KI-Praxis

ChatGPT beantwortet jetzt iMessages und SMS auf dem Mac

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

ChatGPT liest und beantwortet ab sofort iMessages, SMS und RCS-Nachrichten direkt auf dem Mac. Ein neues Plugin fasst offene Chats zusammen und schlägt fertige Antworten vor, die erst nach Bestätigung verschickt werden. Voraussetzung sind ein Mac mit Apple-Chip, die ChatGPT-Desktop-App und der Modus „ChatGPT Work“ oder „Codex“. Die Funktion ist in allen Tarifen enthalten, auch kostenlos.

Ein MacBook auf einem Schreibtisch zeigt eine Sprechblase im Stil des Apple-Messages-Symbols, aus der ein Chatfenster mit dem ChatGPT-Logo wächst, daneben ein Apple-Logo-Sticker und ein grüner Bestätigungshaken. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Plugin läuft nur im Modus „ChatGPT Work“ oder „Codex“ der Mac-Desktop-App, nicht im normalen Chat.
  • Voraussetzung ist ein Mac mit Apple-Chip; Intel-Rechner unterstützt die Funktion bislang nicht.
  • Die Nutzung kostet nichts zusätzlich und ist auch im kostenlosen ChatGPT-Zugang enthalten.
  • Vor jedem Versand müssen Nutzerinnen und Nutzer Nachricht und Empfänger einmal bestätigen.
  • Der Mac verlangt Vollzugriff auf Festplatte, Kontakte und Automatisierung, sonst bleibt das Plugin blind.
  • Windows- und mobile ChatGPT-Apps unterstützen die Funktion noch nicht.

ChatGPT kann ab sofort Kurznachrichten auf dem Mac lesen, ordnen und beantworten. Ein neues Plugin durchsucht iMessages, SMS und RCS-Nachrichten in Apples Messages-App und schlägt fertige Antworten vor, die Nutzerinnen und Nutzer nur noch bestätigen müssen. Vorausgesetzt sind ein Mac mit Apple-Chip und die kostenlose ChatGPT-Desktop-App.

ChatGPT liest jetzt mit in Apples Messages-App

Das neue Apple-Messages-Plugin ist Teil der ChatGPT-Desktop-App für den Mac und lässt sich in den Arbeitsmodi „ChatGPT Work“ und „Codex“ aktivieren. Einmal freigeschaltet, kann die KI komplette Chatverläufe aus iMessage, SMS und RCS durchsuchen, einzelne Unterhaltungen zusammenfassen und offene Fragen herausfiltern. Wer nach einer bestimmten Zusage oder einer Telefonnummer sucht, muss die Nachrichten-App nicht mehr manuell durchscrollen – ein kurzer Auftrag an ChatGPT genügt.

Die Funktion arbeitet, wie 9to5Mac berichtet, lokal auf dem Rechner: Es entsteht kein durchsuchbarer Gesamtindex aller Nachrichten, Inhalte bleiben also grundsätzlich auf dem Gerät. Neben Antworten kann ChatGPT laut ersten Testberichten auch Geburtstage aus Chatverläufen herausfiltern oder auf verdächtige Nachrichten mit Spam-Merkmalen hinweisen. Voraussetzung ist ein Mac mit Apple-Chip; auf älteren Intel-Rechnern lässt sich das Plugin nicht installieren. Für den Zugriff fragt macOS zusätzlich nach Vollzugriff auf die Festplatte sowie nach Freigaben für Kontakte und Automatisierungsfunktionen – ohne diese Berechtigungen bleibt die Nachrichten-App für ChatGPT unsichtbar.

Die Funktion spart Zeit bei Kurznachrichten im Job

Im Arbeitsalltag hilft das vor allem, wenn Kundenanfragen oder Terminbestätigungen klassisch per SMS oder iMessage statt per E-Mail eingehen – etwa bei Praxen, Werkstätten oder kleinen Dienstleistern. Ein Beispiel: Eine Assistentin, die zwischen zwei Telefonaten mehrere Terminanfragen per SMS erhalten hat, lässt sich von ChatGPT alle offenen Nachrichten in einer Übersicht zusammenfassen und für jede einen Antwortentwurf vorschlagen. Statt jede Unterhaltung einzeln zu öffnen, prüft sie die Vorschläge auf einen Blick und gibt sie mit einem Klick frei.

Auch Erinnerungen lassen sich so erledigen: ChatGPT kann auf eine unbeantwortete Nachricht von vor zwei Tagen hinweisen oder aus mehreren Chats die noch offenen Zusagen herausfiltern. Wichtig bleibt dabei die Kontrolle: ChatGPT verschickt eine Nachricht standardmäßig erst, nachdem Text und Empfänger einmal bestätigt wurden. Nutzerinnen und Nutzer können diese Prüfung zwar dauerhaft abschalten, OpenAI rät laut TechCrunch jedoch ausdrücklich davon ab, weil damit die letzte Kontrolle vor dem Versand entfällt.

Kostenlos nutzbar – wer die Funktion einrichten will

Das Apple-Messages-Plugin kostet nichts zusätzlich und steht allen ChatGPT-Tarifen offen, einschließlich des kostenlosen Zugangs – vorausgesetzt, die Desktop-App läuft im Modus „ChatGPT Work“ oder „Codex“. Die Einrichtung dauert nach Angaben von MacRumors nur wenige Minuten:

  1. ChatGPT-Desktop-App für macOS öffnen und in den Modus „ChatGPT Work“ oder „Codex“ wechseln.
  2. Im Bereich „Plugins“ das Apple-Messages-Plugin unter den öffentlichen Erweiterungen auswählen und aktivieren.
  3. In den Systemeinstellungen des Mac Vollzugriff auf die Festplatte sowie Zugriff auf Kontakte und Automatisierung erlauben.
  4. Vor dem ersten Versand testweise eine Nachricht formulieren lassen und die Bestätigung genau prüfen.

Auf Windows-Rechnern und in der mobilen ChatGPT-App steht das Plugin bislang nicht zur Verfügung, ebenso wenig auf älteren Intel-Macs. Ob und wann OpenAI die Funktion auf weitere Geräte oder auf den normalen Chat-Modus ausweitet, ist offen.

Entscheidend wird, ob Nutzerinnen und Nutzer die Bestätigungspflicht wirklich beibehalten oder aus Bequemlichkeit abschalten – genau darin liegt nach Einschätzung von OpenAI das größte Risiko für einen versehentlichen Versand. Wer die Funktion dienstlich einsetzt, sollte vorab klären, ob Kunden- oder Firmendaten aus Chatverläufen überhaupt an einen KI-Dienst übermittelt werden dürfen, auch wenn die Verarbeitung laut Anbieter lokal auf dem Gerät bleibt. OpenAI ist zudem nicht der einzige Anbieter, der KI tiefer in den Mac einbaut: Erst im Juli hat Google seine Gemini-App um eine systemweite Diktierfunktion erweitert, vorerst allerdings nur auf Englisch.

Häufige Fragen

Was kostet das Apple-Messages-Plugin für ChatGPT?

Nichts zusätzlich: Die Funktion gehört zu allen ChatGPT-Tarifen, auch zum kostenlosen Zugang. Vorausgesetzt wird lediglich, dass die Desktop-App im Modus „ChatGPT Work“ oder „Codex“ läuft.

Brauche ich ein bezahltes Abo oder ein bestimmtes Konto?

Ein normales ChatGPT-Konto reicht aus, ein Bezahl-Abo ist nicht nötig. Technisch vorausgesetzt sind ein Mac mit Apple-Chip und die aktuelle Desktop-App.

Funktioniert das Plugin auch auf Deutsch bzw. in Deutschland?

Ja, das Plugin ist sprachunabhängig und weltweit über die ChatGPT-Desktop-App nutzbar, auch in Deutschland und dem Rest der EU.

Darf ich damit Kunden- oder Firmennachrichten bearbeiten lassen?

OpenAI verarbeitet die Chats nach eigenen Angaben lokal auf dem Gerät, ohne zentralen Nachrichtenindex. Unternehmen sollten trotzdem vorab prüfen, ob interne Vorgaben die Weitergabe von Kundendaten an einen KI-Dienst erlauben.

Was unterscheidet das Plugin von Apples eigener Nachrichten-App?

Apples App zeigt Nachrichten wie gewohnt an; ChatGPT ergänzt eine Suche über mehrere Chats hinweg, Zusammenfassungen und vorformulierte Antworten, die erst nach Bestätigung verschickt werden.

Quellen (4)
  1. OpenAI – ChatGPT Release Notes
  2. 9to5Mac – ChatGPT update adds Apple Messages integration on Mac
  3. TechCrunch – ChatGPT can now send texts for you with new Apple Messages plug-in
  4. MacRumors – ChatGPT Can Now Read and Send iMessages on Mac

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