Google Meet fügt seinen automatisch erstellten Meeting-Notizen ab sofort Bildschirmfotos der gezeigten Folien und Tabellen hinzu. Wer bislang während einer Präsentation selbst mitgeschnitten hat, um wichtige Grafiken später wiederzufinden, braucht das nicht mehr zu tun. Die Funktion rollt seit dem 3. August 2026 aus, gilt aber nur für kostenpflichtige Google-Workspace-Konten.
Google Meet erstellt Notizen jetzt mit Bildern
Bislang lieferte die Funktion „Notizen für mich“ in Google Meet ein reines Text-Protokoll: eine Zusammenfassung des Gesprächs, erkannte Entscheidungen und die nächsten Schritte. Wer während einer Präsentation eine wichtige Tabelle oder ein Diagramm sehen wollte, musste selbst ein Bildschirmfoto machen oder sich später die Aufzeichnung noch einmal ansehen. Genau das ändert sich jetzt. Die KI Gemini erkennt automatisch, wann jemand eine Folie, ein Dokument oder eine Tabelle teilt. Sie fügt dann einen Screenshot davon direkt an der passenden Stelle in das Notizen-Dokument ein. Teilnehmende sehen dabei einen Hinweis, dass Gemini die Notizen mit Bildern ergänzt. Die Screenshots landen nicht wahllos im Dokument, sondern jeweils neben dem Gesprächsabschnitt, in dem die Folie gezeigt wurde. Wer das fertige Notizen-Dokument später öffnet, findet Text und Bild damit im gleichen Zusammenhang. Die zugrunde liegende Notizfunktion gibt es bereits seit längerem. Laut Google-Hilfe funktioniert sie unter anderem auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch – allerdings jeweils nur in einer Sprache pro Meeting.
Ein Beispiel zeigt die Zeitersparnis bei der Nachbereitung
Ein typischer Fall aus dem Büroalltag: In einer einstündigen Budgetbesprechung zeigt die Kollegin aus dem Controlling mehrere Tabellen mit Kostenübersichten. Bisher blieb nach dem Meeting nur der Text-Mitschnitt übrig. Die genauen Zahlen aus den Tabellen gingen verloren, wenn niemand rechtzeitig ein eigenes Foto gemacht hatte. Mit der neuen Funktion liegt am Ende ein einziges Google-Doc vor, das den Gesprächsverlauf und die gezeigten Tabellen als Bild enthält. Wer später nachschauen will, welche Zahl auf Folie vier stand, muss weder die Aufzeichnung erneut abspielen noch bei Kolleginnen und Kollegen nachfragen. Das spart vor allem Zeit in Meetings mit vielen Folien oder Tabellen, etwa bei Budgetbesprechungen, Statusrunden oder Kundenpräsentationen. Bislang griffen viele Beschäftigte in solchen Fällen zu einem eigenen Bildschirmfoto-Programm oder baten Kolleginnen und Kollegen per Chat um die Folie. Dieser Zwischenschritt entfällt jetzt, weil das fertige Protokoll automatisch alles enthält, was während des Gesprächs gezeigt wurde. Ähnlich arbeitet bereits die Recap-Funktion in Microsoft Teams. Sie verwandelt Besprechungen automatisch in Protokolle mit offenen Aufgaben, bindet gezeigte Folien bislang aber nicht automatisch als Bild ein.
Nur mit Bezahl-Konto verfügbar – Rollout seit 3. August
Die Screenshot-Funktion ist nicht für private Google-Konten gedacht. Sie steht laut Google-Hilfe nur mit einem kostenpflichtigen Workspace-Konto zur Verfügung: Business Standard, Business Plus, Enterprise Standard, Enterprise Plus oder Google AI Pro for Education. Der Rollout begann am 3. August 2026 und zieht sich laut Googles Ankündigung über bis zu 15 Tage pro Unternehmen; die vollständige Verfügbarkeit ist für das laufende Quartal angekündigt. Wer die Funktion in der eigenen Firma ausprobieren möchte, geht so vor:
- Meeting mit Google Meet wie gewohnt planen oder direkt starten.
- Im Kalendereintrag, im Vorraum oder im laufenden Call auf „Notizen für mich“ klicken.
- Im Notizen-Bereich die Option „Screenshots von gezeigten Inhalten einschließen“ aktivieren.
- Präsentation wie gewohnt zeigen – die Screenshots entstehen automatisch im Hintergrund.
- Nach dem Meeting das fertige Google-Doc mit Text und Bildern in Drive öffnen.
Ob die Option überhaupt sichtbar ist, entscheidet zusätzlich die IT-Abteilung. Sie legt zentral in der Admin-Konsole fest, ob Screenshots grundsätzlich erlaubt sind oder nur, wenn die Aufzeichnung eingeschaltet ist.
Entscheidend wird, wie zuverlässig Gemini die richtigen Momente für einen Screenshot erkennt. Wechselt jemand während einer Präsentation schnell zwischen Fenstern, kann ein wichtiges Bild fehlen. Offen bleibt zudem, wann kostenlose Google-Konten die Funktion erhalten; dafür nennt Google bislang keinen Termin. Wer sensible Kunden- oder Firmendaten zeigt, sollte vorab mit der IT-Abteilung klären, ob die internen Vorgaben automatische Bildschirmfotos in Meetings erlauben. Die Screenshots landen wie der restliche Notizentext im Google-Workspace-Konto des Unternehmens.


