KI-Wirtschaft

TSMC erreicht mit KI-Nachfrage 36 Prozent mehr Umsatz

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TSMC-Gebäude mit Logo, davor ein steigendes Umsatz-Balkendiagramm und Geschäftsleute am Eingang. Generiertes Bild mit GPT Image 2
TSMC-Gebäude mit Logo, davor ein steigendes Umsatz-Balkendiagramm und Geschäftsleute am Eingang.

TL;DR Too Long; Didn’t read

Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von rund 39,6 Milliarden US-Dollar gemeldet, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Juni-Umsatz stieg sogar um 67,9 Prozent und markiert einen neuen Monatsrekord. Treiber ist laut TSMC die anhaltende KI-Chip-Nachfrage, die vollständigen Quartalszahlen mit Prognose folgen am 16. Juli.

Das Wichtigste in Kürze

  • TSMC verbuchte im Juni 2026 mit 442,68 Milliarden Taiwan-Dollar den bisher höchsten Monatsumsatz der Firmengeschichte.
  • Fortschrittliche Fertigung ab sieben Nanometern trägt inzwischen rund drei Viertel zum Wafer-Umsatz bei.
  • Nvidia sichert sich Brancheneinschätzungen zufolge rund 60 Prozent der TSMC-Verpackungskapazität für Hochleistungschips im Jahr 2026.
  • TSMC erhöhte die Preise für fortschrittliche Fertigungsprozesse Berichten zufolge um fünf bis zehn Prozent.
  • Für das Gesamtjahr peilt TSMC ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent in US-Dollar an.
  • Die Aktie legte nach der Umsatzmeldung um rund ein Prozent zu.

Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC hat für das zweite Quartal 2026 einen Konzernumsatz von rund 39,6 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, ein Anstieg von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im Juni kletterte der Umsatz um 67,9 Prozent und übertraf den bisherigen Rekordmonat Mai deutlich. Grund für den Sprung ist die ungebrochene Nachfrage nach Chips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz.

Junizahlen übertreffen den bisherigen Rekordmonat

Nach Angaben der TSMC-Investor-Relations-Seite erreichte der Umsatz im Juni 442,68 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet etwa 13,8 Milliarden US-Dollar. Das liegt 6,2 Prozent über dem Vormonat Mai, der zuvor mit 416,98 Milliarden Taiwan-Dollar den bis dahin höchsten Monatswert markierte. Der Anstieg durchbricht damit ein saisonales Muster: In den vier Jahren zuvor sank der Juni-Umsatz jeweils gegenüber dem Mai.

Für das erste Halbjahr 2026 summiert sich der Umsatz auf 2,4 Billionen Taiwan-Dollar, ein Plus von 35,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Quartalswert übertraf zudem die Konsensschätzung von zwanzig Analysten, die im Schnitt mit 1,264 Billionen Taiwan-Dollar gerechnet hatten, wie CNBC berichtete. Auch die eigene Prognose vom April, die einen Umsatz zwischen 39,0 und 40,2 Milliarden US-Dollar vorsah, wurde damit erreicht. Die TSMC-Aktie legte nach der Meldung um rund ein Prozent zu.

TSMC beliefert unter anderem Nvidia, Apple und AMD und gilt als größter Auftragsfertiger für fortschrittliche Chips weltweit. Der eigentliche Chipentwurf bleibt dabei Aufgabe der Kunden. TSMC übernimmt ausschließlich die Fertigung.

KI-Nachfrage bringt Fertigungskapazität an ihre Grenzen

Fortschrittliche Fertigungsprozesse ab sieben Nanometern trugen im ersten Quartal rund drei Viertel zum gesamten Wafer-Umsatz bei, allein die Drei-Nanometer-Technologie steuerte ein Viertel bei, wie aus TSMCs Quartalsbericht hervorgeht. Die Kapazität für die fortschrittliche CoWoS-Verpackungstechnik, die für KI-Beschleuniger benötigt wird, gilt für das gesamte Jahr 2026 als ausgebucht. Auch die modernste Fertigungslinie für Drei-Nanometer-Chips ist Marktbeobachtungen zufolge bis Jahresende praktisch komplett gebucht.

Unternehmenschef C. C. Wei beschrieb die Lage laut Tech Times als „äußerst knapp und bis Ende 2026 ausverkauft”. Nvidia sichert sich demnach rund 60 Prozent dieser Verpackungskapazität. Zusammen mit Broadcom und AMD entfallen damit etwa 85 Prozent auf die drei größten Abnehmer. Diese Kundenanteile stammen aus Brancheneinschätzungen und sind unabhängig nicht verifiziert.

Um die knappe Kapazität auszugleichen, erhöhte TSMC die Preise für Fertigungsprozesse ab sieben Nanometern nach übereinstimmenden Berichten um fünf bis zehn Prozent. KI-Kunden verkraften den Aufschlag demnach ohne Probleme, während Hersteller von Smartphones und PCs unter Druck geraten und die Mehrkosten voraussichtlich im vierten Quartal an Verbraucher weitergeben.

Vollständige Zahlen und US-Investitionen folgen am 16. Juli

Die bisher veröffentlichten Zahlen sind vorläufige Monatswerte, die TSMC nach eigenen Angaben nicht testiert. Den vollständigen Quartalsbericht mit Gewinn, Marge und aktualisierter Jahresprognose will das Unternehmen am 16. Juli 2026 vorlegen. Analysten achten dabei besonders darauf, ob TSMC die Prognose für das Gesamtjahr von bislang über 30 Prozent Umsatzwachstum in US-Dollar anhebt. Zudem verfolgen sie, ob das Unternehmen das Investitionsbudget von 52 bis 56 Milliarden Dollar für 2026 nach oben korrigiert.

Zusätzlich investiert TSMC nach eigenen Angaben 65 Milliarden US-Dollar in drei Fabriken im US-Bundesstaat Arizona. Ein weiteres Investitionspaket von 100 Milliarden Dollar für den Ausbau der US-Fertigung wurde bereits angekündigt. Mehr als 90 Prozent der weltweiten Fertigung modernster Chips laufen aktuell dennoch weiterhin in Taiwan, was Kunden und Investoren als geopolitisches Risiko gilt.

Wie stark diese Konzentration das Geschäft verwundbar macht, zeigte sich laut Tech Times zuletzt an der Berichtsverzögerung durch den Taifun Bavi, der die Veröffentlichung der Junizahlen um zwei Tage verschob.

Entscheidend wird, ob TSMC beim Earnings Call am 16. Juli die Jahresprognose tatsächlich anhebt. Ein höherer Ausblick würde signalisieren, dass der KI-Investitionszyklus trotz wachsender Zweifel von Anlegern an der Tragfähigkeit der milliardenschweren KI-Ausgaben ungebrochen weiterläuft. Bleibt die Prognose unverändert, dürfte das als erstes Anzeichen einer Abkühlung gewertet werden.

Häufige Fragen

Was ist CoWoS und warum ist die Technik für KI-Chips wichtig?

CoWoS (Chip-on-Wafer-on-Substrate) ist ein fortschrittliches Verpackungsverfahren, das mehrere Chip-Komponenten eng zusammenpackt und die Datenübertragung zwischen Rechenkernen und Speicher beschleunigt. Die Technik gilt als Voraussetzung für leistungsstarke KI-Beschleuniger.

Wie hat sich TSMCs Gewinn im ersten Quartal 2026 entwickelt?

Im ersten Quartal 2026 stieg TSMCs Gewinn Berichten zufolge bereits um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ebenfalls angetrieben von der Nachfrage nach KI-Chips.

Welche Rolle spielt TSMC gegenüber Chipdesignern wie Nvidia?

TSMC ist eine reine Auftragsfertigung und stellt Chips nach den Entwürfen seiner Kunden her. Das eigentliche Chipdesign bleibt bei Unternehmen wie Nvidia, Apple oder AMD.

Welche Kennzahlen erwarten Analysten beim Earnings Call am 16. Juli zusätzlich?

Neben Gewinn und Marge blicken Analysten auf eine mögliche Anhebung des Investitionsbudgets sowie auf Aussagen zur CoWoS-Kapazität für das Jahr 2027.

Wie groß ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei der CoWoS-Kapazität?

Die Lücke soll Brancheneinschätzungen zufolge von rund 20 Prozent Anfang 2026 bis zum Jahresende auf etwa 10 Prozent sinken.


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