Forschung

Oak Lab: Sutton baut KI-Agenten, die im Einsatz lernen

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Richard Sutton an einem Whiteboard mit Reinforcement-Learning-Diagrammen, daneben ein Roboterarm-Versuchsaufbau. Generiertes Bild mit GPT Image 2
Richard Sutton an einem Whiteboard mit Reinforcement-Learning-Diagrammen, daneben ein Roboterarm-Versuchsaufbau.

TL;DR Too Long; Didn’t read

Reinforcement-Learning-Pionier Richard Sutton hat gemeinsam mit Khurram Javed das KI-Unternehmen Oak Lab gegründet. Die beiden verließen dafür John Carmacks Start-up Keen Technologies. Oak Lab entwickelt Lernalgorithmen, die Agenten direkt aus Erfahrung statt aus gespeicherten Datensätzen trainieren. Langfristiges Ziel ist ein Billionen-Parameter-Agent, der mit rund zwanzig Watt lernt und plant.

Das Wichtigste in Kürze

  • Richard Sutton (Turing-Preis 2024) und sein früherer Doktorand Khurram Javed gründeten im Juni 2026 das Start-up Oak Lab in Kanada.
  • Beide arbeiteten zuvor bei Keen Technologies, dem AGI-Start-up von John Carmack in Dallas.
  • Oak Lab verzichtet auf klassisches Datensammeln und lässt Agenten per Batch-Size-One-Verfahren direkt aus Erfahrung lernen.
  • Ereignisgesteuerte neuronale Netze sollen den Rechenaufwand gegenüber heutigen Trainingsmethoden deutlich senken.
  • Langfristiges Ziel ist ein Billionen-Parameter-Agent, der mit etwa zwanzig Watt Energie lernt und plant.
  • Zu Finanzierung oder Investoren äußert sich Oak Lab bislang nicht öffentlich.

Reinforcement-Learning-Pionier Richard Sutton hat mit seinem früheren Doktoranden Khurram Javed das Start-up Oak Lab gegründet. Das in Kanada ansässige Unternehmen will KI-Agenten entwickeln, die während des Einsatzes fortlaufend aus Erfahrung lernen statt aus fertigen Datensätzen. Langfristig soll daraus ein Billionen-Parameter-Agent entstehen, der mit nur zwanzig Watt Energie lernt und plant.

Sutton verlässt Carmacks KI-Firma für ein eigenes Projekt

Sutton lehrte als Informatikprofessor an der University of Alberta und leitete zugleich ein Forschungslabor von Google DeepMind in Edmonton, das der Konzern 2023 schloss. Anschließend wechselte er zu Keen Technologies, dem auf allgemeine KI ausgerichteten Start-up des Spieleentwicklers John Carmack in Dallas. Im vergangenen Monat habe er sich gemeinsam mit Javed für „einen etwas anderen Weg” entschieden und Keen Technologies verlassen, sagte Sutton gegenüber dem kanadischen Wirtschaftsmedium The Logic. Javed war einer von Suttons vierzehn Doktoranden an der University of Alberta und forschte selbst zu Echtzeit-Verstärkungslernen in komplexen, offenen Umgebungen. Oak Lab ist in Kanada eingetragen, zu Investoren oder einer Finanzierungsrunde äußerte sich das Unternehmen bislang nicht. Sutton gilt seit den 1980er-Jahren als einer der Begründer des Verstärkungslernens. Bereits 2019 argumentierte er in seinem vielzitierten Essay „The Bitter Lesson”, dass rechenintensive, allgemeine Lernverfahren auf Dauer von Menschen entworfene Speziallösungen übertreffen. Für diese Arbeiten erhielt er 2024 den Turing-Preis, den renommiertesten Informatikpreis.

Oak Lab lässt Agenten direkt aus Erfahrung lernen

Nach eigener Mission will Oak Lab Algorithmen entwickeln, mit denen Agenten Ziele in großen, unübersichtlichen und sich wandelnden Umgebungen erreichen, die das Unternehmen als „big worlds” bezeichnet. Kern ist die sogenannte OaK-Architektur, die zeitliche Abstraktionen direkt aus Erfahrung ableitet und dabei überprüfbar sowie für Handlungsplanung nutzbar bleiben soll. Beim sogenannten Batch-Size-One-Lernen verarbeiten die Systeme einzelne Erfahrungen sofort in Echtzeit, statt sie zu speichern und später in großen Stapeln erneut zu verarbeiten. Kombiniert mit ereignisgesteuerten neuronalen Netzen sinke laut Oak Lab dadurch der Rechenaufwand gegenüber klassischen Trainingsmethoden deutlich. Statt auf von Menschen kuratierte Datensätze setzt das Unternehmen auf verrauschte, reale Datenströme und weist gezielt jenen Parametern Bedeutung zu, die sich als verallgemeinerbar erweisen. Damit unterscheidet sich der Ansatz von heutigen Sprachmodellen, die überwiegend auf riesigen, vorab gesammelten und bereinigten Textmengen trainiert werden. Als Fernziel nennt Oak Lab einen Agenten mit einer Billion Parametern, der in Echtzeit lernt und plant. Dabei soll er nur etwa zwanzig Watt Energie verbrauchen, deutlich weniger als heutige Trainingscluster für große Sprachmodelle – eine Vision, die unabhängig nicht verifiziert ist.

Entscheidend wird, ob sich Suttons Ansatz jenseits von Demonstrationen in kontrollierten Umgebungen auch in komplexeren, realen Anwendungen bewährt. Ein konkreter Zeitplan für erste Produkte oder veröffentlichte Forschungsergebnisse aus dem neuen Labor steht bislang aus.

Häufige Fragen

Wer sind die Gründer von Oak Lab?

Richard Sutton, Informatikprofessor an der University of Alberta und Träger des Turing-Preises 2024, gründete das Unternehmen zusammen mit seinem früheren Doktoranden Khurram Javed.

Worin unterscheidet sich Oak Lab von Unternehmen wie OpenAI oder Google DeepMind?

Oak Lab trainiert Agenten nicht mit großen, vorab kuratierten Datensätzen, sondern lässt sie kontinuierlich aus eigener Erfahrung während des Einsatzes lernen.

Ist Oak Lab bereits finanziert?

Das Unternehmen hat bislang keine Finanzierungsrunde oder Investoren öffentlich genannt.

Was bedeutet Batch-Size-One-Lernen?

Der Ansatz verarbeitet einzelne Erfahrungen sofort, statt sie zu speichern und später in großen Stapeln erneut zu verarbeiten, wodurch weniger Rechenleistung nötig ist.

Wann will Oak Lab erste Ergebnisse vorlegen?

Einen konkreten Zeitplan für Produkte oder weitere Forschungsergebnisse hat Oak Lab bislang nicht genannt.


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