestartet war. Zum Zeitpunkt der Mitteilung zählte OpenAI eigenen Angaben zufolge mehr als eine Milliarde wöchentliche Nutzer und über zwei Millionen Unternehmen als Kunden. Die annualisierte Umsatzrate von vierzig Milliarden Dollar entspreche damit ungefähr einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum – diese Zahl ist unabhängig nicht verifiziert, sie stammt aus den intern präsentierten Investorenfolien und nicht aus einem geprüften Geschäftsbericht.
Das Muster passt zu einem breiteren Trend unter großen KI-Anbietern, ihre Angebote stärker auf zahlende Firmenkunden statt auf kostenlose oder günstige Privatabos auszurichten. Wettbewerber wie Anthropic hatten zuletzt ähnliche Verschiebungen hin zu Unternehmensumsätzen gemeldet. Die Investorenmitteilung fiel zudem in eine Woche mit Personalwechseln im Führungsteam: Vertriebschefin Denise Dresser habe demnach am 13. August 2026 ihren Rücktritt eingereicht, Dali Rajic übernimmt ihre Position. Zeitgleich habe auch OpenAI-Präsident Brad Lightcap das Unternehmen verlassen. OpenAI äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Hintergründen der Wechsel oder zu einem möglichen Zusammenhang mit der Umsatzverschiebung.
Offen bleibt, ob OpenAI die Zahlen aus dem Investorentreffen zu einem späteren Zeitpunkt in einer offiziellen, geprüften Form veröffentlicht – als privates Unternehmen ist der Anbieter dazu nicht verpflichtet. Entscheidend wird auch, wie sich die stärkere Ausrichtung auf Geschäftskunden auf die Weiterentwicklung der kostenlosen und günstigen ChatGPT-Angebote für Privatnutzer auswirkt.


