Die Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz hat am 28. August 2026 einen neuen, 1,1 Milliarden Dollar schweren Fonds vorgestellt, der ausschließlich in die physische Infrastruktur der Künstlichen Intelligenz investiert. Der Machine Age Fund finanziert Chips, Speicherchips, Rechenzentren, Robotik und Stromversorgung – Bereiche, die laut den Investoren an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Geführt wird die neue Strategie von den Partnern Martin Casado und Raghu Raghuram.
Fonds bündelt Milliardenwette auf Chips, Speicher und Rechenzentren
Wie Andreessen Horowitz in der Ankündigung zum Machine Age Fund mitteilt, fließt das Kapital ausschließlich in physische Infrastruktur: Prozessoren, Arbeitsspeicher, Netzwerktechnik, Rechenzentren, Robotik, Stromversorgung sowie Kühlung und Bauflächen für neue Anlagen. Casado und Raghuram, die zuvor unter anderem in Rechenzentrums-Software und Cloud-Infrastruktur investiert haben, sollen die neue Strategie leiten.
Die Partner begründen den Fonds mit einem Kapazitätsengpass entlang der gesamten Hardware-Lieferkette. Als Beleg nennen sie die Rechendichte pro Serverschrank: Sie sei vom Nvidia-H100- zum Rubin-Rack um das 28-Fache gestiegen, während die Leistungsaufnahme je Schrank von 5 bis 10 auf 100 bis 250 Kilowatt kletterte und binnen drei Jahren bis zu ein Megawatt erreichen könnte. Die branchenübliche jährliche Kapazitätssteigerung von 20 bis 30 Prozent halte mit dieser Nachfrage nicht mehr Schritt.
Für Deutschland und Europa nennt a16z keine eigenen Ziele. Die bisherigen Hardware-Beteiligungen der Firma wie der Drohnenhersteller Skydio, der Verteidigungstechnik-Anbieter Anduril und der Robotaxi-Betreiber Waymo liegen sämtlich in den USA. Ob der neue Fonds auch außerhalb des Landes investiert, lässt Andreessen Horowitz zum Start offen.
Hardware verdrängt Software als größter Wachstumstreiber bei a16z
Der Anteil von Hardware-Start-ups am Investitions-Dealflow von Andreessen Horowitz ist nach eigenen, unabhängig nicht verifizierten Angaben von einem kleinen Randsegment auf mittlerweile mehr als ein Fünftel gestiegen. Wie TechCrunch berichtet, reiht sich der Fonds damit in einen breiteren Branchentrend ein: Auch KI-Anbieter sichern sich zunehmend selbst physische Kapazitäten, statt nur Software zu entwickeln – etwa Anthropic, das mit den Investoren Macquarie und GIC ein eigenes Rechenzentrums-Gemeinschaftsunternehmen gegründet hat.
Frühere Wetten von a16z auf physische Technologie liegen teils Jahre zurück: Skydio erhielt 2016 Kapital, Anduril 2019, Waymo 2020. Mit dem Machine Age Fund bündelt die Firma dieses Segment erstmals in einer eigenen Anlagestrategie mit dediziertem Team, das sowohl frühphasige als auch wachstumsstarke Unternehmen finanzieren soll.
Ähnliche Kapazitätswetten laufen bereits an anderer Stelle der Branche: Auch Nvidia beliefert eine neue japanische KI-Fabrik mit tausenden Rubin-Chips, die unter anderem Grundlagenmodelle für Industrieroboter trainieren soll. Konkrete erste Beteiligungen aus dem Machine Age Fund hat Andreessen Horowitz zum Start nicht genannt.
Entscheidend wird, ob a16z mit dem Fonds tatsächlich neue Kapazitäten schafft oder zusätzliches Kapital lediglich auf ohnehin knappe Zulieferer trifft und die Engpässe damit eher verschärft. Offen bleibt zudem, ob Andreessen Horowitz über die USA hinaus investiert. Ein öffentlich benanntes erstes Investment aus dem Machine Age Fund dürfte der nächste konkrete Meilenstein sein.


