Google baut in Chat eine neue KI-Kommandozeile namens „Ask Gemini” ein, die ab dem 26. August schrittweise startet. Nutzerinnen und Nutzer rufen sie per Tastenkürzel auf und lassen Gemini direkt im Chat nach Dateien und Terminen suchen, Texte entwerfen oder Aufgaben zusammenfassen. Vorausgesetzt wird ein kostenpflichtiges Geschäftskonto, die Bedienung läuft zunächst nur auf Englisch.
Gemini bekommt in Chat eine eigene Kommandozeile
Bislang tauchte die KI Gemini in Google Chat nur als schmale Seitenleiste neben den Unterhaltungen auf. Ab dem 26. August ersetzt Google diese Leiste durch „Ask Gemini”, ein Eingabefeld mitten im Chat-Programm. Ein Klick auf den Menüpunkt „Shortcuts” oder die Tastenkombination Strg und G (auf dem Mac Befehlstaste und G) öffnet das Fenster.
Wer dort eine Frage oder Aufgabe eintippt, bekommt die Antwort ohne Umweg über eine andere App. Google Drive durchsucht mit Gemini bereits einzelne Dateien nach Antworten. Die neue Chat-Kommandozeile bündelt das jetzt zusätzlich mit E-Mails aus Gmail und Terminen aus dem Kalender in einer einzigen Abfrage. Gemini kann außerdem Bilder erzeugen, Textentwürfe liefern oder mehrere offene Unterhaltungen in einer Übersicht zusammenfassen, damit nichts untergeht. Der bisherige Seitenbereich verschwindet dafür, alte Gemini-Unterhaltungen aus der Vorgängerversion werden nicht übernommen.
Zum Start zeigt „Ask Gemini” außerdem eine Art Tagesüberblick mit ungelesenen Nachrichten und offenen Aufgaben an. Wer morgens den Arbeitstag plant, sieht so auf einen Blick, welche Chats noch eine Antwort brauchen, ohne jede Unterhaltung einzeln zu öffnen.
Ein Tastenkürzel spart den Wechsel zwischen Programmen
Im Alltag zeigt sich der Nutzen vor allem bei Fragen, deren Antwort bislang über mehrere Programme verteilt lag. Eine Sachbearbeiterin sucht kurz vor einem Kundentermin die letzte Absprache: Statt Postfach, Kalender und Ablage einzeln zu öffnen, tippt sie in die Chat-Kommandozeile „Was haben wir mit Kunde Müller zuletzt vereinbart?”. Gemini durchsucht E-Mails, das passende Dokument und den Kalendereintrag gleichzeitig und liefert eine kurze Zusammenfassung samt Verweisen auf die Fundstellen.
Solche Anfragen ersetzen mehrere einzelne Suchvorgänge und das Hin- und Herwechseln zwischen Browser-Tabs, was besonders bei wiederkehrenden Rückfragen von Kolleginnen oder Kunden Zeit spart. Auch für die Nachbereitung von Besprechungen ist das praktisch: Wer nach einem Meeting offene Punkte für mehrere Kolleginnen zusammenfassen soll, kann die Kommandozeile direkt danach fragen, statt Chatverläufe von Hand durchzugehen. Bis zum 1. Oktober 2026 gelten dafür großzügigere Nutzungsgrenzen, danach greifen die regulären Grenzen für Suchanfragen und erstellte Inhalte.
Verfügbar nur im Geschäftskonto, vorerst auf Englisch
Die Funktion rollt gestaffelt aus: Firmen mit schnellem Update-Kanal sehen sie ab dem 26. August, Firmen mit dem langsameren Standardkanal bis zu 15 Tage später. Enthalten ist „Ask Gemini” in den Google-Workspace-Tarifen Business Standard, Business Plus, Enterprise Standard und Enterprise Plus sowie im Bildungs-Zusatztarif Google AI Pro for Education – zusätzliche Kosten fallen nicht an. Private Gratis-Konten und der einfache Business-Starter-Tarif bleiben außen vor. Wer die Funktion ausprobieren möchte, geht so vor:
- Google Chat am Computer öffnen.
- Im linken Menü „Shortcuts” anklicken oder Strg+G drücken (Mac: Cmd+G).
- Anliegen in einfachen Worten eintippen – etwa eine Suche, eine Terminfrage oder einen Textentwurf.
- Antwort samt Quellenangaben im Fenster prüfen und bei Bedarf nachfragen.
Eine wichtige Einschränkung bleibt: Die Bedienoberfläche funktioniert nur, wenn das Konto auf Englisch eingestellt ist. Google nennt bislang keinen Termin für weitere Sprachen.
Entscheidend wird, ob Google die deutsche Sprachversion zügig nachreicht. Ohne sie bleibt die neue Kommandozeile für die meisten deutschen Büros vorerst ein Testfeld für einzelne englischsprachige Mitarbeitende. Wer die Funktion nutzt, sollte zudem bedenken, dass Anfragen automatisch auf Firmen-E-Mails und -Dokumente zugreifen. Interne Vorgaben zum Umgang mit Kunden- und Vertragsdaten gelten deshalb auch für die neue Kommandozeile.


