KI-Politik

Apple und Google: San Francisco fordert Ende für Entkleidungs-Apps

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Smartphone mit App-Store-Symbolen vor der goldenen Kuppel des San Francisco City Hall, eine App ist mit einem roten Stopp-Symbol markiert Generiertes Bild mit GPT Image 2
Smartphone mit App-Store-Symbolen vor der goldenen Kuppel des San Francisco City Hall, eine App ist mit einem roten Stopp-Symbol markiert

TL;DR Too Long; Didn’t read

Der Stadtanwalt von San Francisco fordert Apple und Google auf, binnen 28 Tagen 13 Apps für gefälschte Nacktbilder aus ihren Stores zu entfernen. Rechtsgrundlage ist ein kalifornisches Gesetz gegen Vermittler von Deepfake-Pornografie. Kommen die Konzerne der Forderung nicht nach, droht laut Stadtanwaltschaft eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Das Wichtigste in Kürze

  • San Francisco fordert 13 KI-Apps von Apple und Google – acht im App Store, fünf bei Google Play.
  • Stadtanwalt David Chiu setzte beiden Konzernen nach den Schreiben vom 16. Juli eine Frist von 28 Tagen.
  • Apple entfernte bereits drei Anwendungen und kündigte die zugehörigen Entwicklerkonten.
  • Google löschte nach eigenen Angaben bereits Hunderte Apps mit Entkleidungs-Funktion.
  • Rechtsgrundlage ist ein kalifornisches Gesetz von 2025 gegen Vermittler von Deepfake-Pornografie.
  • Ob eine Klage folgt, hängt von der Reaktion der Konzerne innerhalb der Frist ab.

Der Stadtanwalt von San Francisco, David Chiu, verlangt von Apple und Google die Entfernung von 13 sogenannten Entkleidungs-Apps – Programme, die aus hochgeladenen Fotos täuschend echte Nacktbilder erzeugen. Acht davon liefen im App Store, fünf bei Google Play. Nach den am 16. Juli verschickten Aufforderungsschreiben haben beide Konzerne 28 Tage Zeit für eine Reaktion.

Kalifornisches Gesetz erlaubt Klagen gegen Vermittler

Grundlage sind zwei kalifornische Gesetze: Eines stellt es unter Strafe, die Erstellung nicht einvernehmlicher Deepfake-Pornografie wissentlich zu ermöglichen oder leichtfertig dabei zu helfen. Ein zweites, seit 2025 geltendes Gesetz erlaubt Betroffenen zusätzlich zivilrechtliche Klagen gegen Vermittler wie App-Stores, wenn diese die Verbreitung solcher Inhalte wissentlich ermöglichen. Apple und Google hätten mit den Apps über Jahre Gebühren in Millionenhöhe verdient, wirft ihnen Chiu laut TechCrunch vor. Beide Konzerne profitierten von Apps, die Frauen und Mädchen durch nicht einvernehmliche intime Deepfakes ausbeuteten, und müssten proaktiver handeln, so der Stadtanwalt. Gegenüber MacRumors nannte Chiu die Praxis der Apps „illegal, schädlich und völlig inakzeptabel”. Er verlangt zusätzlich, dass die Unternehmen Zahlungsabwicklung und Entwicklerkonten der betroffenen Anbieter kappen. Die Organisation Tech Transparency Project habe bereits im Januar und April 2026 vor den Apps gewarnt. Die Aufforderungsschreiben selbst nennen bewusst keine Namen der betroffenen Anwendungen, um ihnen keine zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Apple bestätigte gegenüber 9to5Mac, das Unternehmen verbiete grundsätzlich Apps, die Pornografie erzeugen, verbreiten oder konsumierbar machen. Man habe bereits drei der genannten Anwendungen entfernt, die zugehörigen Entwicklerkonten gekündigt und vier weitere Anbieter wegen Regelverstößen kontaktiert. Nutzer könnten Verstöße zusätzlich über die Meldeseite reportaproblem.apple.com anzeigen. Google erklärte gegenüber MacRumors, bereits Hunderte Apps mit Entkleidungs-Funktionen wegen Richtlinienverstößen gelöscht zu haben, darunter auch die fünf im Schreiben genannten Anwendungen. Apple hatte seine App-Store-Richtlinien zur Verantwortung von Entwicklern für pornografische Inhalte bereits im Juni 2026 verschärft. Anders als bei früheren Klagen richtet sich der Vorstoß erstmals direkt gegen die Plattformbetreiber statt gegen einzelne Websitebetreiber. Trotz bestehender Regeln blieben die Apps trotz früherer Warnungen monatelang in den Stores verfügbar, bevor die Stadtverwaltung eingriff.

Entscheidend wird, ob Apple und Google die Fristsetzung als Präzedenzfall für weitere Städte werten oder abwarten, bis eine tatsächliche Klage folgt. Offen bleibt, ob Chiu bei ausbleibender Reaktion nach Ablauf der 28 Tage tatsächlich vor Gericht zieht.

Häufige Fragen

Was sind Entkleidungs-Apps genau?

Es handelt sich um Anwendungen, die mithilfe von KI aus hochgeladenen Fotos gefälschte, täuschend echte Nacktbilder erzeugen – meist ohne Wissen oder Einwilligung der abgebildeten Person.

Welche Apps sind konkret betroffen?

Die Stadtverwaltung nennt keine Namen. Damit soll verhindert werden, den Apps zusätzliche Aufmerksamkeit oder Werbung zu verschaffen.

Was passiert, wenn Apple und Google nicht reagieren?

Nach Ablauf der 28-Tage-Frist könnte der Stadtanwalt rechtliche Schritte einleiten; ob es tatsächlich zu einer Klage kommt, ist offen.

Betrifft die Forderung nur Nutzer in San Francisco?

Nein. Da die Apps über die globalen Stores von Apple und Google vertrieben werden, hätte eine Entfernung Auswirkungen auf Nutzer weltweit.

Gab es schon frühere Vorstöße gegen Deepfake-Pornografie?

Ja, San Franciscos Stadtanwaltschaft ist bereits in der Vergangenheit gegen Betreiber entsprechender Webseiten vorgegangen, allerdings nicht direkt gegen App-Stores.


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