KI-Wirtschaft

OpenAI startet ab August Werbung in ChatGPT für Europa

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

OpenAI kündigt an, ab Ende August 2026 im kostenlosen ChatGPT-Tarif in EU, EWR und Schweiz Werbung einzublenden. Betroffen sind nur die Stufen Free und Go, bezahlte Abos bleiben werbefrei. Anzeigen nutzen zunächst nur Gesprächsthema, groben Standort und Gerätetyp – personalisierte Werbung braucht eine gesonderte Einwilligung.

Ein OpenAI-Logo-Sticker lugt hinter einer Chat-Sprechblase hervor, an der ein kleines Werbeschild hängt, umgeben von den Sternen der EU-Flagge. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • OpenAI kündigt Werbung im kostenlosen ChatGPT für EU, EWR und Schweiz ab Ende August 2026 an.
  • Nur die Tarife Free und Go zeigen künftig Anzeigen, Plus und höhere Stufen bleiben werbefrei.
  • Zum Start läuft die Anzeigenauswahl ohne Personalisierung, nur nach Thema, Standort und Gerät.
  • Europa erhält Werbung später als USA, Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea.
  • Personalisierte Werbung setzt laut OpenAI eine gesonderte Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer voraus.
  • Werbetreibende erhalten nach Unternehmensangaben nur aggregierte Kennzahlen, keinen Zugriff auf Chatinhalte.

OpenAI kündigt an, ab Ende August 2026 auch in der Europäischen Union, im übrigen Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz Werbung in den kostenlosen ChatGPT-Tarifen einzublenden. Betroffene Nutzerinnen und Nutzer erhielten die Ankündigung am 15. August 2026 per E-Mail von OpenAI Ireland, verpackt in eine aktualisierte Datenschutzerklärung. Bezahlte Tarife ab Plus bleiben weiterhin vollständig werbefrei.

OpenAI Ireland informiert per Datenschutz-Mail

Die Nachricht ging am 15. August 2026 um 8:29 Uhr von der Adresse noreply@email.openai.com an ChatGPT-Konten in der EU, im EWR und der Schweiz, wie das Fachportal ppc.land berichtet. Betreff und Absender verweisen auf eine „Aktualisierung der Datenschutzerklärung” – die eigentliche Neuigkeit, der Start von Werbung, steckt im Fließtext. Zuständig ist OpenAI Ireland Limited mit Sitz in Dublin, jene Tochtergesellschaft, die die Daten aller Nutzerinnen und Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz verarbeitet. Ein festes Startdatum nennt die Mitteilung nicht, nur den Zeitraum „später im August 2026”. Damit bleibt offen, ob Konten in Deutschland die Anzeigen noch in dieser Woche oder erst kurz vor Monatsende sehen. Betroffen sind ausschließlich die Stufen Free (kostenlos) und Go (8 Euro pro Monat); wer stattdessen Plus (23 Euro), Pro, Business, Enterprise oder Education nutzt, sieht weiterhin keine Werbung. Neu ist zudem eine werbefreie Variante des Gratis-Tarifs, die im Gegenzug ein niedrigeres tägliches Nachrichtenlimit vorsieht.

Anzeigen starten zunächst ohne Personalisierung

OpenAI erläutert das Vorgehen in einem eigenen Blogbeitrag: Zum Start nutzt das Unternehmen für die Anzeigenauswahl nur das aktuelle Gesprächsthema, einen groben Standort und den verwendeten Gerätetyp – frühere Chats und gespeicherte Erinnerungen bleiben außen vor. Wer personalisierte Werbung erhalten möchte, müsse dem eigens zustimmen; ohne diese Einwilligung sehen Nutzerinnen und Nutzer nur themenbasierte Anzeigen. Diese Zweistufigkeit erklärt sich aus europäischem Datenschutzrecht: Der Europäische Datenschutzausschuss hatte in seiner Stellungnahme 08/2024 sogenannte Consent-or-Pay-Modelle eingeschränkt, bei denen Nutzer entweder personalisierter Werbung zustimmen oder zahlen müssen. Für OpenAI Ireland ist die irische Datenschutzbehörde federführende Aufsichtsbehörde. Ausgenommen von Werbung bleiben minderjährige Konten, die OpenAI über Kontoalter und Verhaltensmuster erkennt, sowie sensible Themen wie Gesundheit, psychische Gesundheit und Politik. Auch in temporären Chats und im Browser Atlas erscheinen keine Anzeigen. Werbetreibende erhalten ausschließlich aggregierte Kennzahlen wie Gesamtaufrufe oder Klicks – Zugriff auf einzelne Unterhaltungen, den Chatverlauf oder persönliche Angaben schließt das Unternehmen aus.

Rollout folgt auf sieben weitere Länder

Europa ist nicht der erste Markt für Werbung in ChatGPT. Der Test startete laut OpenAI am 9. Februar 2026 in den USA, es folgten Kanada, Australien und Neuseeland sowie am 6. Juni 2026 Großbritannien als erster europäischer Markt. Am 11. August 2026 kamen laut Bericht von Ghacks Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea hinzu. Die EU, der übrige EWR und die Schweiz folgen damit als eine der letzten großen Regionen – ein Aufschub, den Branchenbeobachter auf die strengeren Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung zurückführen. Für den kostenlosen ChatGPT-Tarif hatte OpenAI erst Anfang August das tägliche Nachrichtenlimit aufgehoben; Werbung dürfte diese großzügigere Nutzung nun mitfinanzieren. Größere Konzernkunden ordnen ihre Dienste ohnehin über Business- oder Enterprise-Verträge, für Privatnutzerinnen und Kleinunternehmen mit Gratis- oder Go-Konto ändert sich der Alltag mit ChatGPT dagegen sichtbar: Antworten erscheinen künftig um kommerzielle Hinweise ergänzt, auch wenn die Kernfunktion des Chatbots unverändert bleibt. Zu den konkreten Werbeeinnahmen aus der bisherigen Testphase in den USA äußert sich OpenAI bislang nicht.

Entscheidend wird, wie OpenAI die Balance zwischen Werbeeinnahmen und dem Vertrauen europäischer Nutzerinnen und Nutzer austariert, die bislang an ein werbefreies ChatGPT gewöhnt sind. Ein exaktes Startdatum für Deutschland und die übrige EU nennt das Unternehmen bislang nicht – ebenso wenig, ob die Anzeigen zunächst nur einem Teil der Konten angezeigt werden, wie es bei früheren Testphasen üblich war.

Häufige Fragen

Wann genau starten die Anzeigen in Deutschland und der übrigen EU?

Ein exaktes Datum hat OpenAI bislang nicht genannt, die E-Mail an Nutzerinnen und Nutzer spricht nur von „später im August 2026".

Wie lässt sich Werbung im ChatGPT-Konto vermeiden?

Wer auf Plus (23 Euro), Pro, Business, Enterprise oder Education wechselt, sieht keine Anzeigen; alternativ gibt es künftig eine werbefreie Variante des Gratis-Tarifs mit niedrigerem täglichem Nachrichtenlimit.

Sehen auch Firmenkunden Werbung in ChatGPT?

Nein, die Business-, Enterprise- und Education-Tarife bleiben laut OpenAI vollständig werbefrei, betroffen sind ausschließlich Free und Go.

Wie unterscheidet sich der Start in Europa von dem in den USA oder Großbritannien?

Anders als beim bisherigen Rollout verlangt Europa eine gesonderte Einwilligung für personalisierte Werbung; ohne diese sehen Nutzerinnen und Nutzer nur themenbasierte Anzeigen.

Können Werbetreibende meine Chats mitlesen?

Nein, laut OpenAI erhalten Werbetreibende ausschließlich aggregierte Kennzahlen wie Klick- oder Aufrufzahlen, keinen Zugriff auf einzelne Unterhaltungen oder persönliche Angaben.

Quellen (3)
  1. ppc.land: ChatGPT Free and Go users in Europe face ads from later this month
  2. OpenAI: Testing ads in ChatGPT
  3. Ghacks: OpenAI Expands ChatGPT Ads Test to UK, Mexico, Brazil, Japan, and South Korea

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